Originaltitel:The Black Spot Episodennummer: 1x07 Bewertung: Erstausstrahlung USA: 07. Dezember 2025 (HBO Max) Erstausstrahlung D: 08. Dezember 2025 (Sky) Drehbuch: Jason Fuchs & Brad Caleb Kane Regie: Andy Muschietti Besetzung:
Jovan Adepo als Leroy Hanlon,
Taylour Paige als Charlotte Hanlon,
James Remar als General Francis Shaw,
Stephen Rider als Hank Grogan,
Matilda Lawler als Marge Truman,
Amanda Christine als Ronnie Grogan,
Clara Stack als Lilly Bainbridge,
Blake Cameron James als Will Hanlon,
Arian S. Cartaya als Rich Santos,
Madeleine Stowe als Ingrid Kersh,
Peter Outerbridge als Chief Clint Bowers,
Chris Chalk als Dick Hallorann,
Bill Skarsgard als Pennywise,
Kimberly Guerrero als Rose,
Joshua Odjick als Taniel,
Morningstar Angeline als Sesqui,
Alixandra Fuchs als Terri Bainbridge,
Thomas Mitchell als Colonel Fuller,
Shane Marriott als Reggie Davis,
Dorian Grey als Loverboy Jax,
Richard Walters als Airman Jacobs,
Grant Nickalls als Wallace,
Larry Day als Stan Kersh the Butcher,
Wayne Charles Baker als Chief John,
Emma-Leigh Cullum als Young Periwinkle u.a.
Kurzinhalt:
Ein Lynchmob umstellt den Black Spot und verlangt, dass ihnen Hank Grogan. Dieser will sich zwar stellen, doch die anderen Besucher des Clubs können und wollen dies nicht zulassen, wissen sie doch, dass der wütende Mob ihn nie einfach nur festnehmen, sondern vielmehr gleich hinrichten würde. Daraufhin ziehen sich die Angreifer wieder nach draußen zurück, eröffnen das Feuer, und setzen das Lokal in Brand. Die meisten Besucher kommen dabei ums Leben. Dick Halloran gelingt es aber immerhin, just Hank, sowie die Kinder Ronnie und Will zu retten, ehe er auch selbst nach draußen gelangt. Rich verliert jedoch, als er Marge rettet, indem er sie in eine Kiste sperrt und diese mit seinem Körper beschützt, sein Leben. Am nächsten Morgen sind die Trauer und die Wut in Derry groß. ES hingegen ist zufrieden, und gerade dabei, sich wieder schlafen zu legen. Doch General Francis Shaw will einen der Pfeiler, die ES in Derry einschließen, zerstören, und das Wesen so befreien…
Review (kann Spoiler enthalten):
Die erste Hälfte von "Der Pfeiler" war einfach nur phänomenal. In Grundzügen war einem als Kenner der Vorlage (und ich glaube, in den Filmen wurde es ja auch erwähnt) natürlich schon bekannt, was passieren wird, und welche große Katastrophe den 1962er-Zyklus abschließt. Es hier so unmittelbar mitzuerleben, war dann aber schon nochmal etwas völlig anderes. Zumal wir uns hier auch wirklich, zusammen mit den Figuren, mitten in der Feuerhölle wiederfinden. Ich habe an der Inszenierung der ersten beiden Episoden, zumindest was die Gruselstellen betrifft, ja nicht immer ein gutes Haar gelassen, aber eben diese Szenen gelangen Andy Muschietti ausgezeichnet. Dass vieles davon als (vermeintlicher) one-shot präsentiert wurde, steigerte die Intensität dieser Szene dann nochmal zusätzlich. Auch optisch und akustisch waren die Feuerszenen im Black Spot der Hammer. Und nicht zuletzt aufgrund des Mutes, den man in der ersten Folge im Hinblick auf den Tod auch von vermeintlichen Hauptprotagonisten gezeigt war, fand ich die Szene auch enorm packend, da ich mir (bis auf Dick Halloran) echt nicht sicher war, wer überleben und wer sterben würde.
Am Ende ist der "death count", zumindest was die uns bekannten Figuren (sprich, jene Charaktere, zu denen wir im Verlauf der Staffel auch eine Bindung aufgebaut haben), vergleichsweise gering. Dick gelingt es, Hank, Will und Ronnie rauszuschaffen, und Marge wird von Rich gerettet. Dieser ist somit das einzige Opfer, welches uns auch wirklich trifft – dies dafür allerdings umso härter. Mit ist der kleine freche Junge im Verlauf der Staffel doch ordentlich ans Herz gewachsen, und auch die sich zuletzt langsam entwickelnde Romanze mit Marge fand ich süß. Umso schmerzhafter ist hier nun der tragische Ausgang, als er sein Leben gibt, um ihres zu retten. Doch noch bevor es zur Katastrophe im Black Spot kommt, trumpfte "Der Pfeiler" mit einer wirklich coolen (und tragischen) Rückblende zum ursprünglichen Pennywise-Clown und seiner Tochter auf, die es mir ebenfalls enorm angetan hatte. Nicht zuletzt, als wir hier jenen Mann, dessen Gestalt ES mittlerweile annimmt, als liebenden Vater erleben – und auch sehen, wie dieser vom Monster in den Wald, und damit seinen Tod, gelockt wurde (wobei ich mich frage, ob man sich das nicht vielleicht doch besser für die dritte und letzte Staffel aufgehoben hätte; aber das kann und wird nur die Zeit zeigen). Zusammen mit den späteren Ereignissen im Black Spot befand sich "Der Pfeiler" somit auf dem Kurs in Richtung Höchstwertung. Dann jedoch kam die zweite Hälfte, und die konnte an den hochdramatischen Auftakt nicht mehr ganz anknüpfen. Alles rund um das Militär, und auch General Shaws Pläne, fand ich leider nicht wirklich packend. Hier rächt sich halt auch der Prequel-Charakter der Serie: Wir wissen einfach, dass es Pennywise nicht gelingen wird, aus Derry zu entkommen, weshalb sich rund um diese Bedrohung einfach keine Spannung einstellen will. Einzelne Personen in Gefahr bringen, das funktioniert. Hier will man aber im Hinblick darauf, was nun im Staffelfinale auf dem Spiel steht, in meinen Augen einfach zu viel. Wie ich mich generell am Ende fragte, was denn da nun in der nächsten Episode noch passieren soll. Die Antwort darauf fand ich persönlich leider eher ernüchternd; dazu dann aber morgen mehr.
Fazit:
"Der Pfeiler" war nun das von mir am Ende der letzten Folge erhoffte Highlight; zumindest in der ersten halben Stunde, die sich mit dem (aus der Vorlage und den Filmen bereits in Grundzügen bekannten) Massaker im Black Spot auseinandersetzt. Alles rund um das Feuer, welches dort vom Lynchmob gelegt wird, fand ich ungemein packend; auch dank der Art und Weise, wie Andy Muschietti es inszenierte. Zudem gab es dort mit dem Tod von Rich den emotionalen Höhepunkt der Staffel. Die zweite halbe Stunde konnte dann an diese hochdramatische erste Hälfte nicht mehr ganz anknüpfen. Tatsächlich fragte ich mich an dieser Stelle, was man jetzt eineinhalb Episoden lang noch erzählen will, sollte man doch meinen, dass dieses Ereignis, welches bekanntlich den Abschluss des 1962er-Zyklus von ES darstellte, das perfekte Finale der Staffel gewesen wäre. Dank der wirklich herausragenden ersten halben Stunde war "Der Pfeiler" für mich aber ganz klar die beste Folge der ersten Staffel, und schrammte nur haarscharf an der Höchstwertung vorbei.