Originaltitel: Nobody's Hero Episodennummer: 1x07 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 25. Mai 2026 Drehbuch: Bruce Marshall Romans Regie: Greg Yaitanes Besetzung:
Nicolas Cage als Ben Reilly/The Spider,
Lamorne Morris als Robbie Robertson,
Li Jun Li als Cat Hardy,
Karen Rodriguez als Janet Ruiz,
Abraham Popoola als Lonnie Lincoln/Tombstone,
Jack Huston als Flint Marko/Sandman,
Brendan Gleeson als Silvermane,
Andrew Lewis Caldwell als Dirk Leyden,
Michael Kostroff als Mayor Morris,
Scott MacArthur als Perry,
Joe Massingill als Pudge,
Randy Oglesby als Chief McNamara,
Michael Patrick McGill als Eamon,
Chrystee Pharris als Alice,
Sean Spann als Counter,
Christopher Carroll als Mr. Noble/Older Man u.a.
Kurzinhalt:
Ben Reilly hat den Überfall von Silvermane und seinen mit Superkräften ausgestatteten Handlangern auf das Labor von Dr. Faber unbeschadet überstanden. Mehr noch, es gelang ihm im Zuge seiner Flucht, ein kleines Gläschen von jenem Heilmittel, dass sie mit Hilfe seines DNS-Materials vor ihrem Tod herstellen konnte, zu entkommen. Nun muss er entscheiden, was er damit tun soll. Während er überlegt, es zu sich zu nehmen und damit sein Superhelden Alter Ego, die Spinne, ein für alle Mal hinter sich zu lassen, wird er von anderen Leuten in der Bar angestänkert, woraufhin es zu einem Kampf kommt. Danach redet ihm Robbie Robertson ins Gewissen, da er der Einzige ist, der Lonnie Lincoln, Flint Marko und Dirk Leyden aufhalten – und heilen – kann…
Review:
In "Niemandes Held" hadert Ben Reilly mit seinen Kräften – und seinem Schicksal. Zwar hat er bereits nach dem Tod seiner geliebten Ruby das Spinnenkostüm für eine lange Zeit an den Nagel gehängt, und mit seinem Superheldendasein abgeschlossen. Aber erst jetzt, mit dem Heilmittel von Dr. Faber, hat er die Gelegenheit, sich dieses – aus seiner Sicht – Fluchs ein für alle Mal zu entledigen. In Abwandlung des berühmten Spruchs: Ohne Macht auch keine Verantwortung. Die Begegnung in der Bar ist dabei sicher auch nicht hilfreich, als die Halbstarken über die Spinne stänkern. Und für diese Leute soll er seinen Hals riskieren, und seine Chance auf ein glückliches Leben verfliegen lassen? Diese Konfrontation führt jedenfalls zur besten Szene der Folge, als Ben die Bar verlässt, sich in der Seitengasse in die Spinne verwandelt, und eine betrunkene Spinne in die Bar zurückkehrt, um die Stänker aufzumischen. Dies in erster Linie, weil der Kampf sehr gut inszeniert war, da Regisseur
Greg Yaitanes darauf achtete, mit so wenig Schnitten wie möglich auszukommen.
Die zweitbeste Szene von "Niemandes Held" folgte unmittelbar darauf, mit dem offenherzigen Gespräch zwischen Ben und Robbie, wo er eben auch den oben erwähnten Gedanken im Hinblick auf Macht und Verantwortung zum Besten gibt. Und doch lässt er sich schließlich von ihm und Janet – die schon lange von seinem Doppelleben wusste – dazu überreden, erst dann eine Entscheidung zu treffen, wenn er sich um die aktuelle Bedrohung durch die für Silvermane arbeitenden Super-Handlanger gekümmert hat, und diese damit zugleich von ihrem Leid erlöst. Sein erstes Ziel ist Lonnie Lincoln aka Tombstone, wo er sich allerdings beim Duell ein bisschen gar doof anstellt, weil dass er die Spritze nicht einfach so in dessen Haut jagen kann, hätte er sich ja denken können. Dessen ungeachtet, die Szene, wo Robbie ihm diese dann ins Auge stößt, tat beim Ansehen ungemein weh. Das war nun echt böse. Parallel dazu zeichnet sich eine Versöhnung zwischen Cat und Flint ab – und damit auch, dass aus Bens erhofftem Happy End mit ihr nichts werden wird. Zuletzt sei auch noch die coole Verwendung des Split Screens – insbesondere dann am Ende – erwähnt. Der kam bereits in der letzten Folge zur Anwendung, dort habe ich es aber verabsäumt, es lobend hervorzuheben, weshalb es hier nun bei nächster Gelegenheit nachgeholt sei. Trotz dieser guten bis sehr guten Momente fand ich "Niemandes Held" aber nicht ganz so stark wie die Folge davor, und insgesamt doch eher "nur" ok. Auch, weil ich das Erzähltempo hier wieder ein bisschen schleppend fand. Mit Silvermanes abschließendem "Get me Ben Reilly" ist aber jedenfalls die Grundvoraussetzung für ein spannendes Staffelfinale gegeben.
Fazit:
Der Kampf in der Bar war sehr cool inszeniert, vor allem auch, da er mit wenigen Schnitten auskam. Auch Bens Zwiespalt im Hinblick auf seine Superkräfte und sein Alter Ego, die Spinne, hatte es mir durchaus angetan, wobei mir vor allem die Abwandlung des klassischen Spruchs "Aus großer Kraft folgt große Verantwortung" gefiel. Und auch die Versöhnung zwischen Cat und Flint, die wiederum ein Unhappy End für Ben bedeuten dürfte, stach hervor. Dennoch: So richtig mitgerissen hat mich "Niemandes Held" nicht, und insgesamt fand ich die Folge davor – in erster Linie aufgrund des wunderbar surrealen Traums – doch eine Spur stärker. Mal schauen, was das Staffelfinale zu bieten hat.