Kurzinhalt:
Zwei Jahre sind vergangen, seitdem Harvey Dent den Tod gefunden hat. Seither fehlt auch von Batman jede Spur. Der Grund liegt hierfür in einer Vereinbarung, die Bruce Wayne mit Commissioner Gordons Tochter Barbara – nun Captain beim GCPD – getroffen hat, nachdem ihr dessen Doppelleben offenbart wurde. Denn so lange er davon absieht, wieder ins Kostüm zu schlüpfen, wird sie keine weiteren Maßnahmen ergreifen. Und so versucht Bruce Wayne nun auf andere Art und Weise, Gutes zu tun. Und so gibt er sich eines Tages als der Bombenleger Firefly aus, um nach Arkham gebracht zu werden. Von dort entlassene Patienten litten nämlich zuletzt vermehrt unter Angstzuständen – insbesondere, wenn ein Batman-Nachahmer vor ihnen stand. Bruce möchte dem auf den Grund gehen – und landet so in Behandlung von Dr. Crane…
Review:
Nachdem mir der erste Comic ja ausgesprochen gut gefallen konnte, war ich von "Echos" nun leider sehr enttäuscht. Es wirkte auf mich fast so, als hätte Sam Hamm beim Vorgänger Überlegungen für den nie umgesetzten dritten Tim Burton-Film einfließen lassen. Eben diese Notizen boten den Grundstock für eine wirklich spannende Handlung, die insbesondere auch im direkten Vergleich zu dem dritten Film, den wir stattdessen bekamen (und der ja einige ähnliche Elemente – wie Two-Face – enthielt), überaus interessant war. Aber, natürlich: Über den dritten Teil hinaus hat man damals nicht gedacht, und es schien mir, als hätte sich Hamm eher schwer damit getan, sich eben dafür etwas einfallen zu lassen. Statt wie die Filme auf den Riddler, Mr. Freeze und/oder Poison Ivy (und in geringerem Ausmaß Bane) zu setzen, kommen hier Scarecrow und Harley Quinn zum Zug. Was grundsätzlich schon auch interessant hätte sein können. Bedauerlicherweise fand ich aber nicht, dass es hier gelang, die beiden als Bedrohungen für Gotham im Allgemeinen und/oder Batman im Speziellen in Szene zu setzen. Zumal sie hier zu 95% "out of costume" in Erscheinung treten. Irgendwie steht auch für ein Batman- bzw. Comic-Abenteuer erstaunlich wenig auf dem Spiel. Der letzte wesentliche Kritikpunkt ist dann, dass auch Batman – aufgrund der Vereinbarung zwischen Bruce und Barbara – die längste Zeit mit Abwesenheit glänzt. Bruce ist ja in erster Linie Undercover in Arkham unterwegs, und schlüpft erst in der zweiten Hälfte wieder ins Fledermauskostüm, und auch dort dann nur sehr sporadisch und relativ kurz. Auch das machte sich negativ bemerkbar.
In erster Linie wollte mich aber einfach die Story ganz allgemein nicht ansprechen. Neben den schon erwähnten schwachen Bösewichten, sowie einem mangelnden Gefühl der Bedrohung, machte die Geschichte auf mich nicht zuletzt auch einen sehr zerfahrenen und teilweise auch ziellosen Eindruck. Es ist schon erstaunlich, wie relativ viel Zeit man sich für Dr. Crane und mehr noch Dr. Quinzel nimmt, ohne dass beide sonderlich Eindruck hinterlassen würden. Generell streckt sich "Echos" teilweise in zu viele Richtungen. Ein Beispiel: Zu Beginn geht man auf die Batman-Nachahmer ein, die teilweise auch ziemlich brutale Tode sterben. Nur: Nach den ersten paar Seiten verliert der Comic diesen durchaus interessanten Handlungsstrang völlig aus den Augen. Es ist auch zu lange unklar, worin denn eigentlich die Gefahr für Batman und/oder Gotham besteht. Und nicht zuletzt wirkt "Echos" – im Gegensatz zum auf den Filmen aufbauenden Vorgänger – fast wie ein völlig für sich stehendes, eigenständiges Abenteuer. Ja, es gibt eine kleine Gastrolle für Selina Kyle, dennoch wird kaum etwas aus den Filmen und/oder dem Vorgänger aufgegriffen. Immerhin: Visuell ist auch der zweite Comic der "Batman '89"-Reihe wieder über jeden Zweifel erhaben. Da waren schon wieder ein paar sehr schöne Bilder darunter – auch wenn der Vorgänger auch diesbezüglich mehr punkten konnte, was aber sicher auch daran liegt, dass Batman dort weitaus häufiger in Erscheinung trat, und man in dementsprechend immer wieder beeindruckend in Szene setzen konnte. Ein ähnlich starkes, zentrales Motiv fehlt hier. Davon abgesehen können sich aber sowohl die Illustrationen von Joe Quinones als auch die Farbgebung durch Leonardo Ito wieder sehen lassen. Storytechnisch gab "Echos" (mir) aber leider viel zu wenig her.
Fazit:
Während ich den Vorgänger überaus genossen habe, werde ich mir "Echos" sicherlich kein zweites Mal vorknöpfen. Angefangen dabei, dass Batman hier ein Schattendasein fristet, über die zerfahrene und uninteressante Story (die es noch dazu die längste Zeit an einem Gefühl der Bedrohung vermissen lässt), bis hin zu den mangelnden Bezügen zum Vorgänger bzw. den Filmen. Auf mich wirkte es so, als hätte Sam Hamm alle guten Ideen für eine Fortsetzung zu Tim Burtons Batman-Filmen bereits bei "Shadows" verbraten, wäre von dessen Erfolg überrascht worden, und hatte dann keine Idee mehr, wie er daran anknüpfen soll. Optisch gibt es zwar wieder absolut nichts zu bemängeln (wobei auch hier der Vorgänger aufgrund der häufigeren Auftritte von Batman imposanter war), und einzelne interessante Ansätze und/oder gelungene Momente finden sich durchaus auch hier. Insgesamt aber leider viel zu wenig, um den Comic für mich – ganz im Gegensatz zum Vorgänger – lohnenswert zu machen.