Originaltitel: Brave New World Episodennummer: 5x08 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 15. Mai 2026 (Apple TV+) Drehbuch: Nina Braddock & Kate Burns Regie: Dan Liu Besetzung:
Toby Kebbell als Miles Dale,
Mireille Enos als Celia Boyd,
Edi Gathegi als Dev Ayesa,
Cynthy Wu als Kelly Baldwin,
Coral Peña als Aleida Rosales,
Costa Ronin als Leonid Polivanov,
Sean Kaufman als Alex Poletov Baldwin,
Ruby Cruz als Lily Dale,
Ines Høysæter Asserson als A.J. Jarrett,
C.S. Lee als Lee Jung-Gil,
Myk Watford als Palmer James,
Svetlana Efremova als Irina Morozova,
Christopher Denham als Walt Griebel,
Goran Ivanovski als Dimitri Mayakovsky,
Dimiter D. Marinov als Ilya Breshov,
Salvador Chacon als Gerardo Ortiz-Niño,
Barrett Carnahan als Marcus Haskell,
Keith Miller als Manuel Ruiz,
Masumi als Fumiko,
Yael Chanukov als Gulsora Akilmatova,
Kristina Klebe als Elena Beaufort,
Rueben Grundy als Stuart 'Stu' Fraser,
Michael Klesic als Oleg Vyshinsky,
Sara Boutine als Shireen Al-Jabiri u.a.
Kurzinhalt:
Die erfolgreiche Landung der Sojourner-T auf dem Saturnmond Titan wird auf dem Mars bejubelt. Inmitten der Feierstimmung wird Miles Dale von Irina Morozova und Leonid Polivanov darüber informiert, dass in wenigen Tagen ein Einsatztrupp der M-6 eintreffen wird, der die Kontrolle über Happy Valley sowie den Goldlöckchen-Asteroiden übernehmen und dafür sorgen soll, dass die Iridium-Lieferungen an die Erde wieder aufgenommen werden. Neben Marcus Haskell, der auf dem Mars aufgewachsen ist und eng mit Alex und Lily befreundet war, ist auch A.J. Jarrett Teil der Mission – sehr zu ihrem Missfallen, hatte sie doch eigentlich gehofft, auf dem Mond stationiert zu werden, und dem Roten Planeten fern zu bleiben, der ihrem leiblichen Vater zum Verhängnis wurde. Je näher sie dem Mars kommen, desto schwerer wiegt die entsprechende Last auf ihren Schultern. In Happy Valley hat man indes einen Plan ausgearbeitet, um die Übernahme der Station auf dem Goldlöckchen-Asteroiden zu verhindern: In dem man die Landeplattform dort vernichtet, möchte man sie für die M-6 unzugänglich machen…
Review:
In "Schöne neue Welt" beginnt der Konflikt zwischen den Mars-Aufständischen und der M-6 nun langsam zu eskalieren. Gleich zu Beginn, während die anderen noch die erfolgreiche Landung auf dem Titan feiern (dazu später), erfährt Miles dank Irinas Spionagenetzwerk vom Schiff mit einer Einsatztruppe an Bord, dass in Kürze auf dem Mars eintreffen wird. Im daraufhin hastig einberufenen Krisenrat macht Lee den Vorschlag, die Landeplattform auf dem Goldlöckchen-Asteroiden zu sprengen und ihn so dem Zugriff der M-6 zu entziehen. Die daraus resultierende Mission, welche dann die letzten 10-15 Minuten vor dem Abspann dominiert, war definitiv der Höhepunkt der Episode. Klar war von Anfang an klar, dass das Shuttle (mit Celia und Leonid an Bord) trotz aller Turbulenzen nicht explodieren wird, dennoch war das sehr packend umgesetzt. Hier waren Inszenierung, schauspielerische Leistungen, Effekte und Musik definitiv wieder mal zu loben. Mehr noch als das sticht dann aber die Wendung hervor, dass sie insofern zu spät kommen, als die Aufklärungseinheit zu diesem Zeitpunkt bereits eingetroffen ist.
Da es keine Möglichkeit gibt, den Countdown zu stoppen (vorausgesetzt, man hätte überhaupt die Entscheidung getroffen, das zu tun), müssen alle hilflos mit ansehen, wie die (vermeintlich gesamte) Einheit bei der Explosion ums Leben kommt. Auch wenn es sich dabei um Truppen "des Feindes" gehandelt haben mag, war es nie die Absicht, dass dabei Personen sterben – und die Marsianer somit im bevorstehenden Konflikt als erste Blut vergießen. Dementsprechend getrübt ist die Stimmung in der Kommandozentrale. Auch dies fängt "Schöne neue Welt" sehr gelungen ein. Im Gegensatz zu ihnen wissen wir, dass zumindest A.J. überlebt hat. Die betreffende Erfahrung wird ihren Unmut darüber, zum Mars versetzt worden zu sein, wohl kaum reduziert haben. Ehe es so weit ist, wird uns in wenigen Szenen effizient gezeigt, wie sehr A.J. mit der bevorstehenden Ankunft auf dem Mars hadert, und dementsprechend das Schicksal ihres Vaters schwer auf ihren Schultern lastet. Auch dies konnte mir gut gefallen. Eher misslungen war in meinen Augen aber der Versuch, Mitgefühl für die beim Angriff auf die Kuppel getötete Freundin von Alex und Lily zu wecken – da ich das von ihr gedrehte Video (auch wenn dieses noch nicht fertig war) derart übertrieben prätentiös fand, dass es auf mich fast schon parodistisch rüberkam. Jedenfalls hätte ich an der Stelle eher gelacht, als dass ich mit den Tränen gekämpft hätte. Aber auch die nachfolgende Gesangseinlage, die Lily für ihre Doku aufnimmt, fand ich eher störend und aufgesetzt. Ganz anders dann das Lied, welches über den Abspann gelegt wurde; das war nämlich fantastisch. Jedenfalls konnte mir die Mars-Storyline hier definitiv wieder besser gefallen als zuletzt. Insgesamt (abseits bzw. ungeachtet des starken Finales rund um die Mission, die Landeplattform zu sprengen) würde ich aber den Titan-Teil auch hier wieder stärker einstufen. Einerseits, weil es hier eben wirklich eine – dem Titel gemäße – "schöne neue Welt" zu sehen gab. Aber auch, als ich die ganze Zeit befürchtete, Kelly würde Walt die Wahrheit sagen – und ich es sehr gut fand, dass es dazu nicht kam. Und wie sie ihn auf die Mission holt, damit er seine Ermittlungen nicht fortsetzen kann, war auch ein cleverer Schachzug. Vor allem aber bin ich schon sehr gespannt darauf, was die drei finden werden, wenn sie den See erreichen.
Fazit:
Zwar hat mir auch bei "Schöne neue Welt" wieder alles rund um die Titan-Mission besser gefallen, dennoch dreht die Mars-Storyline nun nach dem sechsmonatigen Zeitsprung (und dem Tief zur Staffelmitte) zunehmend auf. Insbesondere alles rund um die Mission zur Sprengung der Landeplattform auf dem Goldlöckchen-Asteroiden war dann wirklich packend. Einerseits der Flug durch den Sturm, mehr noch aber die Erkenntnis, dass die Station nicht ganz verlassen ist, und man dabei ist, zusammen mit der Plattform einen Erkundungstrupp der M-6 in die Luft zu sprengen. Aber auch alles rund um A.J. sprach mich durchaus an. Nur rund um Alex und Lily gab es ein paar kleinere (wenn auch nicht dramatische) Misstöne – wie das in meinen Augen misslungene Video ihrer verlorenen Freundin. Auf dem Titan wiederum gefielen mir neben den (sehr gut gemachten) Einblicken in diese fremde Welt vor allem auch, dass Kelly ihr Geheimnis hier vorerst noch für sich behalten konnte. Wie groß wohl die Chance ist, dass sich die Handlung der sechsten (und dem Vernehmen nach letzten) Staffel dann zum Teil auf dem Titan abspielen wird?!