Kurzinhalt:
Kurz vor dem Absturz des Raumschiffs mit Taylor an Bord wird eine menschliche Siedlung von Gorillas gestürmt. Der jungen Menschenfrau, der etwas später von Taylor der Name Nova gegeben wird, gelingt mit Hilfe eines freundlichen Schimpansen die Flucht. Bei diesem handelt es sich um Ziras Cousin Lucius. Doch nachdem er Nova in Sicherheit gebracht hat, wird wiederum er von einem Gorilla geschnappt, und in die Verbotene Zone gebracht. Eben dort wollen Zira und Cornelius nach ihm suchen – und lassen sich auch von Dr. Zaius mahnenden Worten, dass diese Zone nicht umsonst so heißt, nicht davon abbringen. Dort angekommen stoßen sie zuerst auf Nova, dann auf eine Siedlung von mutierten Menschen mit teils außergewöhnlichen Fähigkeiten, und schließlich auf eine Gemeinschaft aggressiver Affen, die eine Gefahr für die von Zira und Cornelius bewohnte Affenstadt bedeuten könnte…
Review:
Ich habe "Gefahr auf dem Planet der Affen" nun seit ein paar Monaten im Regal stehen. Da ich mir – im Zuge meiner Besprechung von Romanen, die auf Filmen/Drehbüchern basieren – in Kürze die Bücher zur "Planet der Affen"-Filmreihe (ab dem zweiten; weil der erste war ja seinerseits die Verfilmung eines Romans von Pierre Boulle) vorknöpfen werde, erschien mir dieser Prequel-Comic zur klassischen Filmreihe aus den 60ern/70ern als idealer Einstieg. Eine Hoffnung, die der Comic bedauerlicherweise nicht im Geringsten einlösen konnte. So ziemlich das Positivste an ihm sind die eingestreuten Filmszenen, die somit spätere (bzw. in Kürze stattfindende) Momente vorwegnehmen. Da dies jedoch sehr beliebig, um nicht zu sagen eigennützig wirkt, um das eigene Werk aufzuwerten, sehe ich selbst diesen Aspekt nicht unkritisch. Dennoch waren das noch die besten Momente/Seiten/Bilder des Comics. Darüber hinaus fand ich die künstlerische Gestaltung zumindest ganz ansehnlich. Teilweise nimmt man sich zwar etwas viel Platz für einzelne Szenen – was zu meinem Eindruck der akuten Inhaltsarmut passt (dazu gleich). Grundsätzlich sind die Zeichnungen und die Farbgebung aber schon gut gemacht, fangen die Welt aus dem Filmen authentisch ein, und hatte ich teilweise vor allem auch den Eindruck eines bewussten Retro-Comic-Looks, so als würde man den Eindruck vermitteln wollen, er wäre zur Zeit der Filme entstanden und veröffentlicht worden. Als Kind der 80er, der in seiner Kindheit/Jugend einige Comics gesehen/gelesen hat, die eben genau so aussahen, hatte das schon einen gewissen, unbestreitbaren Reiz.
Davon abgesehen hat mich "Gefahr auf dem Planet der Affen" aber leider auf ganzer Linie enttäuscht. Ich meine, ich weiß ja nicht wie ihr das seht, aber ich finde, ein Prequel sollte die Geschichte der sie vorausgeht doch auf irgendeine Art und Weise aufwerten. Aus meiner Sicht war das hier leider nicht im Geringsten der Fall. Die Story war bestenfalls belanglos und schlimmstenfalls völlig überflüssig. Dass Zira und Cornelius hier auf menschliche Mutanten treffen, sie sowohl davon als auch den zuvor gefundenen Beweisen für eine untergegangene menschliche Zivilisation im Film selbst dann nichts mehr wissen konnten/durften, läuft das Geschehen hier auf ein "Wir löschen euer Gedächtnis" heraus. Es tut mir leid, aber wenn alles was du erzählst zu jenem Film Films zu dem du ein Prequel sein willst so derart nicht zusammenpasst, dass du solch ein Stilmittel brauchst, dann hast du ordentlich verkackt. Und wenn du dann auch noch selbst das Problem ansprichst, dass ohne Erinnerungen an das Geschehen dieses – zumindest für die Story in den Filmen – keinen Wert hatte, und versuchst, den zu widersprechen, wirkt das einfach nur mehr verzweifelt. Doch es ist nicht nur das: Ich fand es von vornherein sehr konstruiert, dass Cornelius und Zira (bzw. Lucius) hier von allen möglichen Menschenfrauen just auf Nova treffen. Überhaupt nicht überzeugt hat mich auch die übernatürliche Fähigkeit der Anführerin der Menschen, in die Zukunft zu blicken. Trotz der in "Rückkehr zum Planet der Affen" etablierten mentalen Fähigkeiten der Mutanten war mir das der übernatürlichen Elemente/Kräfte dann doch zu viel. Zumal man noch nicht einmal etwas daraus herausholt; und das, obwohl man aus dem zentralen Dilemma, dass sie nicht weiß, ob sie mit ihrem Eingreifen die schreckliche Zukunft die sie gesehen hat verhindert oder vielmehr auslöst, extrem viel hätte tun können. Was hier nur leider nicht passiert. Und zu allem Überfluss fand ich die Geschichte dann noch dazu weder interessant noch spannend – und damit den Comic insgesamt leider ziemlich wertlos.
Fazit:
Wie gut euch "Gefahr auf dem Planet der Affen" gefällt, wird wohl davon abhängen, was ihr euch davon erwartet. Wenn ihr ein Prequel lesen wollt, welches die Ereignisse des Films aufwertet – dann seid ihr hier definitiv falsch. Wenn ihr einfach nur eine spannende, interessante Geschichte, die vor den Filmen angesiedelt ist, lesen wollt, in meinen Augen allerdings auch. Wenn es euch hingegen darum geht, bei brütender Hitze eine völlig belanglose – und damit in keinster Weise eure Gehirnzellen fordernde – Geschichte zu lesen, die in ansprechenden Bildern erzählt wird, dann könntet ihr – als große Fans der klassischen "Planet der Affen"-Filme – eventuell einen Blick riskieren. Mir war das, was hier geboten wurde, aber entschieden zu wenig.