Die Abenteuer des jungen Indiana Jones - 3x01: Liebe und Fremdenlegion
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Originaltitel: Tales of Innocence Episodennummer: 3x01 Bewertung: Erstausstrahlung US: 21. November 1999 Erstausstrahlung D: - Drehbuch: Frank Darabont Regie: Simon Wincer Besetzung:
Sean Patrick Flanery als Indiana Jones,
Clare Higgins als Edith Wharton,
Jay Underwood als Ernest Hemingway,
Veronika Logan als Giulietta,
Pernilla August als Mamma,
Martin McDougall als Joe,
Adam Serwer als Umberto,
Anna Lelio als Granny,
Renato Scarpa als Papa,
Carlo Zardini Lacadella als Sentry,
Lex van Delden als Voska,
Eduardo Cuomo als Luigi u.a.
Kurzinhalt:
Sein nächster Einsatz für den französischen Geheimdienst führt Indiana Jones nach Norditalien, wo er eine Gruppe von österreichischen Soldaten in eine Falle locken soll. Parallel dazu trifft er sich immer wieder mit der hübschen Guilietta, deren Herz er zu erobern hofft. Zufällig trifft er auf Ernest Hemingway, der sich ebenfalls dort im Einsatz befindet, und ihm mit seiner Poesie dabei hilft. Dann jedoch stellt sich heraus, dass Indy um die Gunst von Guilietta einen direkten Konkurrenten hat. Etwas später wird er nach Morokko geschickt, wo er herausfinden soll, wer die dortigen Rebellen mit Waffen beliefert. Auf seiner Reise macht er die Bekanntschaft der Schriftstellerin Edith Wharton…
Review:
Geht man nach der neu zusammengestellten Serie – sprich "The Adventures of Young Indiana Jones" statt "The Indiana Jones Chronicles" – sind wir mit "Liebe und Fremdenlegion", obwohl die Kriegsjahre noch nicht ganz vorbei sind, nun in der dritten Staffel angekommen (die so wie die erste aus sieben Episoden besteht). Für "Liebe und Fremdenlegion" wurden zwei Episoden zusammengeschnitten, von der bis zur Veröffentlichung der neuen Schnittfassung auf VHS jedoch nur die erste bereits ausgestrahlt war. Thematisch passen sie dabei recht gut zusammen, wobei leider für beide gilt, dass man sie eher als Charakterfolgen sehen muss, die uns Ereignisse aus der Vergangenheit der (Film-)Figur erzählen, denn als echte, für sich genommen interessante und neue Abenteuer des (jungen) Indiana Jones. Sprich, viel Action und/oder Spannung darf man sich hier nicht erwarten.
Trotz dieses Mankos (und eines etwas irritierenden Auftritts von Pernilla August in – im Vergleich zum Wien-Segment aus "Die Gefahren der Liebe" – neuer Rolle) hat mir die erste Hälfte zumindest noch eine Spur besser gefallen. Die Szenen zwischen Indy und Guilietta waren durchaus charmant, und insbesondere Sean Patrick Flanery spielt seine Vernarrtheit in Veronika Logan ausgezeichnet. Es wird auch im Vergleich zu einigen früheren Liebesgeschichten deutlich, dass es letztendlich eben auch wirklich "nur" das ist: Eine Schwärmerei. Allerdings leidet die Episode ein bisschen darunter, dass die Identität seines Rivalen nun wahrlich keine große Überraschung ist. Vor allem aber fand ich das Geschehen teilweise doch etwas gar theatralisch dargestellt. Es sollte wohl lustig sein, hat eben diese (vermeintlich) gewünschte Wirkung bei mir aber leider verloren. Mich hat das spätestens beim Pasta-Wettessen verloren, und einfach nicht mehr interessiert. Daran konnte auch das dann wiederum durchaus gefällige Ende nicht mehr wirklich etwas ändern. Dennoch würde ich der ersten Hälfte insgesamt gerade noch so eine durchschnittliche Wertung geben. Demgegenüber hätte ich persönlich es in keinster Weise als Verlust empfunden, wenn das bis dahin nicht veröffentlichte zweite Segment in Morokko verschollen geblieben wäre. Dieses litt für mich nicht zuletzt darunter, dass die Spionage-Story rund um die Suche nach einem Maulwurf in den eigenen Reihen, und die Bekanntschaft mit Edith Wharton (die sich ganz offensichtlich in Indy verschaut) nie ein stimmiges Ganzes ergeben wollte. Für sich genommen wären beide Storylines ok (wenn auch in keinster Weise etwas Besonderes), aber in Kombination haben sie für mich nicht funktioniert. Vor allem aber blieb so letztendlich beiden Handlungssträngen nicht genug Zeit, um Eindruck bei mir zu hinterlassen.
Fazit:
Aus meiner Erinnerung heraus kommen jetzt zwar noch ein paar durchaus solide Folgen, mit der zweiten Staffel haben wir in meinen Augen nun allerdings auch die Höhepunkte der Serie hinter uns gelassen. "Liebe und Fremdenlegion" ist dafür ein guter Indikator: Zwei Episoden, die eher an die belanglosen Geschichten der ersten Staffel erinnern. Dabei schlägt sich die erste Hälfte, in Italien, eh noch halbwegs wacker, was vor allem der beschwingten Inszenierung durch Bille August und den charmanten Schauspielerleistungen zu verdanken ist. Demgegenüber fällt das zweite, in Marokko angesiedelte Segment, leider ziemlich ab. Die Suche nach dem Waffenhändler, die grundsätzlich spannend hätte sein können (und an und für sich ja gewitzt abgeschlossen wird) verkommt zu einer Randnotiz, und auch aus der Anziehung zwischen Indy und Edith macht man einfach nicht genug (zumal angesichts seiner früheren – auch sexuellen- Beziehung mit Mata Hari vermag auch der Altersunterschied nicht zu schockieren vermag). So gesehen wäre es aus meiner Sicht kein großer Verlust gewesen, wenn die zweite, bis dahin nicht ausgestrahlte Hälfte, verschollen geblieben wäre.