Originaltitel: The Profligate Episodennummer: 2x03 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 31. Dezember 2025 (Amazon Prime) Drehbuch: Chaz Hawkins Regie: Liz Friedlander Besetzung:
Ella Purnell als Lucy MacLean,
Aaron Moten als Maximus,
Moises Arias als Norm MacLean,
Frances Turner als Barb Howard,
Kyle MacLachlan als Overseer Hank MacLean,
Walton Goggins als The Ghoul/Cooper Howard,
Michael Cristofer als Elder Cleric Quintus,
Kumail Nanjiani als Xander Harkness,
Johnny Pemberton als Thaddeus,
Macaulay Culkin als Lacerta Legate,
Martha Kelly als Representative Welch,
Barbara Eve Harris als Rodriguez,
Dallas Goldtooth als Charles Whiteknife,
Jon Gries als Biff,
Sisa Grey als Yosemite Elder,
Justin Theroux als Robert House,
Jesse Burch als Victor Securitron,
Kaleti Williams als Caesar,
Rob Zabrecky als Legion Senior Advisor,
Andrea Cañizares-Fernandez als Wounded Woman,
Guy Heilweil als Perry,
Ava Scarola als Lois,
Alyssa Ndati als Trudy u.a.
Kurzinhalt:
Lucy ist in Gefangenschaft der Cäsar-Legionen geraten. Oder besser gesagt: Einer der Cäsar-Legionen. Denn nach dem Tod ihres Anführers hat sich diese in zwei verfeindete Gruppen gespalten, da zwei Personen den Führungsposten für sich beanspruchen. Lucy wird daraufhin an einem Kreuz befestigt. Parallel dazu hat Cooper die ärgsten Schmerzen endlich überwunden, und macht sich auf, um Lucy – die ihn erst in diese Lage gebracht hat – zu retten. Parallel dazu erinnert er sich wieder an seine Vergangenheit zurück, genauer gesagt ein Veteranentreffen, bei dem ein Kamerad von ihm ausgezeichnet wurde – er jedoch zugleich eine mysteriöse Begegnung mit einem Unterstützer von Robert House hatte, und damit genau jenem Mann, den er zu töten beauftragt wurde. In der Bruderschaft brodelt es indes nach der Ankunft des nicht eingeladenen Vertreters Harkness. Dennoch ist Quintus außer sich, als Maximus vorschlägt, diesen zu töten. Daraufhin begleitet er ihn auf eine Mission ins Ödland…
Review:
Wie die Inhaltsangabe schon verrät, wirft "Die Verderbte" parallel zu den Ereignissen in der "Gegenwart" auch wieder einen Blick in die Vergangenheit. Die betreffenden Szenen waren zwar nicht grundsätzlich uninteressant; vor allem Coopers moralischer Konflikt, nachdem er beauftragt wurde, Robert House zu ermorden, sprach mich durchaus an. Insgesamt muss ich aber sagen, dass ich diese ganzen Rückblenden tendenziell doch eher mühsam finde, und nichts dagegen hätte, wenn "Fallout" diesbezüglich jetzt dann bald mal einen Schlussstrich zieht, und bei den aktuellen Ereignissen bleibt. Nicht, dass diese hier unbedingt um so viel interessanter und/oder mitreißender gewesen wären. Positiv machte sich in erster Linie der Gastauftritt von Macauley Culkin bemerkbar. Ich freue mich für den früheren Kinderstar, dass es ihm zuletzt zunehmend gelingt, in Hollywood wieder Fuß zu fassen.
Wie in den letzten Reviews angedeutet, geht mir allerdings die ständige Wiederholung des gleichen Musters im Hinblick auf Lucy langsam aber sicher doch etwas gegen den Strich: Sie bringt sich mit ihrer Naivität wiederholt in Schwierigkeiten, und der Ghoul muss sie dann daraus befreien. Es wäre schön, wenn man zumindest 1x zur Abwechslung Lucy für ihre Gutmütigkeit und Hilfsbereitschaft auch belohnen würde, statt sie ständig dafür zu bestrafen. Und alles rund um Maximus interessiert mich einfach nach wie vor nicht wirklich. Ich meine, dass die moralischen Werte der Bruderschaft mit seinen nicht übereinstimmen, ist ja nun wahrlich nichts neues. Das muss ihm eigentlich bereits in der ersten Staffel aufgrund des Verhaltens jenes Ritters, dem er zugeteilt war, bewusst geworden sein. Auch hier wiederholt sich "Fallout" in meinen Augen zu oft und zu deutlich. Dies gilt natürlich insbesondere für das Ende, wo er sich gezwungen sieht, Harkness (entgegen Quintus' Befehl) zu ermorden, um die Kinder zu retten. Generell vermittelt mir "Fallout" in der zweiten Staffel zunehmend den Eindruck, so wie viele andere Serien der Gegenwart, die eine fortlaufende Handlung erzählen, Laufzeit zu schinden. So als würde man versuchen, aus wenig Handlung so viele Episoden – und damit neuen Content für die Streaming-Plattform – wie möglich herauszupressen. Zwar gefällt mir die Serie – aufgrund einiger absurder Elemente, sowie der immer wieder auftretenden Gewaltspitzen – nach wie vor ganz gut, und werde ich nach aktuellem Stand auch über die zweite Staffel hinweg dranbleiben. So wie bei "Pluribus" werde ich mir aber überlegen müssen, statt jede Episode zu besprechen auf Staffel-Reviews umzuschwenken. Weil für ersteres geben bieten Folgen – zumindest momentan – nicht wirklich genug Stoff.
Fazit:
Nachdem es mit "Die Goldene Regel" zumindest kurzfristig leicht bergauf ging, fällt "Die Verderbte" wieder auf "nur" solides Niveau zurück. Möglicherweise bedingt dadurch, dass die Serie ja auf einem Videospiel basiert (die sich üblicherweise nicht unbedingt mit einer übermäßig komplexen Handlung auszeichnen), und das "worldbuilding" in der ersten Staffel weitestgehend abgeschlossen war, scheint sich mir "Fallout" in Season 2 bislang schwer zu tun, die Episoden mit genug Story/Inhalt zu füllen. Und so plätschert das Ganze hier, abseits einzelner ganz netter Ideen, doch sehr unaufgeregt dahin. Es ist bezeichnend, dass jener Handlungsstrang, der mir insgesamt eigentlich am schlechtesten gefällt – nämlich die Rückblicke in Coopers Vergangenheit – hier so ziemlich die besten (ein bis zwei) Momente zu bieten hatte. Den Rest fand ich sehr "na ja".