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Rückkehr zum Planet der Affen Drucken E-Mail
Der Roman zur ersten Film-Fortsetzung Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 26 Juli 2026
 
Titel: "Rückkehr zum Planet der Affen"
Originaltitel: "Beneath the Planet of the Apes"
Bewertung:
Autor: Michael Avallone
Übersetzung: Walter Brumm & Christian Dröge
Umfang: 185 Seiten (D)
Verlag: Apex-Verlag (D, Neuauflage)
Veröffentlicht: 31. August 2018 (D, Neuauflage)
ISBN: 978-3-3746-7586-3 (D), 978-0-099-57897-0 (E)
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D)
 

Kurzinhalt: Der Astronaut George Taylor, der einzige Überlebende des abgestürzten Raumschiffs, hat festgestellt, dass es sich beim vermaledeiten Planeten der Affen auf den es ihn verschlagen hat vielmehr um die Erde handelt, und er somit nicht durch Raum, sondern vielmehr Zeit gereist ist. Die menschliche Zivilisation hat sich selbst vernichtet, und so einer Gesellschaft der Affen Platz gemacht. Nach dieser erschütternden Erkenntnis begibt er sich zusammen mit seiner stummen Begleiterin Nova in die Verbotene Zone – wo er dann auf einmal vor ihren Augen spurlos verschwindet. Verwirrt und verängstigt, macht sich Nova daran, wieder zur Stadt der Affen zurückzukehren, um Hilfe von Cornelius und Zira zu erhalten. Auf dem Weg dorthin stößt sie jedoch auf einen anderen Astronauten. Das Raumschiff von John Brent, welches als Rettungsmission für die verlorene Crew rund um George Taylor losgeschickt wurde, ist in die gleiche Zeitverwerfung geraten. Brent hat den Absturz als einziger überlebt, und findet sich nun so wie zuvor Taylor in einer verkehrten Welt wieder – die noch dazu auf einen Krieg zusteuert…

Review: Wie ihr vermutlich mittlerweile wisst, habe ich ein Faible für sogenannte "novelizations", also Romane, die zumeist auf den Drehbüchern (und nicht den Filmen selbst) basieren, und üblicherweise zeitnah (früher nicht selten sogar noch vor) vor dem Kinostart des Films veröffentlicht wurden. Nachdem ich zuletzt überwiegend im Superhelden-Genre unterwegs war, wende ich meinen Blick nun auf das reichhaltige entsprechende Angebot des deutschen Apex-Verlags, die im Zuge ihrer Science Fiction-Reihe zahlreiche solcher seit Jahren vergriffene "novelizations" neu übersetzt (wieder) auf den deutschsprachigen Markt bringen. Den Anfang macht Michael Avallones Roman zu "Rückkehr zum Planet der Affen", der erste Filmroman, zur "Planet der Affen"-Reihe erschienen ist; immerhin basierte der erste Teil ja auf dem Roman von Pierre Boulle, weshalb es – trotz aller Änderungen – wohl etwas seltsam angemutet hätte, einen solchen bereits zu diesem zu veröffentlichen. Neben meiner allgemeinen Erwartungshaltung an diese Romane – dabei nicht zuletzt, nach Unterschieden zwischen ihnen und dem fertigen Film zu suchen; was für mich bei ihnen immer einen ganz besonderen Reiz ausmacht – erhoffte ich mir von "Rückkehr zum Planet der Affen" vor allem auch einen tieferen Einblick in die Figuren, und hier insbesondere eine Antwort auf die Frage, was zur Hölle in Taylor am Ende vorging, so dass er, wenige Wochen nachdem er die Menschheit für die Vernichtung des Planeten verdammend vor der zur Hälfte im Sand versunkenen Freiheitsstatue auf die Knie gesunken ist, hier nun das Ende der Welt selbst auslöst. Was, wie in meinem Review zum Film nachlesen lässt, trotz meiner grundsätzlichen "Freude" über den tragisch-düsteren Ausgang zu meinen größten Kritikpunkten am Film gehörte. Insofern hatte ich wirklich gehofft, dass dem Roman gelingen würde, woran der Film scheiterte: Mir seine Beweggründe bzw. generell seine Entwicklung näher zu bringen, so dass dieses Ende wie die logische Konsequenz wirkt, und nicht erzwungen (damit man halt das gewünschte tragisch-verheerende Ende präsentieren konnte).

Was diesen sehr spezifischen Punkt betrifft, konnte der Filmroman keine Hoffnung/Erwartung leider nicht erfüllen, denn auch in Michael Avallones Buch bleibt eben diese Frage unbeantwortet. Generell beschränkt er sich größtenteils darauf, die Ereignisse aus Drehbuch bzw. Film wiederzugeben, und geht im Hinblick auf die Figuren kaum bis gar nicht in die Tiefe. Hier lässt er somit viel an Potential liegen. Und dann ist da das Problem, vor dem jeder Autor eines solchen Werks steht: Er ist natürlich an den Handlungsverlauf des Films/Drehbuchs gebunden, und übernimmt damit unweigerlich sowohl dessen Stärken als auch Schwächen. Letzteres betrifft im Falle von "Rückkehr zum Planet der Affen" nicht zuletzt den Aspekt, dass es sich nach dem Prolog rund um Taylor beim Film für längere Zeit quasi um eine Wiederholung des ersten Teils handelt. Wieder landet ein Astronaut in der fernen Zukunft, wird mit einer degenerierten Menschheit auf der einen, und eine sie brutal unterdrückenden Affenzivilisation auf der anderen Seite konfrontiert. Das einzige, was die "Reisen" von Taylor und Brent unterscheidet, ist dass ersterer erst ganz am Ende erfuhr, dass er sich die ganze Zeit auf der Erde befand, während Brent dies relativ früh klar wird. Davon abgesehen ist dieser Teil des Films/Roman aber dem Vorgänger zu ähnlich. Immerhin, der Kritikpunkt, dass James Franciscus so wirkt, als habe jemand Charlton Heston auf Wish bestellt, entfällt hier. Mit gerade mal 185 Seiten ist der Roman zudem kurz genug, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Zumal es Avallone durchaus auch versteht, eine Geschichte packend und gut formuliert auf Papier zu bringen. Etwas, das von der deutschen Übersetzung (soweit sich das ohne Kenntnis der Vorlage beurteilen lässt) auch gut ins Deutsche gerettet wird. Umso bedauerlicher sind die Fehler, die sich hier eingeschlichen haben, sei es im Schriftbild (nicht selten kommt es mitten in seinem Satz zu einem Absatzwechsel), oder auch Tippfehlern im Text – wobei sich zum Ende hin vor allem die ständige Wiederholung von "der Schwarzer" (statt "der Schwarze"; vermeintlich ein suchen/ersetzen-Fehler) negativ bemerkbar macht. Und generell regen sich zugegebenermaßen stellenweise leider Zweifel am – vermeintlich durch Mina Dörge erfolgten – Lektorat. Ähnlich wie das wenig erbauliche, beliebig wirkende und in schlechter Auflösung gedruckte Cover-Motiv merkt man dem Buch hier an, dass es sich bei Apex um ein vergleichsweise kleines Verlagshaus handelt. Angesichts der Art und Weise, wie sie längst vergriffene Bücher wieder verfügbar machen, sind diese Mankos – für mich – aber locker zu verschmerzen.

Fazit: Der Roman "Rückkehr zum Planet der Affen" hält für mich das Niveau des zugrundeliegenden Films (bzw. Drehbuch), kommt über diesen aber in meinen Augen nicht hinaus. Dies in erster Linie deshalb, als mir Michael Avallones Schreibstil grundsätzlich zwar durchaus gefallen konnte, er es aber leider verabsäumt im Hinblick auf die Story und insbesondere die Figuren mehr in die Tiefe zu gehen. Kritisch sehe ich dies vor allem beim Ausgang des Geschehens, da ich wirklich erhoffte, dass es ihm möglich sein würde, das zu schaffen, woran der Film scheiterte: Mir Taylors Wahnsinnstat am Ende begreiflich/verständlich zu machen. Davon abgesehen teilt sich seine Adaption des Drehbuchs – eben auch, weil er diesem sehr nah und treu folgt – die Stärken und Schwächen des Films. Abseits der Tatsache, dass es Taylor ist, der am Ende auf den Knopf drückt, betrifft ersteres insbesondere den düster-bedrückenden Ausklang des Geschehens, während sich letzteres nicht zuletzt darauf bezieht, dass die Story über rund die Hälfte der Laufzeit bzw. Seitenzahl wie eine Wiederholung des ersten Films wirkt. Was bleibt, ist ein Roman bzw. Film mit guten, interessanten Ansätzen, der jedoch eher wie ein Epilog denn eine vollwertige, eigenständige Geschichte wirkt.

Bewertung: 2/5 Punkten
Christian Siegel
(Cover © 2018 Apex-Verlag)





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