Originaltitel:The Thing in the Dark Episodennummer: 1x02 Bewertung: Erstausstrahlung USA: 31. Oktober 2025 (HBO Max) Erstausstrahlung D: 31. Oktober 2025 (Sky) Drehbuch: Austin Guzman Regie: Andy Muschietti Besetzung:
Jovan Adepo als Leroy Hanlon,
Taylour Paige als Charlotte Hanlon,
James Remar als General Francis Shaw,
Stephen Rider als Hank Grogan,
Matilda Lawler als Marge Truman,
Amanda Christine als Ronnie Grogan,
Clara Stack als Lilly Bainbridge,
Blake Cameron James als Will Hanlon,
Arian S. Cartaya als Rich Santos,
Peter Outerbridge als Chief Clint Bowers,
Chris Chalk als Dick Hallorann,
Kimberly Guerrero als Rose,
Joshua Odjick als Taniel,
Alixandra Fuchs als Terri Bainbridge,
Thomas Mitchell als Colonel Fuller,
Larry Day als Stan Kersh the Butcher u.a.
Kurzinhalt:
Nachdem Teddy, Phil und Susie nach ihrem Besuch des Kinos verschwunden ist, sind fast alle in Derry davon überzeugt, dass der Besitzer Hank Grogan dahintersteckt. Doch ohne Beweis weigert sich der Polizeichef, diesen zu verhaften – sehr zum Missfallen des zunehmend aggressiven Mobs. Hanks Tochter Ronnie, sowie Lilly Bainbridge, die als Einzige von Mattys Bekannten den Angriff des Dämonen-Babys überlebt hat, kehren indes wieder in die Schule zurück – wo sie jedoch von ihren Mitschüler:innen gemieden bis richtiggehend geächtet werden. Aber auch zwischen den beiden ist die Lage angespannt: Ronnie wirft Lilly vor, der Polizei nicht die Wahrheit gesagt zu haben, diese hält dagegen, dass ihr ohnehin niemand glauben würde. Sie hat jedoch noch einen weiteren Grund, nicht zu schildern, was sie im Kinosaal gesehen hat: Nach dem Tod ihres Vaters war sie für einige Zeit in einer psychiatrischen Anstalt – eine Erfahrung, die sie keinesfalls wiederholen will. Der nach Derry versetzte Leroy Hanlon versucht sich indes mit seiner Familie – seiner Frau Charlotte und ihrem gemeinsamen Sohn Will – in Derry einzuleben…
Review (kann Spoiler enthalten):
Nach dem hochdramatischen und für mich durchaus auch schockierenden Finale von "Willkommen in Derry" schaltet die "ES"-Serie mit "Das Ding im Dunkeln" wieder ein bis zwei Gänge zurück. Ein bisschen konstruiert wirkte auf mich dabei, zumindest anfänglich, der Streit zwischen Ronnie und Lilly. Ich verstehe natürlich, dass erstere sich Sorgen um ihren Vater macht, und dass dieser vielleicht für etwas angeklagt und sogar verurteilt werden könnte, dass er nicht getan hat. Und am Ende, nachdem Lilly sich vom Polizeichef ködern ließ, war ihr Ärger absolut verständlich. Nicht nachvollziehen konnte ich aber, dass sie ihr zuvor vorgeworfen hat, der Polizei nicht die Wahrheit gesagt zu haben. Was erwartet sie denn? Dass Chief Bowers die Fahndung nach einem Dämonen-Baby eröffnet? Soll heißen: Ihr sollte völlig klar sein, dass niemand Lilly glauben würde, wenn sie erzählt, was wirklich vorgefallen ist. Insofern wirkte ihre entsprechende Enttäuschung auf mich eher aufgesetzt. Der Militär-Plot steht zudem nach wie vor sehr für sich. Die Offenbarung, dass der Angriff nur fingiert und ein Test war, kam für mich zudem nicht im Geringsten überraschend. Immerhin bot dieser Teil von "Das Ding im Dunkeln" aber ein nettes Easter Egg, als der Name Dick Hallorann fällt (und natürlich wird an anderer Stelle die Statue aufgebaut, die in den "ES"-Filmen zu sehen war).
Besser als die Story rund um Leroy gefiel mir aber alles rund um seine Frau Charlotte. "Das Ding im Dunkeln" fängt das Unwohlsein einer afroamerikanischen Familie, die in eine überwiegend von Weißen bevölkerte Kleinstadt ziehen – noch dazu im Jahr 1962 – wunderbar ein. Unter jeder Konversation scheint ein gewisser Unterton zu liegen, und in jedem Blick mitzuschwingen, dass die Hanlons nicht wirklich erwünscht sind. Aber auch davon abgesehen hat Charlotte bald das Gefühl, dass irgendwas in Derry nicht ganz richtig ist. Sehr schön verdeutlicht (und auch dem Publikum vermittelt) wird das mit der Szene, wo Jugendliche einen anderen attackieren – und niemand eingreift. Aber auch die typischen Dynamiken an einer High School (oder dem Äquivalent hierzulande) werden sehr gut eingefangen – und haben sich in den dazwischenliegenden Jahren nicht wirklich verändert. Jedenfalls gibt es hier das eine oder andere Kind, wo man sich denkt: Um den/die wär's jetzt nicht schad'. Besser als in der Pilotfolge haben mir auch die Gruselszenen gefallen. Dies gilt sowohl für Ronnie, die sich quasi wieder im Mutterleib wiederfindet (und deren Mutter wohl bei der Geburt gestorben ist; wie Pennywise sich die Traumata der Kinder zu Nutze macht, ist halt echt fies), und andererseits Lilly, die sich im Supermarkt auf einmal in einem Labyrinth wiederfindet (nur das mit dem Gurkengesicht fand ich leider wieder eher unfreiwillig komisch als beängstigend). Und generell hat mir alles rund um Lilly am besten gefallen; ihre Angst davor, wieder nach Juniper Hill (auch diese Location ist aus King-Büchern bekannt) zurückgebracht zu werden, war für mich nachvollziehbar. Weshalb ich auch dafür, dass sie beim Polizeichef doch noch eingeknickt ist, nicht allzu böse sein konnte; wenn es auch letztendlich, nach dem Vorfall im Supermarkt, vergeblich war. Jedenfalls fühlte ich am Ende mit ihr definitiv mit. Und der Fund des Autos am Ende beim Geheimprojekt des Militärs lässt mich hoffen, dass in der nächsten Folge auch dieser Handlungsstrang endlich aufdreht.
Fazit:
Im Großen und Ganzen sehe ich "Das Ding im Dunkeln" auf einem ganz ähnlichen Niveau wie die Auftaktfolge, wenn die nicht am Ende noch mit dem Herzschlagfinale im Kinosaal aufgewartet hätte. Nach wie vor sticht für mich der Militär-Plot eher negativ heraus. Demgegenüber konnte mir alles rund um Charlotte, und generell die Ankunft der Hanlons in Derry, gut gefallen. Schön auch die Easter Eggs entweder auf die Filme oder generell das Stephen King-Universum. Und bis auf die Gurkerl-Gestalt waren diesmal auch die Gruselszenen etwas besser umgesetzt. Vor allem aber behält man dabei die Tradition aus den Filmen bei, dass Pennywise die Schwächen und Ängste seiner (potentiellen) Opfer ausnutzt. Am besten gefiel mir letzten Endes aber alles rund um Lilly, mit der ich beim schrecklichen Zwiespalt, vor dem sie hier steht, sehr mitgefühlt habe.