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Star City - 1x08: Wölfe Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Apple TV+

Originaltitel: The Wolves
Episodennummer: 1x08
Bewertung:
Weltweite Internet-VÖ: 10. Juli 2026 (Apple TV+)
Drehbuch: Ben Nedivi & Matt Wolpert
Regie: Jamie Payne
Besetzung: Rhys Ifans als The Chief Designer, Anna Maxwell Martin als Lyudmilla Raskova, Agnes O'Casey als Irina Morozova, Alice Englert als Anastasia Belikova, Solly McLeod als Sasha Polivanov, Adam Nagaitis als Valya Mironov, Ruby Ashbourne Serkis als Tanya Mironova, Josef Davies als Sergei Nikulov, Priya Kansara als Lakshmi Chadha, David Dencik als Maxim Tarasov, Ellie Piercy als Galina, Felix Scott als Radimir Petrovsky, Corin Silva als Lieutenant Timur Salamov, Sam Troughton als Andrei Stepanov, Joe Layton als Anatoly Frolov, Adam Long als Valery Kamalov, Fadily Camara als Celine, Christopher Sherwood als Controller, Gyuri Sarossy als Director of Operations u.a.

Kurzinhalt: Die Verena – jenes Raumschiff, das vom Chief Designer und seiner kleinen Crew an Vertrauten im Geheimen, und gegen den Willen des russischen Regimes, in Richtung Venus geschickt wurde – hat die Einmischung von Colonel Roskova doch unbeschadet überstanden, und ist nun auf dem Rückflug zur Erde. Während Valya Mironov im Verlauf der Mission sein Leben geben musste – und als erster Mensch auf unserem Nachbarplaneten gelandet ist – sind Sasha Polivanov und Lakshmi Chadha noch am Leben. Nun gilt es einerseits, für ihre sichere Landung zu sorgen, zugleich aber auch zu verhindern, dass sie Colonel Roskova und ihren Wölfen des KGB in die Hände fallen, und für die nicht genehmigte Mission bestraft werden. Daran arbeitet der Chief Designer mit seinem besten Freund und engsten Vertrauten Sergei Nikulov. Doch dank Irina Morozova ist ihnen Lyudmilla Raskova dicht auf den Fersen…


Review: Episodenbild (c) Apple TV+ Zu Beginn von "Wölfe" ging es mir leider ein bisserl so wie Taylor, wenn er am Ende von "Planet der Affen" ob des Anblicks der Freiheitsstatue zusammenbricht, mit den Knien im Sand versinkt, und vor lauter Verzweiflung schreit ""You Maniacs! You actually did it! Ah, damn you! God damn you all to hell!" (und ja, ich weiß, ich habe das Zitat jetzt bewusst ein bisschen abgewandelt; es sei mir verziehen). Denn, wie in meinem Review zu "Unter der Oberfläche" schon erwähnt: Die Andeutung dort, dass die Verena doch nicht vernichtet wurde, schmeckte mir überhaupt nicht. Und hier wird nun aus der Befürchtung Gewissheit. Damit befinde ich mich bei einer Serie im "For All Mankind"-Universum wieder einmal im krassen Widerspruch zu jener Reaktion, welche die Macher vermeintlich beabsichtigten – ähnlich wie zum Ende der vierten Staffel der Ur-Serie, wo ich den Eindruck hatte, dass wir im Hinblick auf den Plan, den Goldlöckchen-Asteroiden im Orbit des Mars einzufangen, auf Seiten von Ed und Dev stehen sollten – was bei mir nicht der Fall war. Hier ist es ähnlich: Ein wohl erhebend gedachter Moment stürzte mich vielmehr ins Tal der Verzweiflung.

Mein Hauptkritikpunkt an dieser Wendung: Es ruiniert das Ende von "Eine Nadel im Heuhaufen" – und damit zugleich den für mich besten und stärksten Moment der Serie bislang. Genau genommen müsste ich die Folge rückblickend eigentlich abwerten; stattdessen erhält nun "Wölfe" den Strafzuschlag dafür. Überhaupt kein Freund war ich auch davon, wie man im Hinblick damit, dass man bei "For All Mankind" von dieser Mission nie etwas gehört hat, umgeht. Zugegeben, es ist ja nicht das erste Mal, dass eine Mission von einer Großmacht geheim gehalten wird. Man denke an die Offenbarung, dass vielmehr Nordkorea die ersten auf dem Mars waren. In diesem spezifischen Fall, wo doch einige Menschen davon wussten – und am Ende ja auch noch die indische Astronautin entkommt – überzeugt es mich aber halt leider überhaupt nicht. Schlimmer noch: Wenn Colonel Raskova sagt "There was no mission. It never happened", weckte das bei mir unliebsame Erinnerungen an das völlig bescheuerte Ende der zweiten "Discovery"-Staffel. All dies führte dazu, dass ich mit Sasha, Lakshmi und in weiterer Folge auch Anastasia nicht mitfieberte, weil mich diese Wendung einfach nur genervt hat. Als i-Tüpfelchen fand ich dann auch den Ablauf der letzten Minuten bescheuert. Dass Anastasia zuerst gerade in der Sekunde rechtzeitig kommt, um den beiden die Flucht zu ermöglichen, wäre schon schlimm genug gewesen. Aber das Sasha dann auch noch zurückbleibt – puh. Ich weiß schon, es soll uns zeigen, wie tief empfunden ihre Liebe mittlerweile ist (was ich im Hinblick darauf, dass sie als arrangierte Ehe begann, und solche somit ansatzweise legitimieren könnte, schon problematisch genug fände). Allerdings macht es letztendlich ihren Einsatz – und ihr Opfer – sinnlos.

Episodenbild (c) Apple TV+ All dies ist umso bedauerlicher, als mich die Venus-Mission ohne diese Kritikpunkte (einerseits die Revidierung der dramatischen Wendung aus "Eine Nadel im Heuhaufen", aber auch die Verrenkungen im Hinblick auf die Geheimhaltung, die erklärt, warum wir bei "For All Mankind" nie etwas davon erfahren haben) wirklich hätte begeistern können. Angefangen bei der notwendigen Kurskorrektur, um die Mission doch noch zu einem erfolgreichen Ende zu bringen, über Valyas Opfer, bis hin zum kurzen Blick auf die Oberfläche der Venus an sich. Vor allem letzteres fand ich einfach nur grandios – und hätte ich unter anderen Umständen so richtig genießen können. Aber auch alles rund um den Chief Designer sowie seinen engen Freund Sergei war stark. Schade fand ich allerdings, dass Irina in dieser letzten Folge der ersten Staffel doch ziemlich in den Hintergrund gerückt ist. Und den Cliffhanger rund um Tanya in Paris fand ich auch nur bedingt effektiv. Jedenfalls muss ich leider sagen, dass ich nach meiner Enttäuschung mit "Wölfe" wohl auch ohne eine zweite Staffel auskommen würde.

Fazit: Mit "Wölfe" haben sich Ben Nedivi und Matt Wolpert in meinem Fall leider wieder einmal verkalkuliert. Was von ihnen als erhebender Moment gedacht war – die Offenbarung, dass Sasha und Lakshmi an Bord der Verena überlebt haben, und auf dem Weg zur Erde sind – halte ich vielmehr für ihren schwersten Fehler der ersten "Star City"-Staffel, da es die mit Abstand stärkste Szene der Serie bislang rückblickend völlig ruiniert. Aber auch im Hinblick darauf, dass diese Mission – erfolgreich – vor der Welt geheim gehalten wurde, zog es mir alles zusammen. Und Anastasias Einsatz am Ende war aufgrund von Sashas dämlicher Entscheidung ebenfalls völlig sinnlos. Schade ist all dies nicht zuletzt auch deshalb, als ich aus dem größeren Kontext losgelöst die Szenen rund um die Venus-Mission echt fantastisch fand. Aber auch mit dem Chief Designer und/oder Sergei habe ich durchaus mitgelitten. Diese mir überhaupt nicht schmeckenden Entwicklungen haben mir aber "Wölfe" – und leider rückwirkend auch einen Großteil der ersten Staffel – doch ansatzweise ruiniert. Ewig schade!

Wertung: 2 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2026 Apple TV+)







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