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Die Abenteuer des jungen Indiana Jones - 3x05: Der Al Capone Blues Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Lucasfilm

Originaltitel: Mystery of the Blues
Episodennummer: 3x05
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 13. März 1993
Erstausstrahlung D: -
Drehbuch: Jule Selbo
Regie: Carl Schultz
Besetzung: Sean Patrick Flanery als Indiana Jones, Harrison Ford als Indiana Jones, Jeffrey Wright als Sidney Bechet, Jay Underwood als Ernest Hemingway, Keith David als King Oliver, Frank Vincent als John Torrio, Frederick Weller als Eliot Ness, Maria Howell als Goldie, Nicholas Turturro als Big Al Brown, Saginaw Grant als Greycloud, Jane Krakowski als Dale Winter, David Arnott als Clifford, Victor Slezak als O'Banion, Ray Serra als Colosimo, J. Leon Pridgen II als CJ, Byron Stripling als Louis Armstrong, Mark Kiely als Ben Hecht, Sunday Theodore als Babs, Lou Criscuolo als Ceasarino, Jim Fyfe als Harold, Damon Whitaker als Piano Man, Ed Grady als Professor Hunt, Mark Jeffrey Miller als Frank Camilla, Malachy McCourt als Chief Garrity, Barry Bell als Charles MacArthur, Linda Lutz als Victoria Moresco, Keith Flippen als Sam, Alan McCoy als Holloway u.a.

Kurzinhalt: Wyoming 1950: Indiana Jones hat ein wertvolles Relikt des Stammes seines Freundes Greycloud geborgen. Nun werden sie jedoch von Gangstern verfolgt. Die beiden fliehen in eine alte Blockhütte von Indy. Dort findet er in einer Kiste ein altes Saxophon – und erinnert sich an seine Zeit an der Universität von Chicago zurück. Dort verbrachte einen Großteil seiner Zeit nicht etwa mit Studien, sondern vielmehr mit Kellnern, während er am Abend und des Nachts dann auch gerne die diversen Lokale besuchte. Die Clubs, in denen Jazz und Blues gespielt werden, hatten es ihm dabei ganz besonders angetan. So lernt er schließlich auch Musiker wie Louis Armstrong und Sidney Bechet kennen. Letzterer nimmt ihn unter seine Fittiche, regt ihn an, mit seinem Saxophon zu üben, und bringt ihn dann schließlich auch auf die Bühne, um mit ihm und der Band zu "jammen". Schließlich weiht er Indy dann auch noch in das Geheimnis des Blues ein. Parallel dazu kommt es im Restaurant in dem Indy arbeitet zu einem Mord, den er zusammen mit seinem Studienkollegen Elliot Ness und seinem alten Freund und Journalisten Ernest Hemingway aufklären will…


Review: Episodenbild (c) Lucasfilm Wie bei meinem Review zur ersten Folge erwähnt: Ursprünglich gab es rund um jedes Abenteuer eine Rahmenhandlung, bestehend aus einem Prolog und einem Epilog, mit George Hall als über neunzig Jahre altem Indy (mit Augenklappe). Für den Neuschnitt wurden diese "Buchstützen" entfernt; mit einer Ausnahme: Für "Der Al Capone Blues" verpflichtete man Harrison Ford; auf dessen Szenen als Indiana Jones wollte man natürlich nicht verzichten. Und so ist diese Folge auch die einzige der neu zusammengeschnittenen Serie, wo die alte Erzählstruktur gewahrt bleibt. Der Auftritt von Harrison Ford ist dann auch ganz klar das Highlight der Episode. Da hilft halt einfach alles nichts, so gut Sean Patrick Harris auch sein mag, aber Ford ist Indy, an seine Ausstrahlung und seinen spitzbübischen Charme, den er in der Rolle verströmt, kommt einfach nichts und niemand heran. Auch wenn es – leider – nur ein paar Minuten waren (die offenbar allesamt an einem einzigen Wochenende gedreht wurden), kam hier (auch dank der Musik von Joel McNeely, der an diesen Stellen direkt John Williams zitiert) echtes Indy-Feeling auf.

Allerdings, wie man an meiner Wertung sieht: Viel retten konnte das in meinen Augen leider nicht. "Der Al Capone Blues" ist einfach sterbenslangweilig. Es mag damit zu tun haben, dass jetzt weder Jazz noch Blues meine bevorzugten Musikrichtungen sind, und mir dementsprechend halt auch einfach der Bezug zu dieser Thematik fehlt. Aber ganz davon abgesehen: Es tut sich in der ersten Hälfte nicht einfach nur zu wenig, sondern de facto nichts. Mit viel zu vielen und zugleich viel zu langen Musikszenen wird Laufzeit geschunden, und sich bis zur Halbzeitmarke gerettet. Ok, da und dort gibt es eine Prise an Kritik an der damaligen Rassentrennung, bzw. generell an Rassismus. Leider gehen diese in einem Meer der Langeweile unter. Personen mit einer stärkeren Bindung zur Musik (oder Kultur) mögen dies anders sehen. Die zweite Hälfte bringt dann das organisierte Verbrechen stärker in den Fokus, und kann als eine Art Prequel zu "Die Unbestechlichen" angesehen werden. Dieser Teil war dann zwar immerhin zumindest eine Spur besser, weil interessanter, allerdings funktioniert das Ganze, da der Fokus auf der organisierten Kriminalität liegt, auch als Krimi/murder mystery nicht wirklich. Ich fand zudem, dass man Elliot Ness hier teilweise etwas gar dämlich darstellt (wie z.B., wenn er unabsichtlich eine Schießerei anzettelt). Und die Rolle, die Ernest Hemingway im Geschehen spielt, wirkte auch sehr beliebig. Und so riss mich letztendlich erst der Epilog, dann wieder mit Harrison Ford (und einem netten Abschlussgag) aus der Lethargie.

Fazit: Episodenbild (c) Lucasfilm Ich hab' den Blues. Ich hab' den Blues. Ich hab' den "Ich wäre bei 'Der Al Capone Blues' vor lauter Langeweile fast eingeschlafen"-Blues. Zugegeben, es hilft nicht, dass ich weder mit Jazz noch mit Blues nur bedingt etwas anfangen kann. Als Europäer fehlt einem zudem die nötige kulturelle und historische Verbindung (ist die Thematik doch sehr US-spezifisch). Aber insbesondere die erste Hälfte wollte mich einfach (abseits der Thematisierung von Rassismus) überhaupt nicht ansprechen, und ging auch in den überbordenden Musikeinlagen unter. Mit dem Mord im Restaurant wird dann eine halbwegs interessante Storyline gestartet – aber auch die wollte mich bis zuletzt nie wirklich mitreißen. So bleibt als einzig wesentliche Stärke der Auftritt von Harrison Ford in den das "Abenteuer" umschließenden Buchstützen-Szenen. Und zweifellos wertet er das Ganze allein mit seiner Anwesenheit enorm auf. Die überaus netten Szenen mit ihm hätten sich aber halt eine deutlich bessere Geschichte dazwischen verdient.

Wertung: 1.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © Lucasfilm)







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