Originaltitel: The Taybor Episodennummer: 2x06 Bewertung: Erstausstrahlung UK: 04. November 1976 Erstausstrahlung D: 02. November 2013 Drehbuch: Thom Keyes Regie: Bob Brooks Besetzung:
Martin Landau als Commander John Koenig,
Barbara Bain als Dr. Helena Russell,
Catherine Schell als Maya,
Tony Anholt als Tony Verdeschi,
Willoughby Goddard als Taybor,
Jeffery Kissoon als Dr. Ben Vincent,
John Hug als Bill Fraser,
Yasuko Nagazumi als Yasko,
Laraine Humphrys als Karen,
Rita Webb als Slatternly Woman,
Mel Taylor als Andrews u.a.
Kurzinhalt:
In der Mondbasis tauchen auf einmal seltsame, silberne Objekte auf. Als zwei Crewmitglieder diese berühren, fallen sie in ein Koma. Kurz darauf materialisiert ein fremdes Raumschiff auf der Mondoberfläche. Dessen Pilot, Taybor, bietet ihn seine Dienste als Händler an. Als man ihn an Bord begrüßt und er Maya erblickt, wird sofort deutlich, dass es ihm die hübsche Psychonerin überaus angetan hat. Beim gemeinsamen Abendessen bedauert er den Zwischenfall mit den silbernen Objekten, versichert jedoch Commander Koenig, dass die betroffenen Besatzungsmitglieder bald wieder aufwachen werden. Er wollte keinen Schaden anrichten, und dachte eigentlich, diese Objekte – die man nicht berühren darf – während in der ganzen Galaxis bekannt. Koenig wiederum offenbart in erster Linie Interesse an jenem Hyperraum-Antrieb, den Taybor für seine Reisen nutzt – und die den Alphanern eine Rückkehr zur Erde ermöglichen könnte. Taybor zeigt sich verhandlungsbereit – verlangt dann jedoch als Gegenleistung für die Antriebspläne, dass ihm Maya ausgehändigt wird…
Review:
Schön langsam beginne ich im Hinblick auf die zweite Staffel die Hoffnung (und auch die Geduld) zu verlieren. Ich meine, ja, bereits die ebenfalls von Fred Freiberger verantwortete dritte "Star Trek: The Original Series"-Staffel war ein deutlicher Abfall im Vergleich zu den ersten beiden. Dennoch gab es dort zumindest gewisse qualitative Schwankungen, und dementsprechend neben einigen wirklich schrottigen Episoden doch auch zwischendurch immer wieder ein paar kleinere Highlights, quasi zum Durchschnaufen. Folgen wie "Die unsichtbare Falle", "Das Spinnennetz" oder auch (wenn auch schon in geringerem Ausmaß) "Was summt denn da?" (für die ich einfach immer schon ein Herz hatte) sowie "Bele jagt Lokai". Eben davon ist bei "Mondbasis Alpha 1" leider bislang nichts zu bemerken; stattdessen bewegen sich alle Episoden bisher auf unterdurchschnittlichem Niveau. Und auch "Der Händler" durchbricht diesen Trend wieder nicht.
Die Folge beginnt mit einen völlig unnötigen und aufgesetzten Erotik-Einlage, mit der wohl die männlich-jugendliche Zuschauerschaft bei der Stange (Wortspiel voll und ganz beabsichtigt) gehalten werden soll, in dem man uns ein paar hübsche junge Frauen im Solarium präsentiert. Ich bin ja nun echt nicht prüde, aber das wirkte auf mich sowas von überflüssig (und verzweifelt). Nicht, dass es danach wesentlich besser wird. Taybor schien mir ein bisschen an Harry Mudd aus "Star Trek" angelehnt zu sein; leider aber verstand es Willoughby Goddard in meinen Augen nicht, auch nur ansatzweise den spitzbübisch-schelmischen Charme von Roger C. Carmel zu versprühen. Zugleich wirkte er aber auch nie wirklich bedrohlich. Er… war halt einfach da?! Wobei ich die Schuld jetzt gar nicht mal unbedingt (oder zumindest nicht nur) ihm gegen will, gibt ihm doch das Drehbuch auch nicht wirklich etwas, mit dem er arbeiten kann. Das Skript ist zudem wieder recht dünn. Die Grundidee lässt sich darauf herunterbrechen, dass Taybor sich in Maya verschaut, und sie auf seinem Schiff haben will. Eben dies bedeutet zwar, dass Catherine Schell hier seit ihrem ersten Auftritt in "Die Metamorphose" wieder deutlich mehr Screentime bekommt, war aber für sich genommen nicht wirklich interessant. Völlig an den Haaren herbeigezogen fand ich auch die Szene, wo die Alpha-Crew einfach mal schnell ein Maya-Double (offenbar ein Android) erschafft. Seit wann hat man denn plötzlich diese Fähigkeit?! In "bester" Stafffel Zwei-Tradition macht sich Thom Keyes nicht die Mühe, dies auch nur ansatzweise zu erklären. Er will das halt so, bzw. braucht das für seinen Story-Verlauf, also erfindet er es halt einfach. Immerhin: Es gibt ein paar nette Szenen zwischen Landau und Goddard. Und auch die Szene, wo sich Maya in Tiere verwandelt, um seinen Käfigen zu entkommen, ist nicht unnett. Der Abschlussgag, dass sie sich in eine hässliche Person verwandelt, um freigelassen zu werden, war dann aber wieder eher zum Augenrollen. Zumal man meinen sollte, dass Maya auf die Idee auch selber hätte kommen können, statt sich von Koenig mit der Nase drauf stoßen zu lassen.
Fazit:
Auch "Der Händler" bot leider wieder einmal nichts, dass mein Interesse geweckt hätte. Die Episode zog sich ewig dahin, ohne dass sich wirklich etwas tat. Man nahm sich auch für viele Entwicklungen, die allzu früh allzu offensichtlich waren, unnötig viel Zeit. Völlig irritiert hat mich auch das mit dem Maya-Double, welches man in der Mondbasis irgendwie auf einmal erschaffen kann (ich bin mir sicher, so eine Möglichkeit hätte sowohl davor als auch in den weiteren Episoden da und dort nützlich sein können). Es ist genau diese Art des "Pipi Langstrumpfs"-Drehbuchschreibens ("Ich mach mir die Welt, widde widde wie sie mir gefällt), die mir – egal ob bei einer alten oder einer neuen Serie – einfach immer wieder enorm sauer aufstößt. Und das mit "Maya macht sich hässlich" war als der große Clou, auf den die Episode zusteuerte, auch ziemlich mau – passte somit aber zumindest (leider) sehr gut zu den vorhergehenden fünfundvierzig Minuten.