Originaltitel:In the Name of the Father Episodennummer: 1x06 Bewertung: Erstausstrahlung USA: 23. November 2025 (HBO Max) Erstausstrahlung D: 24. November 2025 (Sky) Drehbuch: Jason Fuchs, Cord Jefferson & Brad Caleb Kane Regie: Jamie Travis Besetzung:
Jovan Adepo als Leroy Hanlon,
Taylour Paige als Charlotte Hanlon,
James Remar als General Francis Shaw,
Stephen Rider als Hank Grogan,
Matilda Lawler als Marge Truman,
Amanda Christine als Ronnie Grogan,
Clara Stack als Lilly Bainbridge,
Blake Cameron James als Will Hanlon,
Arian S. Cartaya als Rich Santos,
Madeleine Stowe als Ingrid Kersh,
Peter Outerbridge als Chief Clint Bowers,
Chris Chalk als Dick Hallorann,
Bill Skarsgard als Pennywise,
Tyner Rushing als Young Ingrid Kersh,
Larry Day als Stan Kersh the Butcher,
Shane Marriott als Reggie Davis,
Dorian Grey als Loverboy Jax,
Richard Walters als Airman Jacobs,
Maya McNair als Patty,
Hannah Storey als Rhonda,
Maya Misaljevic als Elaine,
Peter Deiwick als Al Malkin,
Lindsay Merrithew als Councilman Tibbs,
Scott McCrickard als Elmer Bartender,
Christopher Morris als Burlie Townie,
Moni Ogunsuyi als Noreen,
Rosali Annikie als Lone Lady Blackspot Survivor,
Richard V Ouellette als Egg Eating Man,
Madeleine Cox als Mabel,
Emma-Leigh Cullum als Young Periwinkle,
Liam Seamus Murphy als Lilly's Dad,
Dan MacKay als Dr. Ostrovsky u.a.
Kurzinhalt:
Lilly möchte in die Kanalisation zurückkehren, um ES mit dem Meteoritensplitter zu vernichten. Die anderen sind ob dieses Vorschlags fassungslos – müssen sie doch aus ihrer Sicht einfach heilfroh sein, lebend aus Pennywise' Versteck entkommen zu sein. Und so kommt es zum Bruch zwischen der Gemeinschaft. Lilly wendet sich daraufhin hilfesuchend an ihre Vertraute Ingrid Kersh. Zu spät erkennt sie, dass sie sich damit genau an die falsche Person gewandt hat. Marge kehrt indes den Pennycakes den Rücken – und freundet sich zunehmend mit Rich an. Charlotte versteckt Henry Grogan – nach dem immer noch intensiv gefahndet wird – im Black Spot; ursprünglich als Behausung für die afroamerikanischen Soldaten in General Shaws Einheit gedacht, hat sich dieser in der Zwischenzeit als Treffpunkt für die gesamte Community etabliert. Und so verschlägt es eines Abends auch Ronnie, Will, Marge und Rich dorthin. Parallel dazu erhält man in Derry einen anonymen Hinweis, dass Henry im Black Spot versteckt wird – woraufhin ein wütender Mob loszieht, um ihn zu lynchen…
Review (kann Spoiler enthalten):
Die beste Szene von "Im Namen des Vaters" war für mich definitiv der kurze Flashback ins Jahr 1935 – nicht zuletzt natürlich auch der inszenatorischen Herangehensweise. Schwarz-Weiß-Aufnahmen mit bewusst platzierten Farbsprenkeln mögen nicht mehr neu sein, haben für mich aber immer noch einen enormen Reiz, weshalb es mir auch die entsprechende Umsetzung hier in visueller Hinsicht enorm angetan hatte. Die Auflösung, was genau es mit dieser Szene auf sich hatte, bekommen wir dann in etwa zur Mitte der Folge, als sich Lillys Vertraute aus Juniper Hill, Ingrid Kersh, als die Tochter von Pennywise herausstellt. Sie hat nun siebenundzwanzig Jahre darauf gewartet, um ihren "Vater" wieder zu sehen – und lockt Lilly damit, dass ES auch das Aussehen ihres eigenen verstorbenen Vaters annehmen könnte. So will sie Lilly auf ihre Seite ziehen, da aus ihrer Sicht diese Pennywise wieder zurückgeholt hat (ich vermute mal, warum sich ES nach wie vor gerade dieser Gestalt bedient, werden wir im Verlauf der Serie noch erfahren). Ich gebe zu, den entsprechenden Twist nicht kommen sehen und dementsprechend doch ziemlich cool gefunden zu haben.
Davon abgesehen stach dann in erster Linie noch das Ende hervor, wo sich viele der uns bekannten Figuren – und darunter auch die Kinder Ronnie, Will, Marge und Rich – im Black Spot versammeln, und sie alle einen möglicherweise letzten Moment der Unbeschwertheit erleben, als sie Musik spielen, singen und tanzen. Die betreffende Szene hat mich an den kürzlich erschienenen "Blood & Sinners" erinnert (der allerdings für mich, wie ich gestehen muss, leider nicht wirklich funktioniert hat) –und sorgt mit der Ankunft des Lynchmobs für einen höchst effektiven Cliffhanger, dessen Wirkung dadurch nochmal zusätzlich gesteigert wird, als uns aufgrund des Zeitungsartikels aus den Filmen in etwa schon bekannt ist, was nun geschehen wird. Abseits dieser gelungen, hervorstechenden Momente plätscherte "Im Namen des Vaters" für mich aber doch eher unaufgeregt vor sich hin, und vermittelte mir doch ein bisschen den Eindruck einer Füller-Episode (ich vermute, die wenigen relevanten Szenen hätten sich auch am Beginn der nächsten Folge noch unterbringen lassen). Was nicht heißen soll, dass es nicht noch ein paar weitere nette Szenen und/oder Entwicklungen gab. Zu sehen, wie Marge den Pennycakes nun ein für alle Mal den Rücken kehrt, um ihrem neuen Freundeskreis beizustehen, war zweifellos nett. Gleiches gilt für die süße, zarte Romanze, die sich zwischen ihr und Rich zu entwickeln scheint. Aber auch der von den von ES im seinem Verstand freigelassenen Geistern verfolgte Dick Halloran hinterließ neuerlich Eindruck bei mir. Dennoch: Mir fehlte es hier an den ganz großen Spannungsmomenten; und auch an Gruselszenen (die man sich von "Es" halt schon irgendwie erwartet) mangelte es hier wieder eher. Dass der 1962er-Zyklus nun offensichtlich seinem Höhepunkt zusteuert, lässt mich allerdings die nächste Folge schon sehnsüchtig erwarten.
Fazit:
An "Im Namen des Vaters" stachen für mich in erster Linie drei Szenen hervor, die jeweils zu Beginn, ca. zur Mitte, sowie dann gegen Ende der Folge angesiedelt waren. Am Einstieg begeisterte mich nicht zuletzt die visuelle Umsetzung des Flashbacks ins Jahr 1935. Dann hatte es mir die Offenbarung rund um Ingrid Kersh angetan. Und das Finale wurde dann nicht zuletzt davon aufgewertet, dass wir schon in etwa wissen, was nun passieren wird, was den Szenen der ausgelassen feiernden Gemeinschaft im Black Spot einen düster-tragischen Charakter verlieh. Zwischen diesen Höhepunkten gab es bei "Im Namen des Vaters" meinem Empfinden nach aber auch einiges an Leerlauf, weshalb sie für mich insgesamt an die großartige Folge davor nicht mehr ganz anknüpfen könnte. Dafür verspricht die nächste Episode aber ganz großes (und hochdramatisches) Kino zu werden!