Originaltitel: The Metamorph Episodennummer: 2x01 Bewertung: Erstausstrahlung UK: 04. September 1976 Erstausstrahlung D: 09. April 1978 Drehbuch: Johnny Byrne Regie: Charles Crichton Besetzung:
Martin Landau als Commander John Koenig,
Barbara Bain als Dr. Helena Russell,
Catherine Schell als Maya,
Tony Anholt als Tony Verdeschi,
Nick Tate als Alan Carter,
Zienia Merton als Sandra Benes,
Brian Blessed als Mentor,
Anouska Hempel als Annette Fraser,
John Hug als Bill Fraser,
Gerard Paquis als Lew Picard,
Peter Porteous als Petrov,
Nick Brimble als Ray Torens,
Anton Phillips als Dr. Bob Mathias u.a.
Kurzinhalt:
Dreihundertzweiundvierzig Tage sind vergangen, seit der Mond aus der Umlaufbahn der Erde geschleudert wurde, und seine Reise durch das Weltall angetreten ist. Für die Reparatur der angeschlagenen Lebenserhaltungssysteme benötigt man dringend Titanium. Dieses wird dann auf dem nahegelegenen Planeten Psychon entdeckt. Man schickt ein Eagle-Shuttle los, doch dieses wird von einer grünen Kugel erfasst und auf den Planeten gebracht. Kurz darauf nimmt von eben dort aus Mentor mit ihnen Kontakt auf. Der Besatzung gehe es gut, und er lädt weitere Mitglieder der Kommandocrew dazu ein, Psychon einen Besuch abzustatten. Koenig führt das Einsatzteam an. Doch kurz nach ihrer Ankunft stellt sich heraus, dass Mentor verborgene Interessen verfolgt: Er hat die Alpha-Crew zum Planeten gelockt, um mit Hilfe ihrer mentalen Kräfte Psychon in jenes Paradies zu verwandeln, welches er einst war. Dass der Prozess ihr Leben erfordern wird, nimmt er nur allzu gerne in Kauf. Die letzte Hoffnung von Koenig und seiner Mannschaft liegt in Mentors Tochter Maya, die nichts von den finsteren Plänen ihres Vaters ahnt…
Review:
"Die Metamorphose" wartet mit zwei aus der Serie bereits bekannten Gesichtern in neuen Rollen auf. Einerseits Brian Blessed, der in "Ultima Thule" als Dr. Rowland zu sehen war, und hier nun als Mentor ein weiteres Mal den "Bösewicht der Woche" gibt. Und andererseits Catherine Schell, die in "Das Glück der Träumenden" die Androidin des Wächters spielte, und sich in der zweiten Staffel nun als Formwandlerin Maya zur Stammbesetzung hinzugesellt. Auf der anderen Seite müssen wir uns von einigen bekannten Gesichtern verabschieden: So sind Clifton Jones (David Kano), Prentis Hancock (Paul Morrow) und auch der im Gegensatz zu den anderen beiden als Mitglied der Stammbesetzung geführte Barry Morse, der Victor Bergman spielte. Vor allem die Abwesenheit von letzterem sticht sofort ins Auge, und ehrlich gesagt hätte ich es schon für wichtig erachtet, dass man das irgendwie thematisiert. Mit dem Eröffnungsmonolog – bzw. dem Logbuch – von Dr. Russell hätte sich dafür ja eine ideale Gelegenheit geboten. Alternativ hätte man die Episode auch mit einer Gedenkfeier für mindestens Victor, potentiell auch David und Paul, starten können. Weil so fragt man sich halt schon unweigerlich, wo die stecken.
Was die Folge an sich betrifft: Na ja. Ich war ja insofern schon vorgewarnt, als ich einige Stimmen vernommen haben, die einen merklichen Qualitätsverlust von der ersten zur zweiten Staffel bemängelten; wohl bedingt durch den Wechsel hinter den Kulissen, da Serien-Schöpfer Gerry Anderson die Produktion an Fred Freiberger abgab. Was nicht das erste Mal ist: Auch "Star Trek"-Schöpfer Gene Roddenberry wurde ja die Kontrolle über die Serie entzogen, und in der dritten Staffel an – richtig – Fred Freiberger gegeben. Dort kann ich den qualitativen Abfall in Season 3, trotz einzelner hervorstechender Episoden, definitiv bestätigen. Und wenn "Die Metamorphose" stellvertretend für die durchschnittliche Qualität der zweiten Staffel sein sollte, dann werde ich wohl in ein paar Wochen/Monaten für "Mondbasis Alpha 1" ein ähnliches Urteil fällen müssen. Ok, zugegeben, sie war jetzt nicht abgrundtief schlecht; tatsächlich hat sich die Serie in Season 1 ein paar noch deutlichere Ausfälle gegönnt. Aber wirklich mitgerissen hat mich das nicht. Zuerst einmal werde ich glaube ich ein bisschen brauchen, um mich an Maya und ihre Formwandler-Fähigkeiten zu gewöhnen. Das ist mir für die Serie – zumindest so, wie sie sich bislang präsentierte – irgendwie dann doch fast schon ein wenig zu fantastisch (wobei ich zugebe, dass man das gleiche im Hinblick auf Isis in der "Star Trek"-Folge "Ein Planet, genannt Erde" festhalten könnte). Der Plot war jetzt auch nicht wirklich etwas Besonderes, und ließ es trotz des diabolischen Plans, den Mentor verfolgt – sowie Koenigs "Directive 4"-Befehl, den Planeten zu vernichten – n Spannung vermissen. Auch der Tod des Rothemds verfehlte die gewünschte schockierende Wirkung bei mir, weil ganz ehrlich: Selber Schuld. Das war schon sehr naiv und unvorsichtig. Und nicht zuletzt mit der Darstellung von Anouska Hempel als Annette Fraser übertrieben hysterische Frau (was ich nicht ihr, sondern Drehbuch und Regie vorwerfe) tat ich mir schwer. Beeindruckend ist "Die Metamorphose" letztendlich nur in produktionstechnischer Hinsicht, da für den Staffelauftakt wieder ordentlich Aufwand betrieben wurde, sowohl was die Effekte als auch die Sets usw. betrifft. Die neue Musik ist allerdings (auch) weniger meins.
Fazit:
Der Schnitt von der ersten zur zweiten Staffel ist ein durchaus harter, angefangen bei den Abgängen in der Besetzung (auf die auch in keinster Weise eingegangen wird), über das neue Intro und die neue Musik, bis hin zu Neuzugang Maya, an den ich mich aufgrund ihrer Formwandler-Fähigkeit wohl doch erst werde gewöhnen müssen. Inhaltlich war ich von "Die Metamorphose" jetzt auch nicht unbedingt angetan. Weder fand ich die Story sonderlich interessant, noch wollte sich echte Spannung einstellen. Immerhin, der Aufwand der hier für den Staffelauftakt betrieben wurde, stach durchaus positiv hervor. Ich freute mich auch über das Wiedersehen mit Brian Blessed und Catherine Shell (in neuen Rollen) – letztere wird uns ja nun erhalten bleiben. Und ein paar nette Momente haben sich dann ja doch eingeschlichen, wobei insbesondere jene Szene, wo Maya die Wahrheit über ihren Vater erkennt, hervorsticht. Trotzdem hoffe ich, dass "Die Metamorphose" nicht repräsentativ für die Qualität ist, die ich in der zweiten Staffel von "Mondbasis Alpha 1" erwarten kann.