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Twin Peaks - 2x10: Bruderzwist Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) ABC

Originaltitel: Dispute Between Brothers
Episodennummer: 2x10
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 08. Dezember 1990
Erstausstrahlung D: 25. Dezember 1991
Drehbuch: Tricia Brock
Regie: Tina Rathborne
Besetzung: Kyle MacLachlan als Special Agent Dale Cooper, Michael Ontkean als Sheriff Harry S. Truman, Madchen Amick als Shelly Johnson, Dana Ashbrook als Bobby Briggs, Richard Beymer als Benjamin Horne, Sherilyn Fenn als Audrey Horne, Lara Flynn Boyle als Donna Hayward, Warren Frost als Dr. Will Hayward, Peggy Lipton als Norma Jennings, James Marshall als James Hurley, Everett McGill als Big Ed Hurley, Jack Nance als Pete Martell, Kimmy Robertson als Lucy Moran, Ray Wise als Leland Palmer, Joan Chen als Jocelyn Packard, Piper Laurie als Catherine Martell, Eric DaRe als Leo Johnson, Harry Goaz als Deputy Andy Brennan, Michael Horse als Deputy Tommy 'Hawk' Hill, Russ Tamblyn als Dr. Lawrence Jacoby, Grace Zabriskie als Sarah Palmer, Chris Mulkey als Hank Jennings, Ian Buchanan als Dick Tremayne, James Booth als Ernie Niles, Jane Greer als Vivian Smythe Niles, Clarence Williams III als FBI Agent Roger Hardy, Gavan O'Herlihy als RCMP Officer Preston King, Wendy Robie als Nadine Hurley, Tony Jayony Jay als Dougie Milford, Don S. Davis als Maj. Garland Briggs, Mary Jo Deschanel als Eileen Hayward, Don Calfa als Vice Principal Greege, Michael Parks als Jean Renault u.a.

Kurzinhalt: Drei Tage nach Lelands Geständnis – und seinem Tod in der Zelle – findet zugleich das Begräbnis von ihm und seinem letzten Opfer Maddy statt. Es versteht sich von selbst, dass dies für seine Witwe Sarah eine ungemein schwierige Situation darstellt. Und so findet sich alles, was in Twin Peaks Rang und Namen hat, bei der Gedenkfeier ein, um ihr beizustehen. Dies gilt auch für Agent Cooper, der sich nun, da der Mord an Laura Palmer aufgeklärt wurde, darauf vorbereitet, Twin Peaks – und den Freunden, die er dort gewonnen hat – den Rücken zu kehren. Zuvor will er jedoch noch Major Briggs Einladung zum Nachtfischen annehmen. Doch es kommt anders: Denn FBI-Agent Roger Hardy von der Abteilung für interne Ermittlungen sucht zusammen mit dem Mounty Preston King die Polizeistation von Twin Peaks auf, um Dale Cooper im Hinblick auf seine Aktivitäten in Kanada – die außerhalb des Zuständigkeitsbereichs des FBI liegen – zu befragen. Währenddessen versucht Bobby Briggs, bei Benjamin Horne einen Termin zu bekommen, um ihn im Hinblick auf Leos Tonband zu erpressen. Nadine Hurley kehrt an die High School zurück, wo sie sich für das Cheerleader-Team bewirbt. Und Norma Jennings erfährt den wahren Grund hinter dem Besuch ihrer Mutter…


Review: Episodenbild (c) ABC Bislang erzählte jede "Twin Peaks"-Folge ja einen Tag (bzw. gab es vereinzelt Ausnahmen, wo zwei Folgen – wie z.B. zum Ende der ersten Staffel – an einem einzigen Tag spielten). Hier nun machen wir das erste Mal einen – geringfügigen – Sprung in die Zukunft. So setzen die Ereignisse hier drei Tage nach "Selbstjustiz" an, in dem der von Bob besessene Leland Palmer als der Mörder von Laura Palmer identifiziert wurde, und daraufhin in der Zelle ums Leben kam. Dementsprechend steht Sarah Palmer vor der unfassbar schweren Aufgabe, gleichzeitig ihren Ehemann und zugleich sein letztes Opfer, Lauras Cousine Maddy, zu beerdigen. Obwohl Grace Zabrieskie bislang als Sarah Palmer noch nicht soooo viel zu tun bekam, und ihre Figur im Vergleich zu anderen generell noch keinen allzu großen Eindruck hinterlassen hat, gelingt es ihr hier mit wenigen, kurzen, aber famos gespielten Momenten, Mitgefühl für ihre Sarah zu wecken. Zumindest ich kam jedenfalls nicht umhin, die Arme doch ordentlich zu Bedauern; man kann sich glaub ich nicht einmal vorstellen, was eine Person in so einer Situation für ein Wechselbad der Gefühle durchleben muss.

Abseits dieses starken Auftakts hatte es mir dann – no na – vor allem auch wieder alles rund um Agent Cooper angetan. Dies gilt insbesondere auch für den herzlichen Abschied zwischen ihm und Sheriff Truman, als dieser ihm ein Abzeichen der Bookhouse Boys überreicht, und ihm damit zum Ehrenmitglied ernennt (ich bleibe dabei: "The Return" hat für mich enorm darunter gelitten, dass Michael Ontkean nicht dazu überredet werden konnte, in die Rolle zurückzukehren – denn die Freundschaft zwischen Dale und Harry ist für mich ein essentieller Bestandteil der Serie). Aber auch sein Gespräch mit Audrey, wo wir auch mehr über seine Vorgeschichte (und den Vorfall mit Windom Earle erfahten) stach für mich positiv heraus. Nicht zu vergessen natürlich auch, wie ihn hier seine beiden (nicht genehmigten) Besuche in Kanada wieder einholen. Und schließlich sorgt das – wohl dem Nachtfischen vorausgehende – Campen mit Major Briggs, wo plötzlich ein helles Licht erscheint, woraufhin dieser verschwunden ist, für einen herrlich mysteriösen Ausklang (mir kann im Übrigen niemand erzählen, dass sich Chris Carter hiervon beim Pilotfilm zu "Akte X" nicht inspirieren ließ). Zwar war auch davon abgesehen bei "Bruderzwist" einiges los, was die Episode dementsprechend kurzweilig machte. Leider aber haben mich beispielsweise Bobbys (vorerst?) erfolglose Versuche, Ben zu erpressen, nicht wirklich interessiert (auch wenn es zugegebenermaßen einen gewissen Reiz hatte, als ihn dieser einfach stehen lässt). Die Wendung rund um Normas Mutter als Lokalkritikerin war zudem schlimmstes Soap-Klischee, ohne der Wendung dabei irgendeinen augenzwinkernd-parodistischen Humor abzugewinnen (und generell tat ich das mit einem Schulterzucken ab). Und ich bleibe dabei: Alles rund um Teenie-Nadine funktioniert für mich einfach nicht. Im Falle von "Bruderzwist" war der Rest aber erfreulicherweise stark genug, um dies (mehr als) zu kompensieren.

Fazit: Episodenbild (c) ABC Die ersten paar Minuten, rund um Sarah Palmer (die einem einfach nur leid tun muss) und die Gedenkfeier fand ich noch ziemlich stark. Danach hatte es mir vor allem – wieder einmal – alles rund um Dale Cooper angetan, angefangen bei seinem Gespräch mit Audrey, über den vermeintlichen Abschied von Sheriff Truman und seiner Truppe, bis hin zum mysteriösen Finale während er mit Major Briggs gerade Marshmallows grillt. Der Rest konnte mir da doch deutlich weniger interessieren, wobei ich mir vor allem mit den Szenen rund um Nadine wieder schwer tat. Und auch der Twist rund um Normas Mutter ließ mich mit den Augen rollen. Immerhin war bei "Bruderzwist" aber auch abseits der netten Cooper-Szenen genug los, um für ein hohes Erzähltempo zu sorgen, und die Episode dementsprechend kurzweilig zu machen.

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © ABC)







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