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Star Wars - Poe Dameron: Die Wege der Macht Drucken E-Mail
Charles Soule setzt seinen Erfolgslauf fort Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 19 Juli 2026
 
Titel: "Star Wars - Poe Dameron: Die Wege der Macht"
Originaltitel: "Star Wars - Poe Dameron: Legend Found
Bewertung:
Autor: Charles Soule
Übersetzung: ichael Nagula
Illustrationen: Angel Unzueta & Nicole Virella
Farben: Jordan Boyd & Arif Prianto
Lettering: Joe Caramanga (E)
Cover: Dan Mora Chavez, Matt Milla & Phil Noto
Umfang: 160 Seiten (E)
Verlag: Panini (D), Marvel (E)
Veröffentlicht: 01. Februar 2019 (D), 15. Mai 2018 (E)
ISBN: 978-3-7416-1069-1 (D), 978-1-3029-0743-3 (E)
Kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E), Kindle (E)
 

Kurzinhalt: Der Widerstand erhält endlich einen Hinweis zum Aufenthaltsort von Lor San Tekka – von dem man wiederum hofft, in Erfahrung bringen zu können, wo sich Luke Skywalker aufhält. Lor San Tekka, der Zeit seines Lebens die Wege der Macht erforschte, ist in einen Tresorraum auf Cato Neimodia eingebrochen, um dort ein Machtartefakt zu erforschen. Obwohl er nichts gestohlen hat, wird ihm eben dies vorgeworfen, und er gemäß der strengen Gesetze auf dem Planeten zum Tode verurteilt. Insofern drängt die Zeit, wenn man ihn befreien will. General Leia Organa schmiedet einen ausgeklügelten Plan, in dem neben ihr selbst vor allem auch Poe Damerons Schwarzer Staffel eine entscheidende Rolle zukommt. Zuerst läuft alles wie geschmiert – bis plötzlich die Erste Ordnung dazwischenfunkt…

Review: Zuerst einmal: Auch diesmal beziehe ich mich auf den englischen Sammelband – wobei ich aufgrund der identischen Seitenzahl davon ausgehe, dass dieser mit der deutschen Veröffentlichung übereinstimmt. Dies erwähne ich deshalb, als auch hier eine chronologisch eigentlich früher spielende Comic-Ausgabe (das jährliche Special zu Poe Dameron) ans Ende gestellt wurde, was ich dann doch eher unpraktisch fand. Zeitlich hätte es wohl überhaupt in "Die geheime Basis" reingehört, wenn überhaupt, hätte ich sie aber zumindest an den Beginn von "Die Wege der Macht" gestellt – und das, neben der Chronologie, auch aus dem Grund, als der Comic trotz der durchaus netten Grundaussage dahinter (mit der General Organa quasi seine Entwicklung in "Die letzten Jedi" vorwegnimmt) sowohl inhaltlich als auch künstlerisch mit der eigentlichen Hauptgeschichte nicht im geringsten mithalten kann, und dementsprechend für einen doch eher mäßig-enttäuschenden Ausklang sorgt. Dies ist umso bedauerlicher, als die aus sechs Einzelcomics bestehende Haupthandlung davor, rund um den Rettungsversuch von Lor San Tekka, absolut fantastisch war. Angefangen bei den ganzen Nebengeschichten rund um die Schwarze Staffel, mit der diese Figuren, die in den Sequels nur eine untergeordnete Rolle spielten, mehr Profil erhalten. Dies gilt für die kurzzeitige Trennung und dann letztendliche Hochzeit zwischen Temmin "Snap" Wexley und Karé Kun ebenso, wie der überaus netten Storyline rund um Jessica Pava, die unter den Astromech-Droiden als "Die große Zerstörerin" bekannt ist, weshalb niemand mehr mit ihr fliegen will. Letztendlich gelingt es BB-8, seine "Freundin" Ivee dazu zu bringen, einzuspringen. Letztendlich wird auch sie dies mit dem "Leben" bezahlen, wenn auch aufgrund ihrer eigenen Entscheidung, weshalb sie auch als letzte Nachricht an die Pilotin "Nicht deine Schuld" schickt. Vor allem dieser Handlungsstrang war wirklich überaus fein, und wertete "Die Wege der Macht" nochmal zusätzlich auf.

Noch besser als dieser war aber die Hauptstory. Einerseits mochte ich die Darstellung von Lor San Tekka hier. Auch hier gilt wieder: Eine Figur, von der in der Sequel-Trilogie nicht viel zu sehen war, erhält dadurch viel Profil, was sein Ableben zu Beginn von "Das Erwachen der Macht" um einiges tragischer macht, als es dort für sich genommen war. Großartig auch die größere Rolle, die Leia Organa hier im Geschehen zugesprochen bekommt – nimmt sie doch aktiv an der Rettungsmission teil. Der ganze Comic ist extrem unterhaltsam und wendungsreich, wobei ich Charles Soule vor allem im Hinblick auf das Täuschungsmanöver loben muss. Denn so wie wohl die meisten habe auch ich zwar gleich durchschaut, dass Poe Dameron natürlich in den "Kästen" steckt (und wir somit hier eine "trojanisches Pferd"-Situation vor uns haben), doch während ich mich darauf konzentrierte und mir auf die Schultern klopfte, bereitete Soule meisterhaft den Twist rund um die Einmischung von Captain Malarus und ihrem mittlerweile computergesteuerten Lakaien Terex vorzubereiten. Diese bringen nämlich Leias Plan gehörig durcheinander, als es ihnen gelingt, dem Widerstand Lor San Tekka vor der Nase wegzuschnappen. Sehr froh war ich auch über die weitere Entwicklung eben rund um Terex, immerhin war ein wesentlicher Kritikpunkt am Sammelband davor, dass man diesem spannenden Bösewicht jegliche Handlungsmacht wegnahm. Das wird hier nun wieder revidiert, und mir gefiel vor allem auch, wie Terex daraufhin die Erste Ordnung als Irrweg erkennt, und ihr den Rücken kehrt. Und generell war "Die Wege der Macht" auf der einen Seite ungemein flott erzählt und damit unterhaltsam, bot zwischendurch aber auch immer wieder wunderbare ruhige Momente, die es mir ebenfalls enorm angetan hatten. Diesbezüglich sei nicht zuletzt das abschließende Gespräch zwischen Lor und Poe erwähnt. Der überaus positive Eindruck, den der Inhalt macht, wird dann durch eine neuerlich phänomenale künstlerische Gestaltung komplettiert. Sowohl die extrem detailreichen (und die aus den Filmen bekannten Figuren perfekt einfangenden) Zeichnungen von Angel Unzueta, als auch die intensiven Farben von Arif Prianto, machten auch den vierten "Poe Dameron"-Sammelband wieder zu einem absoluten Augenschmaus. Also eben abseits des von einem anderen künstlerischen Team gestalteten "Annual Comics", der wie erwähnt den doch eher enttäuschenden Abschluss bildet – was jedoch ihre hervorragende Leistung nicht nur in keinster Weise schmälert, sondern sie mich sogar noch mehr wertschätzen ließ.

Fazit: Mit "Die Wege der Macht" setzt Charles Soule seinen Erfolgslauf mit den "Poe Dameron"-Comics nahtlos fort. Die titelspendende Hauptgeschichte war einfach nur grandios, und letztendlich auch deutlich besser als jener Film, für den sie als Prequel fungiert. Neben der Art und Weise, wie hier vernachlässigte Nebenfiguren aus der Sequel-Trilogie mehr Profil erhalten, stach dabei vor allem auch die größere, aktivere Rolle im Geschehen von General Leia Organa hervor. Aber auch künstlerisch war "Die Wege der Macht" wieder eine Wucht. Einzig der chronologisch wieder einmal falsch eingeordnete, und sowohl inhaltlich als auch optisch deutlich unterlegene "Annual Comic" drückt die Gesamtwertung leider geringfügig nach unten. Davon sollte sich aber kein "Star Wars"-Fan abschrecken – und somit die großartige Geschichte davor entgehen – lassen.

Bewertung: 4/5 Punkten
Christian Siegel
Coverbild © 2019 Panini Comics






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