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Poirot - 8x02: Mord in Mesopotamien Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) BBC

Originaltitel: Murder in Mesopotamia
Episodennummer: 8x02
Bewertung:
Erstausstrahlung UK: 08. Juli 2001
Erstausstrahlung D: 14. Februar 2018
Drehbuch: Clive Exton
Regie: Tom Clegg
Besetzung: David Suchet als Hercule Poirot, Hugh Fraser als Captain Hastings, Philip Jackson als Chief Inspector Japp, Ron Berglas als Dr. Leidner, Barbara Barnes als Mrs. Leidner, Dinah Stabb als Anne Johnson, Georgina Sowerby als Amy Leatheran, Jeremy Turner-Welch als Bill Coleman, Pandora Clifford als Sheila Maitland, Christopher Hunter als Father Lavigny, Christopher Bowen als Richard Carey, Iain Mitchell als Superintendent Maitland, Alexi Kaye Campbell als Joseph Mercado, Deborah Poplett als Mrs. Mercado, Kamel Touati als Squat Man, Hichem Rostom als Hotel Receptionist, Zoubeir Bornaz als Police Sergeant, Dejeb Magri als Murdered Man, Hammadi Maaroufi als Workman, Ramzi Brari als Abdullah u.a.

Kurzinhalt: Hercule Poirot und Captain Hastings sind gemeinsam auf Urlaub, wo es sie zu einer Ausgrabung im Irak verschlägt. Nach ihrer Ankunft, sowie dem darauffolgenden gemeinsamen Abendessen, lernen sie andere Expeditionsteilnehmer kennen, darunter den Archäologen Dr. Leidner und dessen Ehefrau Loiuse. Diese berichtet den belgischen Detektiv am nächsten Tag von Drohbriefen, die sie nun schon seit Jahren erhält, und die angeblich von ihrem ersten Ehemann stammen – der jedoch während des Krieges gestorben ist. Nachdem einige Jahre Ruhe war, ist nun erst vor wenigen Tagen ein weiterer Brief eingetroffen. Am nächsten Morgen erkennt Hercule zufällig, dass die Briefe in Louises eigener Handschrift verfasst sind. Doch welchen Grund könnte sie haben, die Geschichte rund um die Drohbriefe zu erfinden? Noch bevor er sich dazu Gedanken machen kann findet kurz nach ihrer Rückkehr ins Camp Dr. Leidner die Leiche seiner Ehefrau in ihrem Zimmer. Dieses war abgeschlossen, das Fenster versperrt. Und es scheint niemanden gegeben zu haben, der Gelegenheit hatte, Mrs. Leidner umzubringen…


Review (kann Spoiler enthalten): Episodenbild (c) BBC Fangen wir mit dem Positiven an: Es ist Granada hoch anzurechnen, dass sie an "Originalschauplätzen" gedreht haben (wenn auch Tunesien als Double für den Irak einspringt), statt sich größtenteils in einem Studio zu bewegen, und das Ganze dann mit irgendwelchen Archivaufnahmen anzureichern. Billig war der Dreh sicher nicht, und ich hoffe, dass man für den Rest der Serie diesen Willen, Geld in die Hand zu nehmen um Agatha Christies Werk würdig zu adaptieren, beibehalten hat. Das zentrale Mysterium ist grundsätzlich auch nicht schlecht, wenn auch das mit den Alibis durch die Bank, und damit der Grundidee, dass es niemanden gegeben zu haben scheint, den Mord zu begehen, etwas gar an "Das Böse unter der Sonne" erinnert (weshalb es wohl besser gewesen wäre, ein bis zwei andere Fälle einzuschieben). David Suchet und Hugh Fraser sind auch wieder ein Genuss. Und ich mag einfach diese klassischen Auflösungen am Ende, wo alle Verdächtigen versammelt werden, und Poirot den Fall in all seinen Facetten aufrollt.

In diesem spezifischen Fall sollte sich eben dies dann aber leider als die größte Schwäche erweisen. Ich kenne die Vorlage nicht, da Clive Exton bislang aber sehr werkgetreu adaptiert hat, gehe ich davon aus, dass dies Dame Agatha Christie selbst anzurechnen ist. Nun will ich sie dafür nicht zu sehr an den Pranger stellen. Die Autorin ist völlig zu recht die Königin des Krimis, und hat über hundert Fälle geschrieben. Es liegt in der Natur der Sache, dass sie sich da und dort etwas schwer tat, sich immer neue, faszinierende, originelle und/oder clevere auszudenken. Auch ein Sir Arthur Conan Doyle hat nicht mit jeder Holmes-Geschichte überzeugt. Aber, es tut mir leid: Hier ist sie im Bestreben, den Leser – bzw. Zuschauer – mit der Auflösung zu überraschen, übers Ziel hinausgeschossen. Die Art und Weise, wie sich der Mord zugetragen hat, hätte ich ja vielleicht noch akzeptieren können; und selbst der war insofern an der Grenze der Glaubwürdigkeit, als das nun wirklich kein sicheres Ding war. Was wenn er sie verfehlt oder zumindest nicht richtig getroffen hätte, und sie "nur" verletzt oder maximal ohnmächtig geworden wäre? In erster Linie ist es aber die Offenbarung, dass es sich beim Täter um ihren ersten Ehemann handelt, mit der ich nichts anfangen konnte. Weil es tut mir leid, aber dass sie ihn nicht erkannt haben soll, fand ich absolut an den Haaren herbeigezogen. Das wirkte eher wie eine schlechte Christie-Parodie. Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass die Inszenierung von Tom Clegg zwar ok, allerdings auch sehr unscheinbar war, und jeglichen Flair vermissen ließ. Last but not least fand ich Barbara Barnes – bei allem Respekt – für die Rolle einer Frau, die nicht einfach "nur" hübsch ist, sondern über eine fast schon magnetische Anziehung verfügt, fehlgecastet. Insgesamt war "Mord in Mesopotamien" damit für mich leider doch ein bisschen eine Enttäuschung.

Fazit: Episodenbild (c) BBC Zwar gelang es "Mord in Mesopotamien", trotz der imposanten Locationaufnahmen, von Anfang an nicht, mich ähnlich zu begeistern wie "Das Böse unter der Sonne", dennoch fühlte ich mich während des Großteils der Laufzeit gut unterhalten. Kleinere Längen mögen sich da und dort zwar einschleichen, insgesamt gelang es Clive Exton aber sehr gut, die Spielfilmlänge mit der Story zu füllen. Auch David Suchet und Hugh Fraser sind super wie immer. Und auch wenn ich hier quasi sofort den richtigen Riecher hatte, waren auch die Ermittlungen grundsätzlich gut – und mitreißend – gemacht. Leider aber fiel "Mord in Mesopotamien" für mich am Ende dann ziemlich in sich zusammen. Den Ablauf des Mordes hätte ich ja vielleicht, unter zudrücken aller Hühneraugen noch akzeptieren können – nicht jedoch die Identität des Killers. Das fand ich absolut unglaubwürdig. Nun möchte ich die gute Dame Christie deswegen nicht zu sehr schelten. Sie hat einige der besten Krimis aller Zeiten geschrieben; da darf sich dann auch mal so ein Holler wie hier einschleichen. Zusammen mit der wenig erbaulichen Inszenierung und einer für diese Rolle fehlbesetzte Barbara Barnes (sorry) macht es "Mord in Mesopotamien" für mich aber zu den schwächeren Folgen der Serie (bislang?).

Wertung: 2.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © iTV)







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