Originaltitel: Seed of Destruction Episodennummer: 2x13 Bewertung: Erstausstrahlung UK: 11. November 1976 Erstausstrahlung D: 06. August 1978 Drehbuch: Kevin Connor Regie: John Goldsmith Besetzung:
Martin Landau als Commander John Koenig,
Barbara Bain als Dr. Helena Russell,
Catherine Schell als Maya,
Tony Anholt als Tony Verdeschi,
Nick Tate als Alan Carter,
Zienia Merton als Sandra Benes,
Jeffery Kissoon als Dr. Ben Vincent,
Martha Nairn als Female Operative,
Jack Klaff als Guard,
James Leith als Guard,
Albin Pahernik als Creature u.a.
Kurzinhalt:
Alan und John fliegen los, um einen nahegelegenen Asteroiden zu erforschen. Dort entdeckt Commander Koenig unterirdische Höhlen, in denen einige Wände wie Spiegel aussehen. Plötzlich steht ein zweiter John Koenig vor ihm, und schaltet ihn aus. Es ist dieser Doppelgänger, der zum Eagle-Shuttle zurückgeht, und dementsprechend auch mit Alan wieder zur Mondbasis Alpha 1 zurückkehrt. Der falsche John behauptet, dass vom Asteroiden eine Gefahr für die Basis, und ihrer aller Überleben, ausgehen würde. Um diese zu beseitigen, müsse man eine große Menge Energie in Richtung des Asteroiden schleudern. Maya und Tony melden Bedenken an: Eine solche Aktion würde die Energieversorgung der Mondbasis bedrohen; was nutzt es, den Asteroiden zu vernichten, wenn dafür erst recht wieder alle Alphaner sterben? Doch John bleibt standhaft. Eben dieses Verhalten lässt ihn sowohl in ihren Augen, aber auch jenen von Helena, verdächtig erscheinen. Sie weihen daraufhin Alan in ihre Vermutung ein – doch dieser weigert sich partout, ihnen zu glauben…
Review:
Der Auftakt von "Das Spiegelwunder" war fantastisch. Die Effekte rund um den Asteroiden, die Landung auf eben diesem (mit einer wieder netten außerirdischen Landschaft), die Gestaltung der Höhlen mit ihren Spiegeln – das allein wäre ja schon nett genug gewesen. Dann aber kommt der Moment, wo John vor einem dieser spiegelglatten, reflektierenden Oberflächen steht, sich wegbewegt – doch seine vermeintliche Spiegelung bleibt stehen. Es mag nicht die neueste Idee sein, aber ich fand es hier, so wie es von Kevin Connor inszeniert wurde, echt unheimlich umgesetzt. Was es damit auf sich hat, erfahren wir dann erst später. Abseits des netten Rückgriffs auf die Terminologie der ersten Staffel rund um eine Schwarze Sonne gilt es hier dann wieder einiges an pseudowissenschaftlichem Humbug zu schlucken, um sich auf den Rest der Folge – und die Natur der Bedrohung – einzulassen. Weil grundsätzlich klingt das mit der Welt, die quasi auf ein kleines Saatkorn runtergeschrumpft wurde, für dessen "Wiedergeburt" man nun Energie braucht, zwar durchaus originell und faszinierend. Zugleich fragt man sich aber halt schon auch, was für Drogen Drehbuchautor John Goldsmith konsumiert hat, um sich sowas einfallen zu lassen.
In jedem Fall offenbart "Das Spiegelwunder" hier interessante Parallelen zur Episode davor, "Planet der Wartenden". In beiden Fällen geht es darum, eine Zivilisation wieder zum Leben zu erwecken – notfalls auf Kosten der Alphaner. Der Ablauf ist diesmal jedoch ein ganz anderer: Wo sich bei "Planet der Wartenden" die vermeintlichen Schurken doch noch dazu überreden ließen, die Menschen zu verschonen, kennt die Stimme von Kalthon keine Gnade. Ihr ist es egal, wenn sämtliches Leben auf Alpha ausgelöscht wird; dem Ziel, das Herz von Kalthon wiederzubeleben, wird alles untergeordnet. Auf der einen Seite ist das insofern gut, als es sich sonst ja nur um eine Kopie von "Planet der Wartenden" gehandelt hätte. Im Gegensatz zu dieser Episode, wo es doch einen gewissen moralischen Zwiespalt gab, ist man diesmal aber aufgrund des rücksichtslosen Vorgehens trotz des durchaus hehren Ziels, dass der gespiegelte Koenig verfolgt, zu 100% nicht auf seiner Seite. Ein bisschen ambivalenter hätte man das ruhig zeichnen können. Davon abgesehen ist "Das Spiegelwunder" aber eine weitere gelungene Folge, die somit zusammen mit "Planet der Wartenden" aus der ansonsten bislang höchst enttäuschenden zweiten Staffel positiv hervorsticht. Zwar ist die Idee eines solchen Doppelgängers (oder alternativ einer uns bekannten Figur, die von einem anderen Bewusstsein gesteuert wird) nicht neu, und zählt eigentlich auch nicht zwingend zu meinen Favoriten. Ich fand es hier aber durchaus interessant und nett umgesetzt, gerade auch im Hinblick darauf, wie das untypische Verhalten des falschen Koenigs zunehmend den Verdacht von Maya, Helena und Tony erregt – während es Alan lange Zeit schwer fällt, ihnen zu glauben. Martin Landau gelingt es zudem sehr gut, beide Versionen von Koenig zwar einerseits deutlich voneinander abzugrenzen, andererseits aber eben auch nicht so deutlich, dass es unplausibel erscheint, dass es nicht noch früher/stärker auffällt. Wirklich spannend war's zwar nicht, insgesamt hat mich "Das Spiegelwunder" aber schon gut unterhalten.
Fazit:
Während die Motivation hinter dem "Angriff" auf die Mondbasis jener aus der Episode davor stark ähnelt, ist der Ablauf (und die Natur von eben diesen) diesmal ganz anders. Auf der einen Seite sehe ich es zwar positiv, dass man nicht das Muster von "Planet der Wartenden" wiederholte, andererseits verschenkt "Das Spiegelwunder" aber im Hinblick darauf, dass man aufgrund der rücksichtslosen Vorgehensweise keinen Grund hat, auf Seiten des "falschen" Koenig zu stehen, auch einiges an dramaturgischem Potential. Grundsätzlich konnte mir die Episode aber gefallen, und verstand es vor allem auch, mich gut zu unterhalten. Vor allem den Auftakt fand ich klasse, wobei mir insbesondere die Einstellung mit dem sich wegdrehenden Koenig, während sein Spiegelbild stehen bleibt, noch länger in Erinnerung bleiben wird. Martin Landau schafft es zudem sehr gut, beide Versionen der Persönlichkeit subtil voneinander abzugrenzen (letzteres ist nicht zuletzt auch deshalb wichtig, damit es plausibel ist, dass die Alpha-Crew nicht schon viel früher rebelliert). Und nicht zuletzt sorgte der Doppelgänger im Hinblick auf die Dynamik in der Mondbasis für eine interessante Ausgangssituation, die "Das Spiegelwunder" in weiterer Folge auch durchaus zu nutzen weiß.