Originaltitel:Winterfire Episodennummer: 1x08 Bewertung: Erstausstrahlung USA: 14. Dezember 2025 (HBO Max) Erstausstrahlung D: 15. Dezember 2025 (Sky) Drehbuch: Jason Fuchs Regie: Andy Muschietti Besetzung:
Jovan Adepo als Leroy Hanlon,
Taylour Paige als Charlotte Hanlon,
James Remar als General Francis Shaw,
Stephen Rider als Hank Grogan,
Matilda Lawler als Marge Truman,
Amanda Christine als Ronnie Grogan,
Clara Stack als Lilly Bainbridge,
Blake Cameron James als Will Hanlon,
Arian S. Cartaya als Rich Santos,
Madeleine Stowe als Ingrid Kersh,
Peter Outerbridge als Chief Clint Bowers,
Chris Chalk als Dick Hallorann,
Bill Skarsgard als Pennywise,
Kimberly Guerrero als Rose,
Joshua Odjick als Taniel,
Andoni Gracia als Rich's Father,
Alixandra Fuchs als Terri Bainbridge,
BJ Harrison als Louella Grogan,
Thomas Mitchell als Colonel Fuller,
Joan Gregson als Ingrid Kersh,
Alex Castillo als Illiana,
Maya McNair als Patty,
Hannah Storey als Rhonda,
Maya Misaljevic als Elaine,
Emma-Leigh Cullum als Young Periwinkle,
Sophia Lillis als Beverly Marsh u.a.
Kurzinhalt:
Nachdem General Shaw den Pfeiler verbrennen ließ, wacht Pennywise – der nach der Tragödie im Black Spot eigentlich schon ausreichend gemästet war, und sich zu seinem siebenundzwanzig Jahre dauernden Winterschlaf zurückgezogen hatte – wieder auf. Denn: Ohne diese Begrenzung bietet sich ES die Gelegenheit, aus seinem Gefängnis zu entkommen, und sich somit nicht nur an den Seelen von Derry zu laben, sondern seinen Schrecken auf die gesamte Welt auszubreiten. Tatsächlich ist seine Kraft jetzt bereits so stark wie nie zuvor, weshalb er alle Kinder von Derry – inklusive Will – zu sich ruft, und die Stadt in einen dichten Nebel hüllt. Die einzige Hoffnung, ihn aufzuhalten und wieder in seinen Käfig zu sperren, liegen bei Ronnie, Lilly und Marge. Denn mit dem Meteordolch der Ureinwohner, den sie in der Kanalisation finden, ließe sich ein neuer Pfeiler errichten, und so die Lücke im Zaun, der ES in Derry gefangen hält, wieder schließen – eine Aufgabe, die den drei jungen Mädchen alles abverlangen wird…
Review (kann Spoiler enthalten):
Ich habe es ja in meinem Review zu "Der Pfeiler" schon anklingen lassen: Ich war (im Gegensatz zu vielen anderen, wie mir angesichts der hohen IMDB-Wertung scheint) mit "Winterfeuer" nicht wirklich glücklich. Aus meiner Sicht hätte man die letzten zwanzig Minuten hier mit den letzten zwanzig Minuten der Folge davor ersetzen, und somit eine Episode einsparen sollen. Dann hätte das für mich phänomenal funktioniert, und dieses neu zusammen geschnittene Staffelfinale wohl von mir sogar die Höchstwertung bekommen. Weil, das ist ja die Krux: Den Epilog hier (sprich, so ziemlich alles ab dem Begräbnis von Rich) fand ich dann ja wieder fantastisch. Ich mochte, wie hier quasi das Fundament für den Film-Zweiteiler gelegt wird, und am Ende – nach dem Zeitsprung – sogar nochmal kurz Sophia Lillis (für mich nach wie vor das Aushängeschild der Neuverfilmung) vorbeischaut, um die Serie und die Filme stärker miteinander zu verbinden. Allein dafür hätte ich fast noch einen halben Wertungspunkt mehr gegeben. Aber: Nein. Weil insgesamt hat mich "Winterfeuer" leider doch eher enttäuscht.
Eines meiner Hauptprobleme hatte ich ja bei "Der Pfeiler" schon angedeutet: Aufgrund des Prequel-Charakters gelingt es "Winterfeuer" einfach nicht, aus der drohenden Flucht von ES aus Derry Spannung zu beziehen. Schwerer als das wog für mich aber noch, dass auf mich die Ereignisse hier einfach übertrieben schienen. Im der Romanvorlage, und den Filmen, wurde etabliert, dass das Feuer im Black Spot das Ende dieses ES-Zyklus war. Stattdessen gelingt es Pennywise hier nun, quasi die komplette Stadt unter seine Kontrolle zu bekommen, Mir war das entschieden zu viel, und es scheint mir auch unplausibel, dass über diese Ereignisse, im Gegensatz zum Brand im Black Spot, nie etwas berichtet worden sein soll (und sich scheinbar auch niemand mehr an etwas erinnern kann). Aber auch davon abgesehen war mir das alles einfach viel zu überdramatisiert – was eben auch in direktem Zusammenhang damit steht, dass eine Flucht von Pennywise von vornherein ausgeschlossen ist. Der Tod von Taniel verfehlte die gewünschte Wirkung bei mir leider ebenfalls völlig, da es die Serie in meinen Augen verabsäumte, uns zur Figur – im Gegensatz zu den Kindern – eine Bindung aufbauen zu lassen. Und lasst mich bitte erst gar nicht von dem Moment anfangen, wo der Geist von Rich seinen Freunden zu Hilfe eilt, und dann auch der entscheidende Faktor ist, um den Pfeiler zu vergraben und ES wieder einzusperren. Ich weiß natürlich, dass Geister in diesem Universum – gerade auch in Verbindung mit "Shining" – als existent etabliert wurden. Trotzdem war mir das einfach zu kitschig, und ließ mich echt nur mit den Augen rollen. Zwar war "Winterfeuer" trotz dieser Kritikpunkte keine völlige Katastrophe. Und das Konzept, dass ES versuchen wird, die Vorfahren jener Personen die ihm einst an den Kragen gehen werden zu töten, ist – auch als Setup für die weiteren beiden Staffeln – nicht uninteressant (wenn auch natürlich nicht neu; "Terminator" lässt grüßen). Zusammen mit der vierten Episode, "Die große, emsig arbeitende Maschine" war "Winterfeuer" für mich aber letztendlich der größte Schwachpunkt einer insgesamt ja durchaus gelungenen ersten Staffel des "Es"-Ablegers.
Fazit:
Aus meiner Sicht wollte man am Ende der ersten "ES: Welcome to Derry"-Staffel einfach zu viel. Statt die Tragödie im Black Spot als den dramaturgischen Höhepunkt der Staffel – und, wie etabliert, des ES-Zyklus im Jahr 1962 – stehen zu lassen, meinte man unbedingt, nochmal eins draufsetzen zu müssen. Für mich hat das leider weitestgehend nicht funktioniert, wobei ich vor allem den Auftritt von Rich unfreiwillig komisch fand. Und generell finde ich es einfach unplausibel, dass von diesen Ereignissen siebenundzwanzig Jahre später niemand mehr etwas wissen will/soll. Demgegenüber hatten es mir die letzten 15-20 Minuten dann wieder ziemlich angetan. Hätte man mit diesen an die Nachspiel-Szenen rund um den Black Spot-Brand (inklusive jener mit Dick Halloran) angeknüpft, hätte sich diese kombinierte Episode die Höchstwertung geholt. So bleibt ein (für mich) sehr enttäuschendes Staffelfinale – welches jedoch die Season zuvor für mich bei weitem nicht ruinieren konnte; dafür war das, was davor kam, einfach zu stark.