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Logan's Run - 1x05: Man Out of Time Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) CBS

Originaltitel: Man Out of Timet
Episodennummer: 1x05
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 17. Oktober 1977
Erstausstrahlung D: -
Drehbuch: David Gerrold
Regie: Nicholas Colasanto
Besetzung: Gregory Harrison als Logan, Heather Menzies als Jessica, Donald Moffat als Rem, Paul Shenar als David Eakins, Mel Ferrer als Analog, Woodrow Chambliss als Lab Tech One, Gene Tyburn als Comp Tech Four, Hank Brandt als Gold, Betty A. Bridges als Fontaine, Wallace Chadwell als White, Ken Martinez als Martinez, Jeffrey Reese als Handley, Jeff Cotler als Binary, Sherril Lynn Rettino als Katie u.a.

Kurzinhalt: Rem registriert in der Nähe eine starke elektromagnetische Signatur. Als man den Bereich aufsucht, stößt man zuerst nur auf eine Ruine – ehe dann auf einmal ein mysteriöses Artefakt erscheint. In diesem findet man einen Hasen; kurz darauf entmaterialisiert das Gebilde wieder, nur um einige Minuten später neuerlich zu erscheinen. Diesmal befindet sich ein Mann darin, der sich ihnen als David Eakins vorstellt, sich jedoch im Hinblick darauf, wo er herkommt, sehr bedeckt hält. Er ist aber so wie sie auf der Suche nach der Sanctuary-Siedlung, und schließt sich ihnen an. Kurz darauf treffen sie tatsächlich auf eine Gemeinschaft unter diesem Namen. Da man dort jedoch noch nie etwas von der Kuppelstadt und jenen, die daraus geflohen sind, etwas gehört hat, kann es sich nicht um jene Zuflucht handeln, nach der Logan und Jessica suchen. Doch auch für David ist die Ankunft in dieser von Aberglauben geprägten Gemeinschaft ernüchternd, denn: David kommt aus der Vergangenheit, und muss erkennen, dass jener Weltuntergang, den er verhindern wollte, offensichtlich trotz all seiner Bemühungen dennoch eingetreten ist…


Review: Episodenbild (c) CBS Wie schon zwei Episoden zuvor, bei "Capture", versteckt sich auch hinter dem Autor des Drehbuchs zu "Man Out of Time", Noah Wood, ein prominenter, aus "Star Trek" bekannter Name: David Gerrold, der zur klassischen Serie u.a. die legendäre Episode "Kennen Sie Tribbles?!" beisteuerte. Auch in diesem Fall ist mir nicht bekannt, warum Gerrold seinen "echten" Namen von der Episode nahm, und ein Pseudonym verwendete. Oftmals liegt es ja daran, dass vom Drehbuch zur fertigen Folge zu viel verändert wurde, und der jeweiligen Autor mit dem Endprodukt nicht wirklich zufrieden ist. Für letzteres gibt es durchaus prominente Beispiele, wo man das eigentlich nur schwer nachvollziehen kann. Ich denke da an Harlan Ellison, der – vergeblich – gekämpft hat, seinen Namen von "Griff in die Geschichte" streichen zu lassen; eine Folge, die auch fast sechzig Jahre später immer noch mit zum besten zählt, was "Star Trek" je hervorgebracht hat. Oder man nehme – auch wenn der Fall hier etwas anders gelagert ist – Stephen King, der "Shining" von Stanley Kubrick – ein Meisterwerk des Horror-Genres – nicht ausstehen kann. Und auch in diesem Fall könnte ich es ehrlich gesagt überhaupt nicht nachvollziehen, wenn Gerrold das Endprodukt nicht gefallen hätte.

Denn: Für mich ist "Man Out of Time" nicht einfach nur die bisher beste Episode von "Logan's Run" (und ich bin offen gestanden sehr skeptisch, dass da noch etwas Besseres folgen wird), ich würde sie sogar besser einschätzen als den Film, auf dem die Serie basiert. Teilweise mag dies damit zusammenhängen, dass ich nun mal bekanntermaßen ein Faible für Zeitreisegeschichten habe – wobei das jedoch erst nach ein paar Minuten klar wird. Denn ursprünglich dachte ich, als auf einmal diese Kapsel erscheint, an ein "reines" Transporter-Experiment, analog zum Beamen bei "Star Trek", und dass David und seine Kollegen in irgendeinem Bunker im Untergrund hocken. Das allein wäre ja schon interessant gewesen. Als dann aber (für uns; Logan, Jessica und Rem erfahren es erst deutlich später) klar wird, dass er aus der Vergangenheit – genauer gesagt, einer Zeit kurz vor dem nuklearen Holocaust – kommt, dreht "Man Out of Time" noch einmal ordentlich auf. Zuerst einmal sprach mich Davids ernüchternde Erkenntnis an, dass es offensichtlich nicht gelungen ist, die Katastrophe zu verhindern. Das allein muss schon mal erschütternd sein. Umso mehr, als er sich kurz darauf in der Ruine der Sanctuary-Basis wiederfindet, und erkennen muss, dass diese mittlerweile von einer Gruppe von Überlebenden bewohnt wird, die einen Gott anbeten, und dass jegliches dort einst gespeicherte Wissen verloren gegangen ist. Für einen Mann der Wissenschaft muss das grauenvoll sein. Danach will er unbedingt herausfinden, wie es zur Katastrophe kam, um den Weltuntergang vielleicht doch noch verhindern zu können. Dies wiederum bringt aber eine weitere, interessante moralische Implikation mit sich: Denn wenn er diese Zukunft verhindert, beendet er damit nicht gleichzeitig die Existenz von Logan, Jessica, Rem und all den anderen, auf die er auf dieser Reise getroffen ist. Was gibt ihm eigentlich das Recht dazu, ihre Existenz auszulöschen?! Eben dies (und auch alles andere in der Folge) spielt Paul Shenar echt ausgezeichnet.

Episodenbild (c) CBS Der wahre Clou folgt dann aber am Ende. Denn nach der Rückkehr in seine eigene Zeit erhält David endlich die langersehnte – in diesem Fall jedoch absolut erschütternde – Antwort auf die Frage, was denn eigentlich den Weltuntergang ausgelöst hat: Er selbst. Denn die Meldung über seine erfolgreiche Zeitreise löst im Hinblick darauf, dass man dann ja nicht nur in die Zukunft, sondern in die Vergangenheit reisen, und die Technologie somit als Waffe einsetzen könnte, einen Präventivschlag feindlicher Mächte aus. Und so hat David im Bestreben, den Weltuntergang zu verhindern, in einer klassischen sich selbst erfüllenden Prophezeiung diesen vielmehr selbst verursacht. Es ist für mich eigentlich nicht vorstellbar, wie diese Erkenntnis für ihn gewesen sein muss. Dieser Twist brachte der bis dahin eh auch schon sehr guten Episode dann aber nochmal einen halben Wertungspunkt extra sein – und war dann eben auch genau das, was "Man Out of Time" für mich so hervorstechen ließ.

Fazit: Offen gestanden bin ich an "Logan's Run" nicht unbedingt mit hohen Erwartungen herangegangen. Ich war eher von Neugier angetrieben, da ich solche Projekte – eine Serie auf Basis eines (eigentlich in sich abgeschlossenen) Films – irgendwie spannend finde (ähnlich wie eben auch Romanadaptionen von Drehbüchern). Nachdem ich aber bereits von den ersten vier Episoden qualitativ durchaus angetan war (in meinen Augen schlug sich "Logan's Run" hier definitiv besser, als die "Planet der Affen"-Serie), hat mich "Man Out of Time" nun echt begeistert. Ich hatte wirklich nicht erwartet, eine derart famose, faszinierende und auch tragische Geschichte im Verlauf der Serie zu Gesicht zu bekommen. Zugegeben, alles rund um die Sanctuary-Siedlung fiel im Vergleich zur David-Storyline ein bisschen ab (man kann es zudem kritisch sehen, dass die unbedingt so heißen musste, wie jene Gemeinschaft, nach der Logan und Jessica suchen). Aber eben alles rund um David, angefangen bei seinem Versuch, einen Weg zu finden, den Weltuntergang zu verhindern, über die Frage, ob er dazu denn überhaupt ein Recht hat, bis hin zum tragischen Ausgang des Geschehens – war einfach nur fantastisch.

Wertung: 4.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © CBS)







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