Originaltitel: The Liberator Episodennummer: 1x13 Bewertung: Erstausstrahlung US: 06. Dezember 1974 Erstausstrahlung D: 22. März 1989 Drehbuch: Howard Dimsdale Regie: Arnold Laven Besetzung:
Roddy McDowall als Galen,
Ron Harper als Alan Virdon,
James Naughton als Pete Burke,
John Ireland als Brun,
Ben Andrews als Miro,
Jennifer Ashley als Talia,
Peter G. Skinner als Clim,
Mark Bailey als Villager,
Ron Stein als First Gorilla Guard,
Tom McDonough als Second Gorilla Guard,
u.a.
Kurzinhalt:
Über die Sommermonate erhalten die Menschen, die im Dorf Borak leben, alle zwei Wochen Besuch von Gorillas. Diese fordern, dass ihnen fünf Personen als Sklaven ausgehändigt werden, um in den Minen zu arbeiten. Eben deshalb sind die Bewohner Boraks mit eigenen Suchtrupps selbst auf der Jagd nach Menschen, um diese gefangen zu nehmen und an die Gorillas zu übergeben. Denn wenn sie mit ihren Gefangenen die Quote nicht erfüllen können, wird im Dorf ausgelost, wer die freien Plätze füllen muss. Als es Clim trifft, tritt er die Flucht an, wobei er auf Galen, Alan und Pete trifft. Daraufhin lockt er die beiden Menschen in die Falle, und genau in die Hände des Jagdtrupps. Alan und Pete sollen nun beim nächsten Termin an die Gorillas übergeben werden – sehr zum Missfallen ihres angeblichen Besitzers Galen, der diesbezüglich bei Brun interveniert. Doch unter den Jägern, die von Miro angeführt werden, beginnt sich langsam Widerstand gegen die Politik von Borak zu regen…
Review:
Zu "Der Tempel des Todes" finden sich widersprüchliche Informationen. Die IMDB weist sie als am 06. Dezember 1974 in den USA ausgestrahlt aus, andere Quellen besagen wiederum, dass die Folge während der Erstausstrahlung der Serie in Amerika entweder gar nicht (und somit längere Zeit als verschollen galt), oder zumindest verspätet (sprich, erst irgendwann nach "Der Traum vom Fliegen"), ausgestrahlt wurde. Leider muss ich sagen: Falls es tatsächlich so gewesen sein sollte, dass die Folge ursprünglich im US-Fernsehen unterschlagen wurde, so war dies in meinen Augen kein großer Verlust. Am besten konnte mir an "Der Tempel des Todes" definitiv der Ausgang des Geschehens rund um die Giftgasbomben gefallen, die Brun gegen die Affen einsetzen will. So sehr Galen, Alan und Pete sein Ziel der Befreiung der Menschen und ein Ende ihrer Versklavung durch die Affen begrüßen und unterstützen mögen, so können sie dennoch den Einsatz einer solchen Massenvernichtungswaffe nicht gutheißen. Eben diese moralische Diskussion stach für mich jedenfalls positiv heraus.
Bedauerlicherweise war das aber auch schon das Einzige. Negativ macht sich nicht zuletzt bemerkbar, dass unsere drei zentralen Helden hier lange Zeit nur eine sehr untergeordnete Rolle spielen, und stellenweise sogar richtiggehend zu Statisten verkommen. Generell schläft die Episode im Mittelteil – nachdem der Auftakt noch durchaus mein Interesse weckte (auch wenn man sich dort bereits fragt, wo denn eigentlich unsere regulären Helden bleiben), und mir dann das Ende ziemlich gut gefallen konnte – irgendwie völlig ein. Da liegt der Fokus auf Figuren, die mich einfach nicht interessierten (alles rund um Brun, Miro und Talia wollte mich einfach überhaupt nicht ansprechen), und tat sich generell zu wenig. Auch an Spannung mangelte es "Tempel des Todes" wieder einmal. Zudem vermisst man bei den Affen-Rollen die üblichen Verdächtigen wie Urko und/oder Zaius. Aber auch das Mysterium rund um den Tod des "Unwilligen" wollte mich nie so recht ansprechen (wenn ich "Der Tempel des Todes" auch sehr dankbar dafür war, nicht in eine übernatürliche Richtung abgedriftet zu sein). Schade ist dies insofern, als die Idee rund um ein Dorf, welches a) ständig Sklaven an die Affen abtreten muss, und b) dafür andere Menschen jagt (und so wenig eigene Bewohner wie möglich "abtreten" zu müssen), eigentlich ziemlich interessant war. Leider aber hat man sich den moralischen Implikationen dahinter kaum gestellt. Wie gesagt, die letzten paar Minuten fand ich ziemlich gelungen, und haben der Episode denkbar knapp zu einer durchschnittlichen Wertung verholfen. Der Weg dorthin hätte aber ruhig packender und interessanter gestaltet werden dürfen.
Fazit:
Nach einem noch durchaus interessanten Auftakt schläft "Der Tempel des Todes" leider ziemlich ein. Im Mittelteil verliert er unsere drei regulären Helden Galen, Alan und Pete viel zu sehr aus den Augen, und jene Charaktere, die stattdessen in den Mittelpunkt rücken – und ihre Konflikte – fand ich einfach nie interessant. Dementsprechend hat sich die Episode zwischenzeitlich doch ordentlich gezogen. Aufgewertet – und immerhin noch auf durchschnittliches Niveau gehoben – wird sie dann in erster Linie durch die letzten paar Minuten, wo nicht nur die Hintergründe ob des Todes von Clim aufgedeckt werden, sondern Bruns Plan die moralischen Prinzipien von Galen, Alan und Pete auf die Probe stellen. Denn seinem Ziel mögen sie zustimmen – aber können sie die Methode, die er dafür geplant hat, rechtfertigen? Das war für mich mit Abstand das beste an "Der Tempel des Todes"; und hätte für mich auch – zusammen mit der fragwürdigen Politik der Dorfbewohner, andere Menschen gefangen zu nehmen und den Gorillas als Sklaven zu übergeben – stärker im Mittelpunkt stehen sollen.