Originaltitel: Clipped Wings Episodennummer: 1x07 Bewertung: Erstausstrahlung US: 02. März 1984 Erstausstrahlung D: 23. Juni 1996 Drehbuch: Allison Hock Regie: Bernard McEveety Besetzung:
James Farentino als Frank Chaney,
Dana Carvey als Clinton 'JAFO' Wonderlove,
Sandy McPeak als Captain Braddock,
Dick Butkus als Richard 'Ski' Butowski,
Bubba Smith als Lyman 'Bubba' Kelsey,
Scott Hylands als Peter Anson,
Kimberly Alexander als Officer Carol Perkins,
Ann Cooper als J.J. Douglas,
Terence McGovern als Joe Roth,
Raye Birk als Martin C. Sharp,
Peter Elbling als Ed Lang,
John Fox als Bishop Sullivan,
Adam Gregor als Councilman Ken Joyner,
Brian Moore als County Supervisor McManus,
Gay Hagen als Sister Inez,
Rion Hunter als Father Dominguez u.a.
Kurzinhalt:
Frank Chaney und Clinton Wonderlove haben den Auftrag, mit Blue Thunder eine Drogenlieferung abzufangen. Nachdem diese weit über den vereinbarten Übergabezeitpunkt nicht stattfindet, verlässt Chaney den Einsatzort, um auf einen Notruf im Hinblick auf die Entführung eines Geistlichen zu reagieren. Dies gelingt zwar, dennoch ärgert sich der Polizist und Helikopter-Pilot Peter Anson – der einst für Blue Thunder im Gespräch war – über seine Einmischung. Aufgrund seiner Beschwerde wird Chaney vorerst das Kommando über Blue Thunder entzogen, und er in den Straßendienst versetzt, wo er zusammen mit Carol Perkins im Einsatz ist. Das Tagesgeschäft als Streifenpolizist hindert ihn jedoch nicht daran, seine Ermittlungen im Hinblick auf die Entführungen fortzusetzen. Derweil freut sich Peter Anson darüber, endlich als Pilot von Blue Thunder eingesetzt worden zu sein – und formt die Einheit nach seinen Vorstellungen um. Vor allem Ski und Bubba sind darüber alles andere als erfreut. Als sich herausstellt, dass niemand geringerer als Anson selbst hinter den Entführungen steckt, ist es an seinem Kopilotin Clinton "JAFO" Wonderlove, ihn aufzuhalten…
Review:
"Jagd auf Mr. M" bietet ja durchaus ein paar Aspekte, die mir gut gefallen konnten. Hier stachen für mich unter anderem die netten Szenen zwischen Chaney und seiner Streifenpolizist-Partnerin Carol Perkins hervor. Die beiden waren ein gutes Team, und ich fand Carol generell recht charmant (weshalb ich es auch schade finde, dass sich Kimberly Alexander kurz darauf aus der Schauspielerei zurückziehen sollte). Scott Hylands gibt zudem definitiv einen der bisher besseren Bösewichte der Serie. Wie immer sind die – oft amüsanten – Szenen rund um Bubba und Ski ebenfalls eine Stärke der Folge. Als großer "Babylon 5"-Fan freue ich mich auch jedes Mal, wenn mir jemand aus der Serie irgendwo unterkommt – selbst wenn es sich nur um einen einmaligen Gaststar handelt, so wie hier Raye Birk (der den Inquisitor in "Das Verhör" spielte), den ich kurz davor auch schon in "Wunderbare Jahre" gesehen hatte. Und dann ist da noch das Ende, wo Computerspezialist Clinton Wonderlove, sonst immer nur "Beifahrer", Blue Thunder steuern und sogar landen muss – womit man hier auch mal Dana Carvey die Gelegenheit gibt, zu glänzen.
Trotzdem überwiegen für mich insgesamt die negativen Aspekte. Diesbezüglich sticht vor allem eine Angewohnheit bei den 80er-Jahre-Serien hervor, die mir – so groß die Wertschätzung auch sein mag, die ich insgesamt für diese Ära der TV-Unterhaltung, mit der ich nun mal aufgewachsen bin, empfinde – aus heutiger Sicht doch etwas sauer aufstößt, und das sind die größtenteils etwas gar makellosen Helden. Als positives Gegenbeispiel fällt mir immer in erster Linie Jack "Bringen Sie mir eine Säge" Bauer ein, der Anfang der 0er-Jahre – wo generell dann ein Umdenken stattfand – als Held deutlich ambivalenter gezeichnet wurde. In den 80ern (und Größtenteils auch noch 90ern) wollte man davon allerdings nichts wissen. Heißt auch: Zwar darf Frank Chaney hier zu Beginn eine Fehleinschätzung treffen. Quasi als Ausgleich dafür darf sein Nachfolger, der zugleich ein Kritiker seiner Person und seines Führungsstils war, alles umkrempelt, und sich insgesamt in der Einheit keine Freunde macht, nicht einfach "nur" scheitern. Vielmehr muss er sich überhaupt gleich als Verräter/Verbrecher – und Drahtzieher hinter den Entführungen – herausstellen. Das war mir der Schwarz/Weiß-Zeichnung dann doch etwas zu viel. Dass es besser geht, hat – wenn auch bereits in den 90ern – u.a. "Star Trek: The Next Generation" bewiesen, wo Captain Jellico zwar an Bord der Enterprise wenig Freunde gewann, sich aber letztendlich als ebenfalls kompetent herausstellt, trotz seiner kritischen Meinung gegenüber Picard, und obwohl er bei fast allen an Bord aneckte. Eine ähnliche Darstellung wäre mir auch hier lieber gewesen. Erschwerend kommt hinzu, dass man als aufmerksamer Zuschauer diesen "Twist" schon allzu früh riechen konnte; in meinen Augen auch früher, als dies von Allison Hock gedacht war (was man nicht zuletzt auch daran merkt, wie man hier versucht, die entsprechende Offenbarung als überraschend-schockierenden Twist zu inszenieren). Das zog "Jagd auf Mr. M" für mich dann leider auch auf unterdurchschnittliches Niveau herunter.
Fazit:
Das Zusammenspiel zwischen James Farentino und Kimberly Alexander war ja durchaus nett. Wie ich es generell interessant fand, Frank Chaney mal in einer anderen Rolle zu sehen. Scott Hylands gibt zweifellos einen soliden Bösewicht ab. Vor allem aber sticht hervor, wie Clinton Wonderlove Blue Thunder am Ende das erste Mal steuern – und sogar landen – darf. Leider aber fand ich es sehr unnötig, um nicht zu sagen störend, dass sich Peter Anson – als jemand, der auf Frank Chaney neidig ist, und ihn auf den Tod nicht ausstehen kann – gleich als waschechter Bösewicht (und Drahtzieher hinter den Verbrechen hier) herausstellen musste. Zumal das leider schmerzlich vorhersehbar war, und dementsprechend diese Wendung die gewünschte schockierende Wirkung voll und ganz verfehlte. "Jagd auf Mr. M" fehlen auch überwiegend coole Stunts und/oder Duelle in der Luft. Damit reiht sie sich insgesamt für mich doch eher am unteren Ende der bisherigen "Das fliegende Auge"-Skala ein.