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Poirot - 3x04: Mitgiftjäger Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) BBC

Originaltitel: The Plymouth Express
Episodennummer: 3x04
Bewertung:
Erstausstrahlung UK: 20. Januar 1991
Erstausstrahlung D: 01. Januar 1994
Drehbuch: Rod Beacham
Regie: Andrew Piddington
Besetzung: David Suchet als Hercule Poirot, Hugh Fraser als Captain Hastings, Philip Jackson als Chief Inspector Japp, Pauline Moran als Miss Lemon, John Stone als Halliday, Kenneth Haigh als McKenzie, Julian Wadham als Rupert Carrington, Alfredo Michelson als Comte de la Rochefour, Marion Bailey als Jane Mason, Shelagh McLeod als Florence Carrington, Steven Mackintosh als Newsboy, Leon Eagles als Bank Manager, John Abbott als Detective, Stephen Riddle als Barman, Adrian McLoughlin als Station Official, Nigel Makin als Reception Clerk, Richard Vanstone als Sergeant, Robert Locke als Naval Officer, Duncan Faber als Porter u.a.

Kurzinhalt: Florence Carrington und ihr Ehemann Rupert leben getrennt. Als dieser sich in akuten Geldnöten befindet, und sie um Unterstützung bittet, weist sie ihn zurück. Zur gleichen Zeit trifft sie sich mit einem französischen Verehrer, Comte de la Rochefour. Sowohl Rupert als auch Comte wissen, dass Florence eines Tages reich erben wird, gehört ihrem Vater, Gordon Halliday, doch ein höchst erfolgreiches Bergbau-Unternehmen. Als Florence den Plymouth-Express nimmt – mit ihrer gesamten Juwelensammlung im Gepäck – schlägt ihr Dienstmädchen Jane Alarm, als sie nicht an der vereinbarten Station aussteigt. Als die Polizei den Zug untersucht, entdeckt man die Leiche von Florence – und von den Juwelen fehlt jede Spur. Da er kein Vertrauen zur Polizei hat, beauftragt Gordon Hercule Poirot damit, den Mord an seiner Tochter aufzuklären. Dem ist bewusst: Wenn er die Juwelen findet, findet er damit zugleich auch den Mörder…


Review (kann Spoiler enthalten): Episodenbild (c) BBC Nachdem Poirot in der Episode davor mit der Queen Mary unterwegs war, untersucht er nun einen Mord in einem Zug (insofern wäre, analog zu seinem wohl berühmtesten Fall, "Mord im Plymouth Express" auch ein passender Titel gewesen). Die ersten paar Minuten machen einen guten Job dabei, uns die wichtigsten Figuren vorzustellen, und die Dynamik zwischen ihnen zu offenbaren. Dabei werden Rupert und Comte ganz klar als die Hauptverdächtigen etabliert, da beide ein starkes Motiv für den Mord – und den Diebstahl der Juwelen – gehabt hätten. Dies ist auch insofern zugleich mein Hauptkritikpunkt an "Mitgiftjäger", als sie derart offensichtlich als verdächtig inszeniert sind, dass einem eigentlich von vornherein klar ist, dass es letztendlich keiner der beiden gewesen sein wird, und es sich vielmehr um gleich zwei rote Heringe handelt, die uns vom (bzw. von den) eigentlichen Täter(n) ablenken sollen. Und daraus resultierend war mir wiederum zu klar, wer es war (oder zumindest beim Mord eine gewichtige Rolle spielte). Jedenfalls sollte ich hier, im Gegensatz zu einigen früheren Episoden, mit meinem (frühen) Verdacht wieder mal goldrichtig liegen.

Was sicherlich auch daran liegt, dass der Fall nun wahrlich nicht zu den verzwicktesten zählt, die Christie geschrieben hat (weil wenn uns nur drei Gastfiguren näher gezeigt werden, die für den Mord in Frage kommen, und zwei davon offensichtliche Rote Heringe sind, ist es relativ leicht, die Auflösung zu erraten). Das ist halt, so positiv ich es grundsätzlich auch sehe, dass man a) hier mit dem Ziel herangetreten ist, all ihre Poirot-Abenteuer (egal ob Roman oder Kurzgeschichte) zu verfilmen, und b) dies im Gegensatz zu "Sherlock Holmes" auch gelang, der Nachteil an diesem Zugang: Nicht jeder Fall kann ein Knaller á la "Mord im Orient-Express" oder "Tod auf dem Nil" sein. Heißt: Wenn man wirklich jeden einzelnen Poirot-Krimi verfilmt, werden sich unweigerlich auch jene einschleichen, wo der Fall jetzt nicht ganz so begeistern kann. "Mitgiftjäger" würde ich da eben dazuzählen. So wie der Fall bzw. das Drehbuch (wobei ich mangels Kenntnis der Kurzgeschichte keinen Vergleich anstellen kann) ist leider auch die Inszenierung zwar auf solidem Niveau, aber wenig hervorstechend. Und so haben hier wieder eine Episode, die in erster Linie von der gewohnt gut aufgelegten Stammbesetzung lebt. Denn auch hier macht es Spaß, David Suchet dabei zuzuschauen, wie er Hugh Frasers Captain Hastings, Philip Jacksons Chief Inspector Japp, und Pauline Morans Miss Lemon mit seinen Deduktionen verblüfft. Demgegenüber mangelte es "Mitgiftjäger" ein bisschen an jenem Humor, der frühere Episoden (mit ähnlich un-herausragendem Fall) noch einmal deutlich aufwertete. Die nette Versammlung am Ende, inklusive der Reaktion von Florence' Vater, hebt die Episode aber gerade noch so auf leicht überdurchschnittliches Niveau.

Fazit: Episodenbild (c) BBC "Mitgiftjäger" bot wieder mal einen eher unscheinbaren Fall, der zudem darunter litt, dass zumindest für mich die Auflösung etwas zu offensichtlich war (wobei ich meine, dass angesichts der sehr offensichtlichen zwei roten Heringe und der Figurenkonstellation alle halbwegs Krimi-Erfahrenen mindestens zeitgleich mit Poirot auf die Lösung kommen sollten). Auch humortechnisch war schon mal mehr los, als hier. Und wirklich gepackt hat mich das Geschehen leider auch nicht. Immerhin hat mich die Episode aber auch nie gelangweilt. Ich mochte auch die Art und Weise, wie die Auflösung am Ende umgesetzt war (mit einer Poirot-typischen Versammlung). Vor allem aber profitiert "Mitgiftjäger" von der mittlerweile eingespielten Stammbesetzung, und ihrem gelungenen Zusammenspiel.

Wertung: 3 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © iTV)







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