Originaltitel: Tread Lightly Episodennummer: 1x02 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 25. Mai 2026 Drehbuch: Christopher Chen Regie: Harry Bradbeer Besetzung:
Nicolas Cage als Ben Reilly/The Spider,
Lamorne Morris als Robbie Robertson,
Li Jun Li als Cat Hardy,
Karen Rodriguez als Janet Ruiz,
Abraham Popoola als Lonnie Lincoln/Tombstone,
Jack Huston als Flint Marko/Sandman,
Brendan Gleeson als Silvermane,
Lukas Haas als Winston,
Michael Kostroff als Mayor Morris,
Scott MacArthur als Perry,
Joe Massingill als Pudge,
Whitney Rice als Vera,
Sofia Melián als Sylvia,
Garrett Bales als Tim,
Jude Salazar als Assistant in Dress Shop,
Tahmus Rounds als Hank,
Craig Frosty Silva als Gio,
Asanté Deshon als Bellhop,
Jim Garrity als Smuggler,
David Barcena als Newsie #2 u.a.
Kurzinhalt:
Zuerst war er darauf angesetzt, sie zu überwachen, dann hat er versucht, sie mit den Aufnahmen zu erpressen. Trotz dieser Vorgeschichte wendet sich Cat Hardy nun an Ben Reilly, denn: Ihr Liebhaber Flint Marko ist nach dem Kampf mit Ben, bei dem er sich in Sand verwandelte, verschwunden. Während Ben sich auf die Suche macht, wendet sich seine Assistentin Janet Ruiz Flints Vergangenheit – und seinen Verbindungen zum organisierten Verbrechen – zu. Die Recherche des mit Ben befreundeten Reporters Robbie Robertson zu Menschen mit außergewöhnlichen Fähigkeiten sorgt dafür, dass auch dieser die Suche nach Flint Marko aufnimmt. Zugleich möchte Silvermane, um seine Spur zu verwischen, alle die auch nur im Entferntesten in die jüngsten Ereignisse verwickelt waren ausschalten. Da dies auch Ben Reilly mit einschließt, schickt er zwei seiner Schläger zu dessen Büro. Als sie dort nur Janet vorfinden, wird dieser ein Denkzettel verpasst, woraufhin sie kündig. Dies zwingt Ben dazu, sein Alter Ego die Spinne doch wieder aufleben zu lassen…
Review:
Früher als ich das vermutet hätte kommt es in der zweiten Folge, "Wo ist Flint?", bereits zum ersten Auftritt der Spinne. Auslöser ist Silvermane Druck auf Ben Reilly, und der Angriff seiner Handlanger auf dessen Sekretärin Janet Ruiz. Um deren Kündigung zu verhindern, muss Ben schnell handeln, und Silvermane dazu bringen, ihn und seine Assistentin in Ruhe zu lassen. Um eben dieses Ziel zu erreichen, schleicht er sich – als Installateur ausgebend – in seine alte Wohnung, wo er hinter einer Wand den Koffer mit dem Kostüm versteckt hat, und lässt seinen nun fünf Jahre inaktiven Helden wiederaufleben. Die entsprechende Sequenz war schon ziemlich cool gemacht (und war in meinen Augen – im Vergleich zu den Szenen im Club letzte Woche – eine, die in schwarz/weiß noch die Spur besser rüberkam als in Farbe), und hat aufgrund des alten New York nochmal einen zusätzlichen Reiz. Letztendlich ist Ben zwar damit erfolgreich, Silvermane davon abzubringen, sein Alter Ego weiterhin zu terrorisieren – erfährt dann allerdings, dass die Polizei an den Docks eine Falle für ihn aufgestellt hatte, in die er aufgrund der Einmischung der Spinne nun nicht getappt ist, was es doch ein bisschen zu einem Pyrrhussieg macht.
Von der coolen Einlage rund um den ersten Auftritt der Spinne abgesehen fand ich "Wo ist Flint?" allerdings jetzt nicht unbedingt so besonders. Zugegeben, wir sind erst bei der zweiten Folge von insgesamt acht in dieser ersten Staffel (noch ist nichts offiziell angekündigt, aber es erscheint nicht unrealistisch, dass es nicht die letzte bleiben wird); genau werde ich es erst in ein paar Wochen sagen können. Bislang scheint mir "Spider-Noir" aber wieder eine jener Serien zu sein, wo eine fortlaufende Handlung auf ein paar Folgen zu viel aufgeteilt wurde. Richtig gemacht kann diese "moderne" Art des Erzählens ja wirklich großartig sein. Allerdings eignet sich in meinen Augen nicht jede Geschichte dafür. Tendenziell kann man es wohl so zusammenfassen: Gibt es viele Figuren und/oder Schauplätze, dann fällt es meist nicht schwer, genug Inhalt/Story zu finden, um damit eine Staffel mit acht oder zehn Episoden zu füllen. Ist man aber – wie es insbesondere bei den Superheldenserien oftmals vorkommt – auf einen vergleichsweise kleinen Figurenkreis (und überwiegend auch einen Standort) beschränkt, kann sich das Ganze schon mal ein bisschen hinziehen. Eben diesen Eindruck habe ich leider auch bei "Spider-Noir". Immerhin, noch profitiert die Serie vom interessanten Konzept der Vermischung von Superhelden- mit Noir-Elementen, dem hervorstechenden Setting (das New York der 30er), sowie der gelungenen Umsetzung/Inszenierung (wobei neben den zwei unterschiedlichen Varianten auch der vermehrte Einsatz der für "Film Noir" typischen "dutch angles" hervorsticht). Aber: Ob das wirklich eine Serie mit acht Episoden sein musste, oder nicht auch ein (Streaming-)Film hätte sein können, da bin ich vorerst noch skeptisch.
Fazit:
Auch "Wo ist Flint?" köchelte inhaltlich eher noch auf Sparflamme – was meinen Eindruck verstärkte, dass hier doch ein bisschen Laufzeit bzw. Episoden geschunden wird. Straffer erzählt würde mich die Serie wohl noch die Spur mehr packen. Sie profitiert aber nach wie vor vom coolen Setting und der gelungenen Umsetzung. Und auch der erste Einsatz der Spinne – früher, als ich das erwartet hatte (nämlich eher so zur Mitte der Staffel) stach positiv hervor. Jetzt wäre es nur schön, wenn die Story auch langsam mal so richtig in die Gänge kommen würde.