Die Abenteuer des jungen Indiana Jones - 3x06: Der Skandal von 1920
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Originaltitel: Scandal of 1920 Episodennummer: 3x06 Bewertung: Erstausstrahlung US: 03. April 1993 Erstausstrahlung D: - Drehbuch: Jonathan Hales Regie: Syd Macartney Besetzung:
Sean Patrick Flanery als Indiana Jones,
Alexandra Powers als Gloria Schuyler,
Anne Heche als Kate,
Jennifer Stevens als Peggy,
Jeffrey Wright als Sidney Bechet,
Christopher John Fields als George White,
Tom Beckett als George Gershwin,
Michelle Nicastro als Ann Penington,
Bill McKinney als Mack,
Robert Trebor als Schwarz,
Peter Appel als Ross,
Annabelle Gurwitch als Dottie,
Mark Holton als Alexander Woollcott,
Terumi Matthews als Edna Ferber,
Dylan Price als Franklin Adams,
Joshua Beckett als Robert Sherwood,
Peter Spears als Robert Benchley,
Brenda Strong als Beatrice Kaufman,
Guri Weinberg als George Kaufman,
Pat Brady als Conductor u.a.
Kurzinhalt:
Während der Sommerferien reist Indy von Chicago nach New York. Während der Zugfahrt lernt er Peggy kennen, die davon träumt, Schauspielerin zu werden. Nach anfänglichen Startschwierigkeiten, die auch einem Missverständnis geschuldet sind, freundet man sich im Verlauf der Fahrt an, und vereinbart schließlich, am nächsten Tag New York gemeinsam erkunden zu wollen. Dann jedoch trifft Indy am Abend nach seiner Ankunft noch auf die junge und lebenslustige Künstlerin Kate, mit der er sich bis in die Morgenstunden unterhält – und deshalb sein Date mit Peggy verpasst. Er heuert daraufhin am Broadway an, wo er als Bühnenarbeiter an der jüngsten Produktion von George Gershwin beteiligt ist. So lernt er auch die Tochter eines der Sponsoren des Musicals, Gloria, kennen. Kurz darauf trifft er Peggy dann wieder beim Casting zu Gershwins Stück. Da es ihm alle drei jungen, hübschen Frauen gleichermaßen angetan haben – und vice versa – geht er kurzerhand mit allen drei von ihnen parallel aus. Was natürlich nicht lange gut gehen kann…
Review:
Sehr Indy-typisch ist zweifellos auch "Der Skandal von 1920" nicht geraten. Zudem kommt die Hauptfigur hier nicht allzu gut weg. Dass er sich in alle drei junge Frauen gleichermaßen verliebt, mag man ihm ja noch abkaufen, entschuldigt aber nicht, wie er mit ihnen hier umgeht, und parallel – und vor allem im Geheimen – mit allen dreien von ihnen gleichzeitig ausgeht. Hier verliert die Figur aus den Filmen doch wieder einiges an Sympathiewerte (wobei ja auch dort aus seiner problematischen Beziehung mit einer damals zu jungen Marion kein Hehl gemacht wurde). Generell zog sich die erste Hälfte von "Der Skandal von 1920" doch noch eher dahin. Hier wirkt die Episode etwas ziellos, was nicht zuletzt der Tatsache zu verdanken ist, dass neben den drei jungen Damen und der Broadway-Produktion auch der Zirkel an Autoren kurz auftritt, und auch wieder der Blues (oder Jazz, oder was auch immer) aus der letzten Folge – zusammen mit Sidney Bechet (natürlich wieder gespielt von Jeffrey Wright) – eine Rolle spielt. Hier streckt sich die Folge dann doch in etwas zu viele Richtungen, und hatte ich den Eindruck, dass viele dieser Szene nur da sind, um Laufzeit zu schinden.
In der zweiten Hälfte dreht "Der Skandal von 1920" dann aber noch ein bisschen auf. Dort fokussiert man sich dann "nur" mehr auf die zwei hauptsächlichen parallelen Handlungsstränge, mit Indys hektischem Liebesleben (welches im weiteren Verlauf durchaus für einige so turbulente wie amüsante Szenen sorgt) auf der einen, und der Broadway-Produktion auf der anderen Seite. Auch wenn ich nicht der größte Theater-Freak bin, sprach mich diese Thematik ungleich mehr an, als der Blues/Jazz-Schwerpunkt in der Episode davor. Vor allem das Chaos während der Premieren-Vorstellung, wo Indy einiges improvisieren muss (und so auch Peggy doch noch zu ihrem großen Gesangsauftritt kommt – der noch dazu den Saal zum Toben bringt), sorgte dann für durchaus schwungvolle Unterhaltung. Und auch das Ende sticht hervor, wo just als man dabei ist, Indys Geburtstag zu feiern, die drei jungen Frauen voneinander – und Indys Schandtaten – erfahren, und er das bekommt, was er verdient hat. Gut gefiel mir allerdings auch, dass es sowohl dem Drehbuch als auch den drei Darstellerinnen gelang, Gloria, Kate und Peggy klar und deutlich voneinander abgrenzen – was nicht zuletzt auch deshalb wichtig war, damit man nachvollziehen kann, warum sich Indy zu ihnen allen (und zugleich) hingezogen fühlt. Am meisten Ausstrahlung hat dabei allerdings ganz klar Anne Heche, die dementsprechend Alexandra Powers und Jennifer Stevens ein bisschen in den Schatten stellt. Hübsch und talentiert waren sie alle drei, aber aus meiner Sicht macht der direkte Vergleich deutlich, warum Heche eben den großen Durchbruch geschafft hat, der den anderen beiden verwehrt blieb. Trotz dieser positiven Aspekte, und einer zweiten Hälfte, die deutlich besser war als die lahme bis langweilige erste, war ich aber auch von "Der Skandal von 1920" insgesamt nicht allzu begeistert.
Fazit:
Sonderlich ruhmreich gebart sich der gute Indiana Jones in "Der Skandal von 1920" ja nicht gerade. Dass er von allen drei jungen Frauen verzaubert ist, mag man ja noch verstehen können, mit ihnen allen zugleich auszugehen, ohne ihnen voneinander zu erzählen, ist aber halt schon ein ziemlicher dick-move. Man mag das als Jugendsünde abtun (und tatsächlich hat er sich bei der späteren Beziehung mit der scheinbar noch zu jungen Marion ja auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert), aber unbedingt einen Gefallen tut man der aus den Filmen bekannten Figur damit nicht. Schwerer als das wiegt für mich allerdings, dass ich die erste Hälfte noch a) ziemlich zerfahren und b) auch überwiegend langweilig fand. Erst in der zweiten Hälfte kommt dann etwas mehr Schwung hinein, einerseits aufgrund der zunehmend turbulenten (und durchaus unterhaltsamen) Liebesgeschichten, und andererseits dem Blick hinter die Kulissen einer Broadway-Produktion (was mich halt gleich deutlich mehr anspricht, als die Auseinandersetzung mit Jazz und Blues in der Episode davor). Insgesamt zwar trotzdem kein Highlight, und weit von einem typischen Indy-Abenteuer entfernt. Die solide zweite Hälfte rettet "Der Skandal von 1920" aber zumindest auf durchschnittliches Niveau.