Originaltitel:Now You See It Episodennummer: 1x02 Bewertung: Erstausstrahlung USA: 09. November 2025 (HBO Max) Erstausstrahlung D: 10. November 2025 (Sky) Drehbuch: Guadalís Del Carmen & Gabe Hobson Regie: Andrew Bernstein Besetzung:
Jovan Adepo als Leroy Hanlon,
Taylour Paige als Charlotte Hanlon,
James Remar als General Francis Shaw,
Stephen Rider als Hank Grogan,
Matilda Lawler als Marge Truman,
Amanda Christine als Ronnie Grogan,
Clara Stack als Lilly Bainbridge,
Blake Cameron James als Will Hanlon,
Arian S. Cartaya als Rich Santos,
Madeleine Stowe als Ingrid Kersh,
Peter Outerbridge als Chief Clint Bowers,
Chris Chalk als Dick Hallorann,
Kimberly Guerrero als Rose,
Rudy Mancuso als Captain Pauly Russo,
Joshua Odjick als Taniel,
Alixandra Fuchs als Terri Bainbridge,
Thomas Mitchell als Colonel Fuller,
Shane Marriott als Reggie Davis,
Dorian Grey als Loverboy Jax,
Richard Walters als Airman Jacobs,
Justin Mader als Monty,
Wayne Charles Baker als Chief John,
Violet Sutherland als Young Rose,
Maya McNair als Patty,
Hannah Storey als Rhonda,
Maya Misaljevic als Elaine,
Mikkal Karim Fidler als Teddy Uris,
Matilda Legault als Susie Malkin,
Diesel La Torraca als Francis u.a.
Kurzinhalt:
General Francis Shaw weiht Hank Grogan ein, was das Militär denn eigentlich in Derry sucht: Sie haben es auf ES – das Wesen, welches im Wald haust – abgesehen. Er möchte es allerdings nicht töten, sondern vielmehr gefangen nehmen, und als Waffe einsetzen. Dick Halloran soll ES mit Hilfe seiner Gabe aufspüren. Dafür gibt ihm General Shaw ein Relikt aus seiner Jugend mit, welches mit ES in Berührung kam. Tatsächlich gelingt es Halloran, mit dem Wesen Kontakt aufzunehmen – und die Verbindung ist keine Einbahnstraße. Lilly wird indes aus Juniper Hill entlassen, und versucht, sich wieder mit Ronnie zu versöhnen. Sie will der Polizei die Wahrheit sagen, damit ihr Vater freikommt – doch sie weiß auch, dass sie einen handfesten Beweis brauchen werden, da ihr sonst niemand glauben wird. Die beiden gehen daraufhin auf Rich und Will zu. Rich soll das Wesen heraufbeschwören, woraufhin sie hoffen, ein Foto von ihm schießen zu können. Will wiederum soll den Film dann für sie entwickeln. Doch als die Séance auf dem Friedhof tatsächlich erfolgreich verläuft, geraten die vier Kinder in Lebensgefahr…
Review (kann Spoiler enthalten):
"Jetzt siehst du es" beginnt mit einem Flashback ins Jahr 1908. Das hat mich insofern überrascht, als vorab ja bereits bekannt wurde, dass die einzelnen Staffeln jeweils immer einen Zyklus zurückspringen werden; wir uns also somit – nachdem die Filme 2016 bzw. 1989 angesiedelt waren – nach 1962 in weiterer Folge nach 1935 (auch darauf spielt man an) und eben 1908 begeben werden. Insofern war das ein Vorgriff auf die letzte geplante Season, mit dem ich nicht gerechnet hatte (und könnten sich die Macher damit insofern ein bisschen in die Bredouille gebracht haben, als die Kinder-Darsteller:innen von Francis und Rose bis sie mit den Dreharbeiten zur dritten Staffel beginnen unweigerlich noch wachsen werden). Davon abgesehen war das aber zweifellos ein effektiver Einstieg – dem ich auch gleich gruseliger fand als das, was uns Andy Muschietti in den ersten beiden Folgen präsentierte. Letzteres überraschte mich auch insofern, als es ihm bei den "Es"-Filmen in meinen Augen immer wieder gelungen war, effektive Gruselszenen zu präsentieren. Hier hingegen fand ich Andrew Bernstein diesbezüglich deutlich erfolgreicher. Dies gilt übrigens nicht nur für den Auftakt, sondern auch Hallorans "Trip", und das Finale am Friedhof; aber dazu später.
Im ersten Moment war mir die Verbindung zwischen den 1908-Flashbacks und den Szenen in der "Gegenwart" (soweit es das Setting der ersten Staffel betrifft) nicht klar; dann jedoch hat es Klick gemacht. Damit wurde zugleich deutlich, dass das Militär nicht etwa zufällig in Derry gelandet ist, sondern der erwachsene Francis nach jenem Schrecken sucht, der ihn als Junge fast das Leben gekostet hätte (wäre er nicht von Rose und der ihr zuvor geschenkten Steinschleuder gerettet worden). Danach war mir nicht klar, warum er ihr nicht die Wahrheit über seine Mission sagt; da ich zu dem Zeitpunkt noch dachte, dass es ihm darum geht, ES zu vernichten. Damit, dass er das Wesen vielmehr einfangen und als Waffe verwenden will, hatte ich nicht gerechnet. Dies wird ihn auch unweigerlich auf Konfrontationskurs mit seiner Jugendfreundschaft (und -liebe?) führen. Stark war auch alles rund um Hallorans Versuch, ES aufzuspüren. Die betreffende Szene war sowohl optisch als auch stimmungstechnisch super inszeniert. Zudem mochte ich die späteren gemeinsamen Szenen mit Leroy Hanlon; vor allem auch, als er sich in dessen Geist begibt, und ihn jene Verletzung, die dazu führt, dass er keine Angst verspürt (was auch der Grund ist, dass er von Francis für die Mission rekrutiert wurde), zurückschrecken lässt. Beim Lilly-Handlungsstrang freute ich mich einerseits über den Auftritt von Madeleine Stowe, die Versöhnung mit Ronnie, und dann nicht zuletzt, wie sie auf Rich und Will zugehen, sie in das Geheimnis rund um ES einweihen, und sich damit nun auch in dieser Ära bzw. Generation ein Loser's Club zu bilden scheint (was ich ja eigentlich schon im Serienauftakt dachte, bis dort zwei der Kandidaten – und die junge Schwester – dahingerafft wurden). Jedenfalls fand ich das Finale dann wirklich spannend, und tatsächlich auch gruselig. Etwas, dass mir wie gesagt bei der Serie bislang – auch wenn es Szenen gab, die offensichtlich genau dieses Gefühl verströmen sollten (denen es in meinem Fall aber halt leider nicht gelang) – gefehlt hatte. Dass es ihnen dann tatsächlich gelungen zu sein scheint, ein Foto von ES zu machen, sorgte dann für einen sehr interessanten Ausklang.
Fazit:
Der Prolog im Jahr 1908 war zwar interessant, wirft für mich aber einige Fragen im Hinblick auf den weiteren Plan der Serie auf (weil eigentlich wird man sich eben diesem Zyklus ja erst in der dritten und zugleich letzten Staffel zuwenden). Es hat zudem etwas gedauert, bis ich die Verbindung zwischen den Szenen dort und der Handlung im Jahr 1962 gecheckt habe. Die daraus resultierende Offenbarung, was Francis mit ES plant, war aber zweifellos sehr interessant. Auch alles rund um Lilly, Ronnie sowie die beiden Jungs konnte mir gut gefallen. Vor allem aber brillierte "Jetzt siehst du es" in einem Punkt, in dem mich die bisherigen Episoden der Serie (überraschenderweise, angesichts der Tatsache, wie gut dies Andy Muschietti bei den Filmen noch gelungen war) doch eher enttäuscht hatten: Bei den Gruselszenen. Sowohl der Auftakt mit Francis im Zirkus und danach dann im Wald, Hallorans geistige Verbindung zu ES, sowie das Finale am Friedhof, waren wirklich spannend inszeniert. Insgesamt macht das, trotz einzelner Schwächen, eine sehr gelungene Folge.