Originaltitel: Jacob and Jesse Episodennummer: 1x02 Bewertung: Erstausstrahlung US: 03. Dezember 2002 Erstausstrahlung D: 13. November 2003 Drehbuch: Leslie Bohem Regie: Breck Eisner Besetzung:
Julie Benz als Kate Keys,
Steve Burton als Captain Russell Keys,
Catherine Dent als Sally Clarke,
Dakota Fanning als Allie Keys,
Willie Garson als Dr. Kreutz,
Jason Gray-Stanford als Howard Bowen,
Joel Gretsch als Lt. Colonel Owen Crawford,
John Hawkes als Marty Erickson,
Tina Holmes als Anne Crawford,
Ryan Hurst als Tom Clarke - Adult,
Chad Morgan als Becky Clarke - Adult,
Anton Yelchin als Jacob Clarke - Child,
James Kirk als Jesse Keys - Teen,
Kevin Durand als Homeless Bloke on Train,
Philip Granger als Irish Dave on Train,
Malcolm Stewart als Dr. Peter Quarrington,
Ian Tracey als Bill Walker,
Connor Widdows als Jesse Keys at 7 years,
Brenda James als Dr. Ellen Greenspan,
Laurie Murdoch als Researcher,
Lachlan Murdoch als Travis u.a.
Kurzinhalt:
Zehn Jahre sind seit dem Absturz des UFOs in Roswell, New Mexico vergangen – und sehr zum Frust von Colonel Owen Crawford, der die Leitung der wissenschaftlichen Forschungsabteilung übernommen hat, ist man bei der Erforschung der außerirdischen Technologie noch keinen entscheidenden Schritt weitergekommen. Davon, sie zu replizieren, ganz zu schweigen. Man zieht daraufhin den deutschen Wissenschaftler Dr. Kreutz hinzu. Dieser hegt die Vermutung, dass das UFO mit der Kraft der Gedanken gesteuert wird. Ein erster Versuch mit einem Zwillingspaar, welches angeblich über eine starke mentale Verbindung verfügt, schlägt jedoch fehl – woraufhin Colonel Crawford die Suche nach anderen, noch stärkeren Talenten aufnimmt. Dabei kommt ihm schließlich das Bild von Sally Clarke und ihrem neunjährigen Sohn unter. Er hegt den Verdacht, dass dieser vom außerirdischen Besucher abstammen könnte – und somit genau über jene Fähigkeiten verfügen könnte, die er benötigt. Bei einer UFO-Convention stellt er dann schließlich Kontakt zu Sally her. Parallel dazu muss Captain Russell Keys erkennen, dass nun – nachdem er bereits jahrelang von Außerirdischen entführt wird – auch sein Sohn Jesse Opfer von Alien-Entführungen und ihren schrecklichen Experimenten wird…
Review:
Zwischen den ersten Episoden kommt es nun, um die Brücke zur damaligen Gegenwart zu schlagen, immer wieder zu Zeitsprüngen; in diesem Fall sind es rund zehn Jahre, die zwischen "Hinter dem Himmel" und "Jacob und Jesse" (abseits des fünf Jahre zuvor angesiedelten Prologs, in dem Jesse von einem ziemlich mies CGI-animierten Eichhörnchen nach draußen – und ins Raumschiff – gelockt wird; für mich übrigens eine höchst spannende Parallele zu "Disclosure Day") vergangen sind. Wie der Titel schon verrät, liegt der Schwerpunkt dabei auf den beiden knapp zehnjährigen Kindern Jacob und Jesse, die im Hinblick auf die Außerirdischen sehr unterschiedliche Erlebnisse haben. Während Jacobs Vater einen überaus sanftmütigen Eindruck machte, und er dank diesem mit übernatürlichen Fähigkeiten geboren wurde – die er u.a. dazu nutzt, einen Bully zu verscheuchen, und später auch, um Crawford zu entkommen – wird Jesse, wie sein Vater, von ihnen entführt, und in ihren Experimenten erbarmungslos traktiert. Es ist mindestens zwanzig Jahre her, seit ich die Serie gesehen habe, insofern kann ich mich nicht mehr erinnern – und bin dementsprechend schon sehr gespannt, wie man diesen Widerspruch auflösen wird.
Grundsätzlich hat mir von den drei zentralen Handlungssträngen (der dritte gehört eben Crawford; dazu gleich noch) alles rund um Jacob am besten gefallen. Einerseits aufgrund der telepathischen Fähigkeiten, die er zur Schau stellt, und andererseits aufgrund des Castings, wurde die Rolle doch mit dem viel zu früh verstorbenen Anton Yelchin besetzt, der (so wie später in der Serie dann auch noch Dakota Fanning) hier in jungen Jahren bereits sein großes Talent erkennen ließ. Er schaffte es mühelos, dass ich zu seiner Figur eine Bindung aufbaute, und dementsprechend mit ihm mitfühlte. Obwohl das, was mit ihm passiert, fast noch mehr dazu einladen würde, ging es mir bei Jesse leider nicht ganz so. Zwar ist James Kirk auch keinesfalls schlecht, ähnlich verbunden wie Jacob fühlte ich mich ihm aber leider nicht. Aber auch die Story seines Serienvaters Steve Burton wollte mich irgendwie nicht so recht ansprechen. Am besten fand ich an diesem Handlungsstrang tatsächlich noch die Begegnung mit dem anderen Tramper; vor allem, da es für Kevin Durand eine doch eher ungewöhnliche Rolle war, in der er für mich aber wunderbar funktioniert hat. Dennoch, neben dem Jacob-Handlungsstrang war es in erster Linie wieder mal alles rund um Crawford, dass es mir (auch dank Joel Gretschs nach wie vor sehr charismatischer Performance) angetan hatte. Angefangen bei der kalten Reaktion auf den Tod der Zwillinge ("They were dead the minute they set foot on this base"), über die Art und Weise, wie er sich Sally annähert (wo er sich von seiner sympathisch-charismatischen Seite zeigt), bis hin zum "Duell" mit Jacob ("I'm never gonna fly your saucer"), wo er dann schließlich den Kürzeren zieht. Was mich allerdings ein bisschen verwirrte: Weiß innerhalb seiner Familie (noch) niemand von seinen Kräften? Weil sonst hätte Sally ihm ja im Hinblick auf seinen Verdacht gegenüber Crawford ja eigentlich sofort glauben müssen. Und generell fand ich die Pilotfolge noch die Spur interessanter und auch mitreißender. Dennoch gab es auch hier wieder einige spannende Entwicklungen und/oder Offenbarungen.
Fazit:
Nach dem Zeitsprung fokussiert sich "Taken" hier erstmal auf Jacob, Jesse (siehe Episodentitel) sowie Colonel Crawford. Letzterer verstärkt hier den Eindruck eines verabscheuungswürdigen Bösewicht, den wir in "Hinter dem Himmel" gewonnen haben – ordnet er doch der Forschung, und damit seiner Karriere, alles und jeden unter, und geht ohne zu Zögern über Leichen. Eben deshalb ist es so packend und zugleich erschütternd, zu sehen, wie er sich – noch dazu erfolgreich – an Sally heranmacht, wobei er es natürlich einzig und allein auf Jacob abgesehen hat. Diesem erweist er sich letztendlich jedoch, aufgrund seiner außergewöhnlichen Fähigkeiten, als nicht gewachsen. Jedenfalls hat der Jacob-Handlungsstrang für mich definitiv am besten funktioniert – nicht zuletzt auch dank der starken Performance von Anton Yelchin. Demgegenüber habe ich mit Jesse und seinem Vater Russell, trotz ihrer düster-erschreckenden Erlebnisse, irgendwie längst nicht so sehr mitgefühlt. Und generell fand ich die Auftaktfolge noch die Spur mitreißender. Insgesamt bot "Jacob und Jesse" aber solide Mystery-Unterhaltung.