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Twin Peaks - 2x12: Die schwarze Witwe Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) ABC

Originaltitel: The Black Widow
Episodennummer: 2x12
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 12. Januar 1991
Erstausstrahlung D: 28. Dezember 1991
Drehbuch: Harley Peyton & Robert Engels
Regie: Caleb Deschanel
Besetzung: Kyle MacLachlan als Special Agent Dale Cooper, Michael Ontkean als Sheriff Harry S. Truman, Madchen Amick als Shelly Johnson, Dana Ashbrook als Bobby Briggs, Richard Beymer als Benjamin Horne, Sherilyn Fenn als Audrey Horne, Lara Flynn Boyle als Donna Hayward, Warren Frost als Dr. Will Hayward, Peggy Lipton als Norma Jennings, James Marshall als James Hurley, Everett McGill als Big Ed Hurley, Jack Nance als Pete Martell, Kimmy Robertson als Lucy Moran, Joan Chen als Jocelyn Packard, Piper Laurie als Catherine Martell, Harry Goaz als Deputy Andy Brennan, Michael Horse als Deputy Tommy 'Hawk' Hill, Ian Buchanan als Dick Tremayne, James Booth als Ernie Niles, David Duchovny als DEA Agent Dennis/Denise Bryson, Robyn Lively als Lana Budding Milford, Tony Burton als Colonel Riley, Wendy Robie als Nadine Hurley, Don S. Davis als Maj. Garland Briggs, Charlotte Stewart als Betty Briggs, Tony Jay als Dougie Milford, Gary Hershberger als Mike Nelson, Annette McCarthy als Evelyn Marsh, Nicholas Love als Malcolm Sloan, Ron Taylor als Coach Wingate, John Apicella als Jeffrey Marsh, John Boylan als Mayor Dwayne Milford, Joshua Harris als Nicky, Geraldine Keams als Irene Littlehorse, Molly Shannon als Judy Swain u.a.

Kurzinhalt: Nachdem er ihm zuvor die kalte Schulter zeigte, lädt Benjamin Horne Bobby Briggs nun doch noch zu sich ins Büro ein. Es geht ihm jedoch gar nicht um dessen Erpressungsversuch, vielmehr versucht er, ihn im Kampf gegen Hank Jennings und Jean Renault auf seine Seite zu ziehen. Als Bobby sein Büro verlässt, stürmt die frisch vermählte Lana Milford in völlig aufgelöstem Zustand durch den Korridor. Der Grund für ihren Schock: Dougie ist in der Hochzeitsnacht gestorben. Als dessen Bruder Dwayne davon erfährt, ist er davon überzeugt, dass er von Lana vorsätzlich umgebracht wurde, und verlangt, dass Sheriff Truman die Ermittlungen aufnimmt. Allerdings scheint es Lana mühelos zu gelingen, alle Männer um sie herum um den Finger zu wickeln. Dale Cooper erwägt indes, sich in Twin Peaks niederzulassen, und lässt sich von einer Immobilienmaklerin ein Haus zeigen. Bei der Besichtigung stoßen sie auf Hinweise, die ihn im Hinblick auf die Drogenvorwürfe entlasten könnten. Dick Tremayne befürchtet indes, dass der kleine Junge dessen Fürsorge er übernommen hat seine Eltern ermordet hat – und er der nächste sein könnte. Und Major Briggs kehrt mit einer unheilverkündenden Warnung zurück…


Review: Episodenbild (c) ABC "Die schwarze Witwe" setzt den Durchhänger zur Mitte der zweiten Staffel leider ungehindert fort. Aus meiner Sicht erklärt dieser auch, warum der Serie zunehmend die Zuschauer davongelaufen sind. Es ist in meinen Augen nämlich auch weniger die Auflösung des Mordes an Laura Palmer. Ich bin davon überzeugt, "Twin Peaks" hätte das locker überstehen können – wenn man nur ein mindestens ähnlich interessantes Mysterium gefunden hätte, dass an seinen Platz rückt. Denn aus meiner Sicht leiden diese Episode und jene davor nicht "nur" daran, dass zu wenig (interessantes) geschieht, und man im Hinblick auf die wirklich spannenden Dinge den Eindruck hat, dass einfach nichts weitergeht. Es ist vor allem auch das Fehlen eines klaren Ziels – einer Antwort, auf die man zusteuert – die dem Mittelteil der zweiten Staffel in meinen Augen so enorm schadet. Denn ja, die erste Season hatte ebenfalls einen Durchhänger in der Mitte – bot aber eben auch die Aussicht darauf, dass der Mord an Laura Palmer eines Tages aufgeklärt wird. Ein solcher Köder, mit dem uns die Serie an der Stange halten könnte, fehlt aktuell.

Was allerdings natürlich ein deutlich kleineres Problem wäre, wenn (mich) das was hier geschieht mehr ansprechen und interessieren würde (dann bräuchte es nämlich auch nicht irgendetwas, worauf die Serie zusteuert, und das mich bei Laune hält). Natürlich kann man nicht behaupten, dass sich überhaupt nichts tun würde. Nicht zuletzt der Tod von Dougie Milford in der Hochzeitsnacht, und die völlig schockierte und aufgelöste Reaktion von Lana darauf, sticht durchaus hervor. … bringt zugleich genug (zugleich unschuldig als auch magnetische) Anziehung mit, dass es glaubwürdig (wenn auch ganz bewusst humorvoll überzeichnet) wirkt, dass sie allen Männern um sie herum den Kopf verdreht. Als Nebenplot zu irgendetwas anderem hätte mir das durchaus gut gefallen könnten; stattdessen stand es ziemlich im Mittelpunkt. Zu allem Überfluss fällt dann leider auch der bislang verlässliche Dale-Handlungsstrang ziemlich ab. Wie dieser just jenes Haus zur Besichtigung auswählt, wo dann die Drogen gefunden werden, soll wohl den Mystery-Aspekt verstärken, wirkte auf mich aber eher sehr konstruiert. Und alle anderen Storylines – Dick/Nicki, Ben/Billy gegen Hank/Jean, alles rund um Nadine, das Gespräch zwischen Big Ed und Norma, und nicht zuletzt James – haben mich bestenfalls nicht interessiert, und schlimmstenfalls richtiggehend genervt. Nur zwei Lichtblicke gibt es. So fand ich die beiden Szenen von Denise wieder ausgesprochen nett. Vor allem aber hatte es mir die plötzliche Rückkehr von Major Briggs am Ende angetan. Trotz meiner Enttäuschung mit den knapp fünfundvierzig Minuten davor gelang es seinen unheilverkündenden Worten am Ende auch, wieder mein Interesse an der nächsten Folge zu wecken. Inhaltlich hätte man diese und die Episode davor aber zu einer Folge kürzen können, ohne etwas Wichtiges und/oder Interessantes zu verlieren.

Fazit: Episodenbild (c) ABC Es ist unbestreitbar, dass nach der Auflösung des Mordes an Laura Palmer bei "Twin Peaks" ein bisschen die Luft draußen war. Ähnlich wie zur Mitte der ersten Staffel verliert man die Thriller- und Mystery-Aspekte zu sehr aus den Augen, und rückt die Drama- und Seifenopern-Elemente zu sehr in den Mittelpunkt. Der zweiten Staffel fehlt eben noch dazu, im Gegensatz zur ersten, das klare Ziel, auf das man hinsteuert – dies hätte es leichter gemacht, den aktuellen Durchhänger zu durchtauchen. Jedenfalls gab es (auch) in "Die schwarze Witwe" wieder zu viele Handlungsstränge, die mich wenig bis gar nicht interessierten, und vereinzelt sogar richtiggehend nervten, während parallel diesmal leider selbst die bislang verlässliche Storyline rund um Agent Cooper Federn lassen musste. Gut gefielen mir in erster Linie die Szenen rund um die titelspendende schwarze Witwe, der neuerliche Auftritt von David Duchovny als Denise, und insbesondere das Finale rund um die plötzliche und unerwartete Rückkehr von Major Briggs – die mir auch Hoffnung macht, dass nun das Schlimmste überstanden ist.

Wertung: 2 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © ABC)







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