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For All Mankind - 5x10: Dies ist unser Land Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Apple TV+

Originaltitel: This Land Is Our Land
Episodennummer: 5x10
Bewertung:
Weltweite Internet-VÖ: 29. Mai 2026 (Apple TV+)
Drehbuch: Matt Wolpert, Ben Nedivi & Kira Snyder
Regie: Sergio Mimica-Gezzan
Besetzung: Toby Kebbell als Miles Dale, Mireille Enos als Celia Boyd, Edi Gathegi als Dev Ayesa, Cynthy Wu als Kelly Baldwin, Coral Peña als Aleida Rosales, Costa Ronin als Leonid Polivanov, Sean Kaufman als Alex Poletov Baldwin, Ruby Cruz als Lily Dale, Ines Høysæter Asserson als A.J. Jarrett, Wrenn Schmidt als Margo Madison, C.S. Lee als Lee Jung-Gil, Svetlana Efremova als Irina Morozova, Christopher Denham als Walt Griebel, Robert Bailey Jr. als Will Tyler, Dimiter D. Marinov als Ilya Breshov, Shannon Lucio als Amanda Dale, Salvador Chacon als Gerardo Ortiz-Niño, Barrett Carnahan als Marcus Haskell, Kristina Klebe als Elena Beaufort, Masumi als Fumiko, AJ Cedeno als Dan Guerra, Jackie Kay als Zach Fleming, Jonathan Medina als Silvio Costa, Banyah Maria Choi als Nam Moon Yeong, Sara Boutine als Shireen Al-Jabiri u.a.

Kurzinhalt: In der Kommandozentrale wird ein Schlachtplan gegen die Invasoren der M-6 entworfen: Gouverneur Polivanov soll sich bewusst gefangen nehmen lassen, und so tun, als wäre er bereit, überzulaufen. Davon ausgehend, dass er daraufhin zum Kommandoposten der Angreifer gebracht wird, stattet man ihn mit einem Sender aus, um den Standort von eben diesen herauszufinden – und alle Befehlshaber mit einem verheerenden Schlag auszuschalten. Alex zittert indes um das Leben seines Freundes Marcus. Dev ist erschüttert, als er die Aufnahmen von Lilys Kamera sieht, und will alles daran setzen, um das Morden zu beenden. Tatsächlich stellt sich heraus, dass der russische Präsident verschwunden ist, die M-6 gerade dabei ist, sich aufzulösen, und US-Präsident James Bragg den Rückzug der Truppen befohlen hat. Aufgrund der abgeschalteten Satelliten ist diese Anordnung jedoch nie auf dem Mars angekommen. Parallel dazu finden Kelly, Walt und Elena auf Titan tatsächlich Leben. Als sich jedoch der Antrieb des Rovers nicht mehr starten lässt, droht diese Entdeckung der Menschheit für immer verborgen zu bleiben…

Review: Episodenbild (c) Apple TV+ Titelgemäß war die letzte Episode im Hinblick auf das Geschehen in Happy Valley auf die Erlebnisse der jungen Generation – eben den Söhnen und Töchtern – fokussiert. Dass uns dabei das eine oder andere verborgen blieb, zeigt nun "Dies ist unser Land", wo wir (jedoch dankenswerterweise ohne irgendeine Einblendung; man traut dem Publikum zu, es im Verlauf der Folge selbst zu begreifen) zu Beginn ein paar Stunden zurückspringen, und einige Ereignisse nun aus einer anderen Perspektive erleben. So erfahren wir hier z.B., was es mit Leonids Gefangennahme und seinem vermeintlichen Überlaufen (dass ihm allerdings wohl schon in der Episode davor die wenigsten geglaubt haben dürften) auf sich hatte. Eben dabei handelt es sich um einen ausgeklügelten Plan, mit dem man den Standort der Befehlshaber des M-6-Angriffs herausfinden und sie alle mit einem Schlag auslöschen will. Aleida spricht sich klar dagegen aus, da ihr dieses Vorgehen zu skrupellos erscheint. Kurz schöpft sie (und wir?) Hoffnung, als der Techniker nicht auf den Knopf drücken kann – bis Miles dies selbst erledigt. Eine extrem harte (und starke) Szene.

Einen weiteren eindringlichen Moment gibt es etwas später dann zwischen Alex und A.J.. Zwar ist es der medizinischen Crew von Helios gelungen, Marcus Leben zu retten, dennoch lastet die Tatsache, dass er fast seinen Freund umgebracht hätte, ebenso schwer auf Alex' Schulter, wie es die Ermordung der Marsianerin bei A.J. tut. Wie man hier die Folgen solcher traumatischer Kriegserfahrungen thematisiert (und zeigt), gefiel mir ausgesprochen gut. Wie von mir vermutet, spielt hier nun auch Lilys Video eine wichtige Rolle; wenn auch anders, als erwartet. Ich dachte eigentlich, dass man die Aufnahmen zur Erde schicken, so einen öffentlichen Aufschrei erzeugen, und einen Rückzug der M6-Truppen erzwingen würde. Stattdessen geht es "nur" darum, Dev die Folgen seines Handelns aufzuzeigen. Das Ergebnis ist letztendlich zwar das gleiche wie von mir gedacht, nur der Weg den man dorthin nimmt, war ein gänzlich anderer – da sich herausstellt, dass der Befehl zum Einstellen der Kampfhandlungen eigentlich längst gegeben wurde, nur aufgrund der abgeschalteten Satelliten nicht empfangen wurde. Neben Dev, der auf die Antenne steigt, um ein Signal zu einem alten Star City-Satelliten zu senden, spielen bei der Inbetriebnahme von eben diesem auch Irina und Aleida eine wichtige Rolle. Aufgrund ihrer problematischen Vergangenheit fand ich dieses Gespann sehr spannend. Zudem gab es dort auch wieder ein paar Andeutungen zu ihrer Zeit in Star City, mit denen man das parallel gestartete Spinoff "Star City" (welches ich ab nächster Woche besprechen werde) anteasert.

Episodenbild (c) Apple TV+ Im Großen und Ganzen gelingt es "Dies ist unser Land" jedenfalls sehr gut, einem Großteil der Stammbesetzung im Verlauf des Geschehens eine gewichtige Rolle zukommen zu lassen – mit einer ganz bewussten Ausnahme. Denn die Szenen mit Margo auf der Erde sollen uns eben bewusst zeigen, wie machtlos sie ist. Aleidas Tochter besucht sie, und bittet sie um Hilfe, etwas über das Schicksal ihrer Mutter zu erfahren. Margo ruft ihre Kontakte durch, von denen jedoch fast alle ihren Anruf aus dem Gefängnis von vornherein abbrechen; und die eine Person, die ihn tatsächlich entgegennimmt (Will Tyler; ich vermute, dass sie ihn uns mit seinem Auftauchen hier deshalb ganz bewusst wieder in Erinnerung rufen wollten, weil er in der sechsten und zugleich letzten Staffel eine größere Rolle spielen wird), kann ihr auch nicht helfen. Die einst so mächtige und wichtige Margo derart hilflos zu sehen, verfehlte die gewünschte Wirkung bei mir nicht. Zugleich muss man allerdings sagen: Da sie eben so überhaupt nicht helfen konnte, kann man durchaus hinterfragen, ob diese Szenen narrativ unbedingt notwendig waren.

So gut mir alles rund um den Mars auch gefallen hat, am spannendsten, besten und vor allem auch emotionalsten fand ich das, was sich hier in weiterer Folge auf dem Titan zuträgt. Dass man dort in der Probe vom Hügel nun tatsächlich Leben – auf Methan-Basis – findet, war zwar keine große Überraschung; alles andere wäre dramaturgischer Unfug gewesen. Aber darauf, was dann nach diesem Fund passiert, war ich nicht gefasst. "For All Mankind" hat eine lange Tradition, uns zu zeigen, wie Charaktere leichtsinnig und teilweise auch egoistisch agieren – und sie vor allem auch für eben diese Vorgehensweise dann auch noch zu belohnen. "Dies ist unser Land" bricht nun zumindest ansatzweise mit dieser Angewohnheit. Zwar gibt ihr der Fund von Leben im Hinblick auf ihre Entscheidungen und Taten zwar bis zu einem gewissen Grad recht. Allerdings ist hier von ihr eben dafür ein sehr hoher Preis zu zahlen, als sich der Rover nicht mehr starten lässt, und nur mehr genug Sauerstoff vorhanden ist, damit zwei Personen zur Landefähre zurückkehren können. Kelly trifft daraufhin die einzig vernünftige (und …) Entscheidung: Sie hat sie alle in diese Lage gebracht (zuerst mit der Landung an sich, und dann mit ihrem Befehl, noch etwas länger dort zu bleiben), also muss sie auch die Konsequenzen tragen. Da ich jedoch nie damit gerechnet hatte, dass wir uns in einer Staffel gleich von zwei Baldwins würden verabschieden müssen, hat mich das doch ordentlich getroffen. Ich fand es auch großartig, dass Kelly selbst in diesem Moment ihr Geheimnis rund um den Austausch des Zündungsprogramms für sich behält. Vor allem aber war ihr Tod wirklich fantastisch umgesetzt. Zuerst mit ihrer Abschiedsnachricht an Alex, der während dieser abgespielten Montage, der gefühlvollen Musik – vor allem aber natürlich, wie sie mit dem letzten Rest Sauerstoff den Rover verlässt, nochmal auf die Titanoberfläche blickt, den phosphoreszierenden See erblickt, und in diesen hineinsteigt. Ja, es ist traurig, dass sie stirbt, aber zugleich war sie ihr Leben lang auf der Suche nach außerirdischem Leben. Eben dies macht ihren Tod hier mindestens so erhebend und triumphal wie berührend.

Episodenbild (c) Apple TV+ Wenn es überhaupt etwas gibt, dass ich an "Dies ist unser Land" kritisieren würde, dann ist es der Zeitsprung am Ende. Zwar ist mir natürlich bewusst, dass dies zum zentralen Konzept der Serie gehört. Aber es bedeutet halt auch, dass wir (nicht zum ersten Mal) einige Auswirkungen (und Aussprachen?), die sich aus den Ereignissen hier ergeben, nicht direkt miterleben werden. Sei es, wie Alex mit seinen Erlebnissen während des Angriffs, aber natürlich auch dem Tod seiner Mutter, umgeht. Ob A.J. aus ihrer ersten, traumatischen Kampferfahrung irgendwelche Konsequenzen ziehen (und z.B. den Dienst quittieren) wird. Was sein hartes (notwendiges?) Vorgehen mit Miles macht. Und ob seine Tochter Lily ihn wegen dem was ihr zuvor im Hinblick auf Miles' früheren Verrat gesagt wurde, zur Rede stellt. Zwar verstehe ich, dass man die großen dramaturgischen Höhepunkte natürlich im Staffelfinale platzieren will. Dennoch war das wieder einmal einer jener Fälle, wo ich mir gewünscht hätte, dass wir jetzt noch eine Folge bekommen, die sich mit den Nachwehen beschäftigt, ehe wir neuerlich zehn Jahre in die Zukunft springen. Allerdings ist dies etwas, das "Dies ist unser Land" an sich nur bedingt anzulasten ist.

Fazit: Nach einer aus meiner Sicht doch eher schwachen vierten Staffel hat "For All Mankind" – von einem kleinen Durchhänger in der Mitte abgesehen – mit Season fünf wieder merklich aufgedreht, und legt vor allem auch nun zum Ende das stärkste Staffelfinale seit "Eskalation" vor. Angefangen bei der spannenden Art und Weise, wie die Ereignisse zu Beginn der Folge parallel zu jenen aus "Söhne und Töchter" spielten, über zahlreiche starke Momente und dem spannenden Verlauf der Handlung, bis hin zum hochdramatischen Finale, wo wir uns völlig unerwartet (zumindest für mich) von Kelly verabschieden müssen. Das traf mich doch ziemlich hart; und war vor allem auch absolut perfekt inszeniert, und verlieh diesem tragischen Moment eine faszinierend-triumphal-erhebende Note. Jedenfalls blicke ich nach diesem Ende, und generell der Steigerung mit der fünften Staffel, mit Zuversicht – und Vorfreude – auf die anstehende letzte Season.

Wertung: 4.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2026 Apple TV+)







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