Originaltitel: Bad Dancer Episodennummer: 1x03 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 05. Juni 2026 (Apple TV+) Drehbuch: Megan McDonnell Regie: Stefan Schwartz Besetzung:
Rhys Ifans als The Chief Designer,
Anna Maxwell Martin als Lyudmilla Raskova,
Agnes O'Casey als Irina Morozova,
Alice Englert als Anastasia Belikova,
Solly McLeod als Sasha Polivanov,
Adam Nagaitis als Valya Markelov,
Ruby Ashbourne Serkis als Tanya Markelova,
Josef Davies als Sergei Nikulov,
David Dencik als Maxim Tarasov,
Eliot Salt als Vika Yegorova,
Sam Strike als Pavel Fetisov,
Cameron Cook als Arseni Vetrov,
Hannah Steele als Ekaterina,
Eadie Johnson als Zoya Morozova,
Jamie de Courcey als Stanislav Kalinsky,
Jonathan Coote als Vitas,
Ian Midlane als Mikhail,
Aurelijus Pocius als Zhenya,
Chris Leaney als Viktor,
Christopher Sherwood als Controller,
Robin Berry als Rem Balabanov,
Gyuri Sarossy als Director of Operations,
Robert McCafferty als Old Friend,
Caitlin Drabble als Eva u.a.
Kurzinhalt:
Seit der Rückkehr Anastasias vom Mond sind ein paar Monate vergangen. In Star City bereitet man sich auf die nächste Mondmission, Luna 17, vor. Mit dieser soll es gelingen, vor den Amerikanern eine Basis auf dem Mond zu etablieren, und diesen – und damit auch seine Ressourcen – für Russland zu beanspruchen. Aufgrund des engen Zeitplans und der Probleme mit dem Gewicht der Kapsel wird es jedoch notwendig sein, dass die beiden Kosmonauten Sasha Polivanov und Pavel Fetisov die Landung ohne Raumanzug durchführen – ein höchst riskantes Unterfangen. Irina Morozova setzt indes die Überwachung von Tanya Mironova – die Ehefrau des Kosmonauten Valya Mironov, die jedoch eine Affäre mit Sasha pflegte – fort. Dabei verschweigt sie, dass sich diese amerikanische Musik anhört. Kurz darauf trifft sie Tanya – die Klavierlehrerin ihrer Tochter – zufällig auf einem Markt, und wird von ihr nach Hause eingeladen…
Review:
"Ein schlechter Tänzer" offenbart uns, dass es zwischen Irina und Tanya eine persönliche Verbindung gibt, die uns bislang nicht bewusst war – und die einerseits erklärt, warum sie dazu geneigt ist, sie zu decken (in dem sie nicht ins Protokoll aufnimmt, dass diese sich amerikanische Musik – und damit verbotene Schmuggelware anhört), und andererseits generell ihrer Überwachungstätigkeit mehr emotionales Gewicht verleiht. Schlimm genug, eine völlig fremde Person zu überwachen (und zu verraten), aber die Klavierlehrerin ihrer Tochter? Als Tanya sie nach einer zufälligen Begegnung am Markt zu sich einlädt, macht ihren Job nur umso schwieriger. Auf einmal hat sie, neben den Tönen, Geräuschen und Dialogen, auch ein Bild der Wohnung vor Augen, die sie ständig abhört. Am interessantesten fand ich hier letztendlich aber, wie sie kurz vergisst, wo sie ist (und dass alles abgehört wird), und ihr etwas über den Vater ihrer Tochter herausrutscht (was sie daraufhin aus dem Tonband schneidet – ein riskanter Zug). Hier erwartet uns wohl noch ein interessanter Twist.
Parallel dazu bleibt die Ehe von Tanya und Valya weiterhin angespannt. Es hilft auch nicht, als dieser auf einmal – nach einem "locker room talk" mit Sasha – bei ihr im Bett den gleichen move macht, was diese verständlicherweise aufschrecken lässt und verstört. Zumal sie dadurch auch an ihre eigene Untreue erinnert wird. Parallel dazu bereitet man alles für die Luna 17-Mission vor. Als dort entschieden wurde, dass die Kosmonauten ohne Raumanzug fliegen würden, machte dies wieder einmal deutlich, welcher Risikobereitschaft – und Rücksichtslosigkeit – der Sieg der Russen gegenüber den Amerikanern in dieser alternativ-fiktiven Version der Geschichte zu verdanken war. Das lies mich einerseits kurz innehalten, und andererseits hätte ich schwören können, dass aufgrund dieser Entscheidung mindestens einer von ihnen sein Leben verlieren wird. Und natürlich sollte ich recht behalten – wenn ich auch eher auf Sasha denn "Rothemd" Arseni getippt hätte. Auslöser für die Misere ist ein amerikanischer Transmitter an Bord der Landefähre – und Lyudmillas Befehl, die Kapsel zu rebooten, um diesen so auszuschalten. Dass dieser – wie wir am Ende erfahren – von Valya an Bord geschmuggelt wurde, war indes keine große Überraschung; den hatte ich bereits in der letzten Folge als derjenige, der den Amerikanern die Pläne der Mondbasis zugespielt hat, unter Verdacht. Es gibt aber der Figurendynamik, insbesondere natürlich auch im Hinblick auf seine Ehe, einen interessanten neuen Aspekt – und erklärt natürlich auch, warum er gar so darauf bedacht ist, dass Tanya sich an die Regeln hält, da er keinesfalls Aufmerksamkeit erregen will. Insgesamt hat mich somit auch "Ein schlechter Tänzer" wieder gut unterhalten – wenn sie auch nicht ganz so vom Finale im Weltraum profitieren konnte, wie der Serienauftakt "Zwischen zwei Welten".
Fazit:
Trotz des durchaus mitreißenden Finales rund um die Luna 17-Mission und die damit einhergehenden, wieder super gemachten Effektaufnahmen sehe ich "Ein schlechter Tänzer" insgesamt "nur" auf dem soliden Niveau der Episode davor. Dies wohl auch deshalb, weil ich das Finale zwar durchaus interessant, jetzt aber nicht zwingend übermäßig packend fand. Auch die Offenbarung rund um Valya war ein bisschen zu offensichtlich. Am besten fand ich tatsächlich alles rund um Irina, insbesondere natürlich jene Szene, wo sie von Tanya – die sie abhört – in ihre Wohnung eingeladen wird. Zumal ihre persönliche Verbindung – über Irinas Tochter – auch erklärt, warum sie ihre Berichte da und dort angepasst hat, um sie zu schützen. Gerade auch im Hinblick auf die Offenbarung am Ende ist man somit schon gespannt, wie es damit weitergehen wird.