Originaltitel: Home Episodennummer: 5x03 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 10. April 2026 (Apple TV+) Drehbuch: Nina Braddock Regie: Meera Menon Besetzung:
Joel Kinnaman als Edward Baldwin,
Toby Kebbell als Miles Dale,
Mireille Enos als Celia Boyd,
Edi Gathegi als Dev Ayesa,
Cynthy Wu als Kelly Baldwin,
Coral Peña als Aleida Rosales,
Costa Ronin als Leonid Polivanov,
Sean Kaufman als Alex Poletov Baldwin,
Ruby Cruz als Lily Dale,
Wrenn Schmidt als Margo Madison,
Shantel VanSanten als Karen Baldwin,
Michael Dorman als Gordo Stevens,
Myk Watford als Palmer James,
Tyler Labine als Fred Stanislaus,
Goran Ivanovski als Dimitri Mayakovsky,
Dimiter D. Marinov als Ilya Breshov,
Salvador Chacon als Gerardo Ortiz-Niño,
Jorge Diaz als Victor Diaz,
Olga Fonda als Natalya 'Tasha' Polivanova,
AJ Cedeno als Dan Guerra,
Banyah Maria Choi als Nam Moon Yeong u.a.
Kurzinhalt:
Zwar ist es Ed gelungen, Lee zur ISN-Basis zu schaffen, und damit seine Auslieferung zur Erde zu verhindern – nun jedoch bezahlt er einen hohen Preis dafür. Denn die Anstrengung des Flugs war für seinen alten und schwer an Krebs erkrankten Körper zu viel – er liegt im Sterben. Kelly versucht ihn dazu zu überreden, es mit einer experimentellen Therapie zu versuchen, doch davon will Ed nichts wissen. Sobald er sich wieder kräftig genug fühlt, um aufzustehen, begibt er sich in die Bar, wo sich Alex und Kelly ihm anschließen. Danach wird er in sein Quartier gebracht, wo seine Tochter und sein Enkelsohn schließlich nichts weiter tun können, als darauf zu warten, dass er für immer einschläft. Indes setzt Captain Celia Boyd trotz Lees Flucht ihre Ermittlungen fort. Die Russen bereiten sich indes darauf vor, ein bemanntes Raumschiff zum Titan zu schicken, um dort nach Leben zu suchen. Als Aleida dies Margo bei ihrem Besuch im Gefängnis erzählt, meint diese, dass es nur einen Weg gibt, damit Helios ihnen zuvorkommt: Aleida muss zum Mars, um die Mission von dort aus zu leiten…
Review:
Bevor man mit der nächsten Folge (vermeintlich; weil wo sollte die Reise sonst hingehen?) mutig in die Zukunft vorstößt, konzentriert sich "For All Mankind" nochmal auf die Vergangenheit. Für so manche – emotionale – Szene baut man dabei auf großartige Art und Weise auf die Vorarbeit aus den Staffeln davor auf. Dies gilt nicht nur für Ed (dazu gleich), sondern vor allem auch für Aleida. Zwar war es wohl zugegebenermaßen nur logisch, dass es auch sie (im Gegensatz zu ihrer Mentorin) eines Tages ins All verschlagen würde. Und im Hinblick auf die bevorstehende Mission zum Titan ist sie die einzig logische Wahl. Und doch fällt ihr die Entscheidung schwer. Und das nicht einmal so sehr wegen ihrer Familie – die wird nämlich, wie ihr Mann ihr versichert, auch ohne ihr klar kommen – sondern wegen Margo. Nachdem sie – verständlicherweise – erschüttert und erzürnt über zuerst ihren Verrat und dann den vorgetäuschten Tod war, haben sich die beiden zum Ende der vierten Staffel versöhnt, und sich in den Jahren dazwischen offensichtlich wieder das alte, innige freundschaftliche Verhältnis zwischen ihnen eingestellt. Margo nun im Gefängnis allein zurück – und damit quasi auch im Stich zu lassen – fällt ihr sichtlich schwer. Die betreffende Szene war von Wrenn Schmidt und Coral Pena wieder einmal famos gespielt. Und auch die Szene, wenn sie am Ende aufbricht, während Margo allein in der Zelle sitzt – weil Aleidas üblicher Besuch ausfällt – verfehlte die gewünschte emotionale Wirkung bei mir nicht.
Wenn es einen Kritikpunkt an "Heimat" gibt, dann dass der vermeintlich größere dramaturgische Höhepunkt, nämlich der Tod von Ed, bei mir nicht die gleiche Wirkung erzielen konnte. Immerhin war er seit Beginn an dabei, und wenn es bei solch einer Ensembleshow überhaupt eine Art Hauptfigur geben kann, dann hätten – bisher – die meisten wohl ihn genannt. Bitte nicht falsch verstehen: Es ist nicht so, als wäre mir sein Ableben egal gewesen. Zwar hatte ich, wie im Review zu "Erstes Licht" erwähnt, damit fest gerechnet; allerdings erst zum Ende der Staffel, da man eine eben solche ja doch ganz gern mit einem großen emotionalen Höhepunkt abschließt. Dass wir uns von Ed doch schon hier verabschieden müssen, hat mich somit eiskalt erwischt – aber halt leider, aus welchem Grund auch immer, nicht ähnlich berührt wie Aleidas Abschied von Margo. Dass er in der Vergangenheit die eine oder andere Entscheidung gemacht hat, die ihn mir nicht unbedingt sympathisch machte, mag dabei durchaus auch eine Rolle gespielt haben. Grundsätzlich fand ich die Szenen rund um seinen Abschied aber schon sehr gut gemacht; sowohl inszenatorisch, darstellerisch, musikalisch, als auch vom Inhalt her. Insbesondere, wie man hier am Ende dann in der Zeit zurückgeht, zu seinem (noch vor der Serie stattfindenden) ersten Flug zum Mond, stach dabei für mich hervor. Nicht zuletzt natürlich auch, als es dort ein kurzes Wiedersehen mit Michael Dorman als Gorgo Stevens und Shantel VanSanten als Karen Baldwin gab (wobei ich es vor allem letzterer hoch anrechne, für diesen Mini-Auftritt zurückgekehrt zu sein; andere Darsteller:innen hätten einen solchen wohl abgelehnt, weil sie ihn als zu gering und deshalb ihrer nicht würdig eingestuft hätten). Jedenfalls schließt sich mit dieser Rückblende auf wunderbare Art und Weise der Kreis zum Beginn der Serie. Und auch die Szene, wo wir – über den Abspann – ihre Kapsel im Orbit des Mondes sehen, war sehr schön. Demgegenüber hätte ich die Flashbacks zu seinem Einsatz im Zweiten Weltkrieg nicht unbedingt gebraucht (ich fand nämlich leider nicht, dass diese die Episode und/oder die Figur aufgewertet hätten); wobei sie mich zumindest auch nicht gestört haben.
Fazit:
"Heimat" baut auf phantastische Art und Weise auf dem auf, was in den ein bisschen mehr als vier Staffeln zuvor bei "For All Mankind" geschehen ist. Dies einerseits bei den gemeinsamen Szenen von Aleida und Margo, die enorm auf die Freundschaft aufbauen, die sich zwischen ihnen entwickelt hat – weshalb es Aleida nun extrem schwer fällt, Margo allein im Gefängnis zurück (und damit aus ihrer Sicht auch im Stich) zu lassen. Mit dem Zusammenschnitt ihres Aufbruchs, während Margo allein in der Zelle sitzt, wird das auch visuell nochmal sehr gut vermittelt. Die noch größere Entwicklung ist aber natürlich der Tod von Ed, mit dem ich zwar grundsätzlich schon gerechnet hatte – aber nicht so früh (sondern erst im Staffelfinale). Der betreffende Handlungsstrang war sehr gefühlvoll umgesetzt, und sowohl darstellerisch, musikalisch und inszenatorisch sehr fein, wobei es mir vor allem die Rückblende zu Eds erster Mond-Mission mit Gordo, mit der "For All Mankind" in der Zeit sogar noch ein bisschen vor die erste Episode der Serie zurückging, angetan hatte. Damit schloss man auf wunderbare Art und Weise den Kreis über Eds Reise. Wirklich berührt hat mich sein Ableben zwar leider (warum auch immer) nicht; dennoch war das grundsätzlich schon sehr gut gemacht.