Originaltitel: Checkmate Episodennummer: 2x13 Bewertung: Erstausstrahlung US: 19. Januar 1991 Erstausstrahlung D: 29. Dezember 1991 Drehbuch: Harley Peyton Regie: Todd Holland Besetzung:
Kyle MacLachlan als Special Agent Dale Cooper,
Michael Ontkean als Sheriff Harry S. Truman,
Madchen Amick als Shelly Johnson,
Dana Ashbrook als Bobby Briggs,
Richard Beymer als Benjamin Horne,
Sherilyn Fenn als Audrey Horne,
Lara Flynn Boyle als Donna Hayward,
Warren Frost als Dr. Will Hayward,
Peggy Lipton als Norma Jennings,
James Marshall als James Hurley,
Everett McGill als Big Ed Hurley,
Jack Nance als Pete Martell,
Kimmy Robertson als Lucy Moran,
Joan Chen als Jocelyn Packard,
Piper Laurie als Catherine Martell,
Eric DaRe als Leo Johnson,
Harry Goaz als Deputy Andy Brennan,
Michael Horse als Deputy Tommy 'Hawk' Hill,
Chris Mulkey als Hank Jennings,
Ian Buchanan als Dick Tremayne,
James Booth als Ernie Niles,
David Duchovny als DEA Agent Denise Bryson,
Gavan O'Herlihy als RCMP Officer Preston King,
Wendy Robie als Nadine Hurley,
Don S. Davis als Maj. Garland Briggs,
Gary Hershberger als Mike Nelson,
Annette McCarthy als Evelyn Marsh,
Nicholas Love als Malcolm Sloan,
Michael Parks als Jean Renault u.a.
Kurzinhalt:
Major Briggs ist zurückgekehrt. In der Polizeistation erzählt er Dr. Hayward, Agent Cooper und Sheriff Truman alles, an das er sich noch erinnern kann. Danach richten sie, zusammen mit DEA-Agentin Denise Bryson, ihr Augenmerk wieder auf Jean Renault. Nachdem Agent Cooper zuletzt bei einer Hausbesichtigung zufällig auf sein Versteck gestoßen ist, will man ihm eben dort nun eine Falle stellen. Dafür wird Ernie Niles verkabelt. Doch als Jean den Braten riecht, droht der Einsatz zu scheitern. Währenddessen verfällt James Hurley der unglücklich verheirateten Evelyn Marsh immer mehr – und bemerkt nicht, dass er getäuscht wird. Nadine Hurley macht sich indes an Mike Nelson ran. Norma Jennings will die Affäre mit Big Ed Hurley wieder aufnehmen. Als sie dabei von Hank überrascht werden, geht just Nadine dazwischen. Shelley Johnson erlebt indes den Schreck ihres Lebens, als der vermeintlich apathische Leo plötzlich ihren Namen sagt. Und Dick hat sich mit Andy zusammengetan, um gemeinsam die Vergangenheit seines Mündels Nicky zu ergründen…
Review:
Mit "Schachmatt" ist nun meiner Erinnerung im Hinblick auf den Durchhänger zur Mitte der zweiten "Twin Peaks"-Staffel das Schlimmste überstanden. Tatsächlich zeigt die Trendkurve hier wieder leicht nach oben. Zu verdanken ist dies in erster Linie dem Anfang und dem Ende. So schildert Major Briggs zu Beginn seine Erlebnisse, nachdem er bei seinem Campingtrip mit Agent Cooper plötzlich verschwunden war. Insbesondere wenn er das Projekt "Blue Book" erwähnt, offenbart sich "Twin Peaks" ein weiteres Mal sehr deutlich als entscheidender Vorbote von "Akte X". Und generell hatte es mir die erste Szene sowohl inszenatorisch, darstellerisch als auch inhaltlich sehr angetan. Der zweite große Pluspunkt ist dann das Finale rund um die Falle für Jean Renault. Neben dem Showdown zwischen ihm und Agent Cooper hatte es mir dabei vor allem auch die Tatsache angetan, dass Denise einen entscheidenden Beitrag dafür lieferte, dass die Sache (zumindest für die FBI-Agenten) ein gutes Ende nahm. Und der darauffolgende Eröffnungszug von Windom Earle schaffte es neuerlich, meine Neugier/Vorfreude auf die nächste Folge zu wecken.
Jedoch, leider: Alles, was sich dazwischen zutrug, fand ich zum wiederholten Mal bestenfalls langweilig, und schlimmstenfalls nervig. Am besten schnitt noch alles rund um Shelley ab, und das in erster Linie, weil Leos plötzliches Erwachen für das Publikum ein ähnlicher Schock ist wie für sie (was auch der Inszenierung durch Todd Holland, sowie der Musik von Angelo Badalametti zu verdanken ist). Davon abgesehen, allerdings. Dabei muss man "Schachmatt" zumindest zugutehalten, dass hier eigentlich wirklich verdammt viel los, und damit das Erzähltempo grundsätzlich eigentlich ziemlich hoch ist. Bringt halt nur nichts, wenn einen das, was geschieht, nicht wirklich interessiert. Über das mit der "jugendlichen" Nadine habe ich mich ja eh schon ausgiebig ausgelassen, weshalb ich es hier bei der Feststellung, dass dies für mich nach wie vor nicht funktioniert, belassen will. Aber auch alles rund um die zu einer Dienstmagd "degradierten" Jocy will mich nach wie vor nicht ansprechen. Gleiches gilt für alles rund um den vermeintlich langsam den Verstand verlierenden Benjamin Horne und seine Nachstellung der Bürgerkriegs-Schlacht (oder auch die Wiederaufnahme seiner Affäre mit Catherine). Und lasst mich erst gar nicht mit James anfangen. Sorry, aber wenn sich jemand so naiv aufführt wie er, fiebere ich mit ihm auch nicht mit, wenn er droht, in Schwierigkeiten zu geraten. Dementsprechend war das jener Handlungsstrang, mit dem ich mir – neben Nadine – am schwersten tat. Bleiben noch – sofern ich nichts vergessen habe – Dick und Andy. Ian Buchanan und Harry Goatz tun zwar ihr Möglichstes, aber weder die Kombination der beiden Figuren, noch das Mysterium rund um Nicky, will mich so recht ansprechen. Und so hoffe ich einfach, dass "Twin Peaks" den Fokus bald wieder stärker auf die deutlich interessanteren Rätsel und offenen Fragen rund um die White Lodge und/oder Windom Earle legen wird.
Fazit:
Zugegeben, ich kann nicht behaupten, dass bei "Schachmatt" nichts losgewesen wäre. Leider aber, wie schon in den beiden Folgen davor, konnte mich das meiste davon, das los war, leider nicht interessieren. Vor allem der Mittelteil der Episode war dementsprechend von Langeweile geprägt, wobei mich vor allem die Geschichte rund um den unfassbar naiven James einfach nur genervt hat. Diesen ganzen Handlungsstrang hätten sie in meinen Augen aus der zweiten Staffel streichen sollen. Aber auch der Rest war überwiegend kaum besser. Dank zweier Highlights reicht es hier aber im Vergleich zu den beiden Folgen davor wieder für eine durchschnittliche Wertung: Einerseits der Einstieg, mit Major Briggs Aussage, und andererseits der Showdown rund um Jean Renault. Und der Leichenfund am Ende – zugleich Windom Earls Eröffnungszug in seinem Schachspiel mit Dale Cooper – sorgt für eine interessante und vielversprechende Ausgangssituation für die nächste Episode.