Originaltitel: High Hopes Episodennummer: 1x03 Bewertung: Erstausstrahlung US: 04. Dezember 2002 Erstausstrahlung D: 20. November 2003 Drehbuch: Leslie Bohem Regie: Sergio Mimica-Gezzan Besetzung:
Julie Benz als Kate Keys,
Steve Burton als Captain Russell Keys,
Dakota Fanning als Allie Keys,
Willie Garson als Dr. Kreutz,
Jason Gray-Stanford als Howard Bowen,
Joel Gretsch als Colonel Owen Crawford,
John Hawkes als Major Marty Erickson,
Tina Holmes als Anne Crawford,
Ryan Hurst als Tom Clarke,
Chad Morgan als Becky Clarke,
Anton Yelchin als Jacob Clarke,
James Kirk als Jesse Keys,
Brenda James als Dr. Ellen Greenspan,
Andrew Jackson als Buddy Parker,
Enid-Raye Adams als Susan Parker,
Jonathon Young als Slide,
Kurt Evans als Dr. Henderson,
Nolan Gerard Funk als Young Eric Crawford,
Branden Nadon als Young Sam Crawford,
Jerry Wasserman als Surgeonu.a.
Kurzinhalt:
Vier Jahre später: Jacob hat sich mittlerweile in seiner neuen Umgebung eingewöhnt. Als er während eines Baseball-Spiels unabsichtlich seine Kräfte benutzt, erhält er Besuch von einem Außerirdischen, der ihn davor warnt, dass seine besonderen Fähigkeiten begrenzt sind. Er droht sie entweder "nur" aufzubrauchen, oder bei ihrer Anwendung zu sterben. Als jedoch die beiden Untergebenen von Colonel Crawford auf Druck von diesem die Suche nach Jacob aufnehmen, und ihn schließlich auch aufspüren, bleibt ihm keine andere Wahl, als ein weiteres Mal auf seine außerordentlichen Kräfte zurückzugreifen. Jesse und sein Vater Russell werden indes nach wie vor regelmäßig von Außerirdischen entführt. Schließlich kommt Jesse die Idee, sich an das US-Militär zu wenden, immerhin ist sein Vater Veteran. Er ist davon überzeugt, dass es irgendeine Sonderabteilung geben muss, welche die Besuche von außerirdischen Lebensformen untersucht. Tatsächlich gelangen sie schließlich über Umwege zu Colonel Crawford. Dieser ist nicht zuletzt an einem Implantat interessiert, dass den beiden von den Aliens im Kopf eingesetzt wurde…
Review:
In "Große Hoffnungen" werden, nach dem rund vierjährigen Jahressprung, in erster Linie die Handlungsstränge rund um Jacob, Jesse sowie Colonel Crawford fortgeführt. Trotz ihrer Versuche, ihn älter aussehen zu lassen, merkt man Anton Yelchin halt an, dass eben keine vier Jahre zwischen den Dreharbeiten vergangen sind; die sich gerade auch in diesem Alter halt schon extrem bemerkbar machen. Ich persönlich habe mich davon allerdings nicht wirklich stören lassen; einerseits, weil ich mich aufgrund seines tragischen und viel zu frühen Unfalltods über jedes Wiedersehen mit ihm freue, und andererseits, als mir seine Leistung hier, wie schon bei "Jacob und Jesse", wieder ausgesprochen gut gefallen konnte. Und auch das Dilemma rund um seine schwindenden Kräfte hatte es mir angetan – davon, dass er bei ihrer Verwendung sein leben riskiert, ganz zu schweigen. Trotz dieser Warnung des Aliens sieht er sich hier letztendlich eben dazu gezwungen, als ihn Howard Bowen und Marty Erickson aufspüren – sowohl um sich selbst zu retten, als auch die ihm helfende Lehrerin zu beschützen. Danach sind seine Kräfte nun jedoch ausgebrannt. In meinen Augen ein zweischneidiges Schwert: Zwar kann er nun ein normales Leben führen, aber falls die Jagd nach ihm doch wieder aufgenommen wird, fehlt ihm nun die Kraft, sich und andere zu verteidigen.
Parallel dazu sucht Jesse seinen Vater auf. Gemeinsam beschließt man, seinen Status als Veteran zu nutzen, um sich im Hinblick auf die regelmäßigen Entführungen durch Außerirdische ans US-Militär zu wenden. Auf dem Weg dorthin kommt es zu einem Zwischenfall in einem Diner, wo man den damals noch deutlich ausgeprägteren Rassenhass im Hinblick auf schwarze Mitbürger offen thematisiert – auch das durchaus ein Pluspunkt. Etwas überrascht war ich dann allerdings davon, wie Colonel Crawford mit ihnen umgegangen ist. Denn während sie dabei sind, die Hilfe des Militärs in Anspruch zu nehmen, ist er ja gerade auf der Suche nach glaubhaften Beweisen der Bedrohung durch Außerirdische, um den Präsidenten davon zu überzeugen, das Programm fortzuführen. Das hätte auf mich eigentlich wie eine Win-Win-Situation gewirkt, denn wer könnte wohl ein verlässlicherer Zeuge sein, als ein Veteran? Stattdessen ist Crawford voll und ganz darauf fixiert, dass die Aliens bei Vater und Sohn ein Objekt in den Schädel eingepflanzt haben. Die Szene, wo man versucht, dieses aus Russells Kopf zu entfernen, zählte zweifellos zu den Highlights der Folge, auch aufgrund der Art und Weise, wie Sergio Mimica-Gezzan (der zuletzt u.a. für "For All Mankind" im Einsatz war) diesen Moment inszenierte. Aber auch der brutale Ausgang des Experiments bleibt in Erinnerung; nicht zuletzt, wie der brennende Dr. Kreutz aus dem Haus läuft, vor Crawfords Wagen stehenbleibt, und – auf (wenn auch etwas gebrochenem) Deutsch – sagt "Alle Erinnerungen kommen auf einmal. Alle Erinnerungen und alle Ängste.". Am Ende hält Crawford – natürlich – nicht sein Wort gegenüber Russell, sondern behält Jesse in Gewahrsam – woraufhin dieser jedoch von den Außerirdischen entführt und damit möglicherweise auch befreit wird. Vor allem aber offenbarte man am Ende, dass Russell nicht im Feuer umkam, sondern offenbar ebenfalls von ihnen gerettet wurde.
Doch zurück zu Crawford: Sein Wortbruch am Ende gegenüber Russell ist nämlich längst nicht seine abscheulichste Tat in "Große Hoffnungen". Ich bleibe dabei: In ihm hat man hier einen wirklich großartigen Bösewicht geschaffen – und das gilt für Autorin Leslie Bohem ebenso wie seinen Darsteller Joel Gretsch. Bereits am Ende der letzten Folge zeichneten sich Spannungen zwischen ihm und seiner Frau ab. Zu Beginn von "Große Hoffnungen" ertränkt sie ihren Kummer in Alkohol – was sie jedoch zunehmend unberechenbar macht. Als es ihr gelingt, in seinen Safe einzubrechen, und ihren beiden Söhnen das Artefakt eine UFOs zeigt, ist für Owen klar, was er tun muss – und es war insbesondere dieser Moment den Erkenntnis, den Gretsch wirklich fantastisch gespielt hat. Danach kommt, was kommen musste: Er entledigt sich nicht nur seiner Frau, sondern auch seines zuvor gegen ihn aufgebehrenden Untergebenen Howard Bowen. Und als man denkt, noch mehr könnte er in unserer Gunst nun nicht mehr fallen, setzt er sich mit seinen Söhnen hin, und lügt sie ohne mit der Wimper zu zucken an. Ich mein, schon klar, er konnte ihnen ja schlecht die Wahrheit sagen. Aber die Leichtigkeit, mit der er das tut – und vor allem auch sein völliger Mangel an Reue oder Bedauern – erschüttert dann doch.
Fazit:
"Große Hoffnungen" bot durchaus wieder einige interessante Entwicklungen und/oder Offenbarungen. Neuerlich hatte es mir vor allem die Jacob-Storyline angetan, wobei diese hier im Vergleich zu "Jacob und Jesse" deutlich weniger Zeit einnimmt. Aber auch alles rund um Owen Crawford war stark – insbesondere dann das Ende, wo er kaltblütig seine Frau und seinen Untergebenen ermordet, und dann seine Söhne mit erschütternder Leichtigkeit anlügt. Trotz der durchaus netten Art und Weise, wie der Handlungsstrang mit Russell und Jesse hier mit jenem von Crawford verschmolz, sowie einzelner starker Momente – wie der Auseinandersetzung im Diner, insbesondere aber die Operationsszene – blieb ihre Geschichte für mich auch hier wieder das Schlusslicht. Und kleinere Längen haben sich schon auch wieder eingeschlichen. Insgesamt konnte mir aber auch "Große Hoffnungen" gut gefallen.