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Mondbasis Alpha 1 - 1x23: Wächter des Todes Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Century 21 Television

Originaltitel: Dragon's Domain
Episodennummer: 1x23
Bewertung:
Erstausstrahlung UK: 23. Oktober 1975
Erstausstrahlung D: 07. September 2013
Drehbuch: Christopher Penfold
Regie: Charles Crichton
Besetzung: Martin Landau als Commander John Koenig, Barbara Bain als Dr. Helena Russell, Barry Morse als Professor Victor Bergman, Gianni Garko als Tony Cellini, Douglas Wilmer als Commissioner Dixon, Prentis Hancock als Paul Morrow, Clifton Jones als David Kano, Zienia Merton als Sandra Benes, Anton Phillips als Dr. Bob Mathias, Nick Tate als Alan Carter, Barbara Kellerman als Dr. Monique Bouchere, Michael Sheard als Dr. Darwin King, Susan Jameson als Professor Juliet Mackie u.a.

Kurzinhalt: Dr. Russell erhält in der Krankenstation eine Warnmeldung, als der Puls des Piloten Tony Cellini während er in seinem Quartier schlafen sollte auf einmal in die Höhe schnellt. Sie fragt ihn, ob alles in Ordnung ist, und dieser meint, dass er nur einen Alptraum hatte, und es ihm jetzt wieder gut gehe. So ganz entspricht dies jedoch nicht der Wahrheit. Vor rund drei Jahren ist Tony als Teil eines Expeditionsteams zum neu entdeckten zehnten Planeten des Sonnensystems, Ultra, aufgebrochen, um diesen zu erforschen. Auf dessen Schattenseite stieß man auf einen Schiffsfriedhof – und in diesem wiederum ein schreckliches Monster, welches seine gesamte Crew getötet hat. Tony allein kam mit heiler Haut davon – doch zurück auf der Mondbasis Alpha 1 wollten ihm die wenigsten glauben. Dr. Russell war damals damit betraut, ein psychologisches Gutachten zu erstellen, während Commander Koenig und Professor Bergman bei der Anhörung seine Verteidigung übernahmen. In den dazwischenliegenden Jahren dachte er eigentlich, den Vorfall hinter sich gelassen zu haben. Nun jedoch wird er vom damaligen Alptraum wieder eingeholt, als der Mond auf genau das gleiche Phänomen, welches einst seiner Crew das Leben gekostet hat, zusteuert…


Review: Episodenbild (c) Century 21 Television Auf "Wächter des Todes" war ich schon sehr gespannt. Denn: Ich entnehme die Episodendaten der IMDB, und wenn man dort eine Serie aufruft, werden einem gleich mal die beiden am besten bewerteten Folgen angezeigt. Und bei "Mondbasis Alpha 1" ist das eben "Wächter des Todes" – und das noch dazu mit einem ordentlichen Respektabstand (8.3 zu 7.6) vor seinem schärfsten Verfolger "Captain Zantor" (die ich ja tatsächlich ebenfalls bisher als die beste Folge der Serie bewertet hätte). Doch nicht nur auf der IMDB, auch auf der App die ich verwende, um meine gesehenen Episoden zu tracken (Serializd), steht "Dragon's Domain" – so der Originaltitel – hoch im Kurs. Nun kam es in der Vergangenheit schon mal vor, dass eine Folge meiner eben daraus resultierenden Erwartungshaltung nicht gerecht werden konnte. Bei "Wächter des Todes" ist dies erfreulicherweise nicht der Fall. So sticht hier nicht zuletzt die für die Serie ungewöhnliche Erzählstruktur hervor, da wir – nach dem Einstieg mit Cellinis Anfall, der sofort mein Interesse weckte – und dem nachfolgenden Prolog in der Zeit zurückspringen, um, begleitet von Dr. Russells medizinischem Bericht, die dem Untergang geweihte Ultra-Mission verfolgen.

Allein dieser Sprung zurück in die Vergangenheit machte "Wächter des Todes" bereits sehr interessant. Dazu gesellt sich dann auch noch die spannende Story, die dort erzählt wird. Gut, ok, das mit dem zehnten Planeten ist natürlich Humbug; mittlerweile haben wir ja nicht mal mehr neun (Gerechtigkeit für Pluto!). Aber im Kontext einer Science Fiction-Serie kann ich mich auf die Idee schon einlassen (wenn das Ganze auch genauso gut als Expedition zum Uranus, Neptun oder eben Pluto funktioniert hätte, da der zehnte Planet letztendlich im Geschehen eh keine Rolle spielt). So richtig faszinierend wird es dann aber natürlich mit der Entdeckung, die man hinter dem Planeten gemacht hat. Der Raumschifffriedhof bot zahlreiche interessante Modelle, und war generell wieder mal wunderbar getrickst (wobei ich, wenn ich schon dabei bin, unbedingt auch noch die Raumstation davor lobend erwähnen muss). Ein Hauch von "2001 – Odyssee im Weltraum" liegt dann in der Luft, wenn die Reise mit klassischer Musik begleitet wird. Aus der Faszination wird jedoch schon bald das nackte Grauen, als sich herausstellt, dass sich im Raumschifffriedhof ein Monster aufhält, welches dann auch an Bord der Ultra-Sonde gelang. Nun gebe ich zu: Heutzutage mag dieses Tentakelmonster nicht mehr ganz den Schrecken verbreiten, den es vor rund fünfzig Jahren wohl noch besessen hat. Ich fand es aber von der Umsetzung her durchaus interessant (zumal ich mit den leuchtenden Auge in der Mitte und den Tentakeln vermuten würde, dass es für das Monster in "Astaron – Brut des Schreckens" Pate gestanden sein könnte), und für die damalige Zeit auch gelungen. Zumal spätestens die Idee, dass einen das Biest wohl irgendwie hypnotisiert, so dass man sich nicht mehr wehren kann, und unweigerlich zu sich zieht, auch heute noch durchaus erschrecken kann. Wie ich diese Szenen generell sehr spannend inszeniert fand. Noch wichtiger als das ist aber natürlich, was "Wächter des Todes" daraus macht, im Hinblick auf das Trauma, welches Tony Cellini aus verständlichen Gründen von dieser Erfahrung davongetragen hat.

Episodenbild (c) Century 21 Television Dass ihm, wieder zu Hause (schon allein die Idee, nach so einem schrecklichen Verlust die mehrmonatige Heimreise ganz allein anzutreten, ist erschreckend – und hätte eigentlich genug Stoff für eine eigene Episode hergegeben), kaum jemand glauben will, und viele vielmehr ihn für den Tod der anderen verantwortlich machen, kommt dann noch erschwerend hinzu. Nun gebe ich zu: Wenn es etwas gibt, dass man an "Wächter des Todes" kritisieren kann (und auch für mich knapp die Höchstwertung verhindert), dann ist es der Zufall, dass die Mondbasis Alpha 1 auf ihrer unkontrollierten Reise durch das Weltall plötzlich auf genau das gleiche Phänomen trifft. Zumal man sich auch gar nicht erst die Mühe macht, auch nur ansatzweise zu erklären, wieso der Raumschiff-Friedhof plötzlich so weit von unserem Sonnensystem entfernt wieder auftaucht. Aber: Da mir das, was man hier daraus gemacht hat, sehr gut gefallen hat, will ich ausnahmsweise mal gnädig sein. Jedenfalls mündest das höchst interessante Setup in einem überaus tragischen Finale, als zwar endlich für alle sichtbar die Wahrheit über die damaligen Ereignisse ans Licht kommt, und Cellini somit rehabilitiert wird – er eben dies jedoch mit dem Leben bezahlt. Spätestens das hebt "Wächter des Todes" dann auch in meinen Augen über die bisherigen Folgen der Serie.

Fazit: Geht man nach den IMDB-Bewertungen, ist "Wächter des Todes" die beste Folge die Serie. Und auch wenn ich nichts dagegen hätte, wenn mich im weiteren Verlauf von "Mondbasis Alpha 1" eine Episode mindestens ebenso, wenn nicht gar mehr überzeugt (wobei ich aufgrund dem, was ich bislang gehört habe, eher von einem qualitativen Abfall ausgehe), so fällt es mir nach Sichtung der Folge leicht, diese Einschätzung zu glauben – und ihr (zumindest soweit es die bisherigen Episoden betrifft) zuzustimmen. Das war wirklich klasse, angefangen beim ungewöhnlichen Aufbau rund um die Flashbacks zur damaligen Mission, die Spannung rund um den Angriff des Monsters, bis hin zum Trauma, welches Tony Cellini aus verständlichen Gründen von seinen damaligen Erfahrungen davongetragen hat. Auch das Finale war dann sehr packend – und auch berührend. Einzig die Tatsache, dass halt leider dramaturgisch schon sehr bequem (und inhaltlich ein höchst großer Zufall) war, dass Cellini Jahre später hier nun ein weiteres Mal mit diesem Schrecken konfrontiert wird (und man sich nicht mal die Mühe macht, auch nur im Ansatz zu versuchen, eine Erklärung dafür zu finden), verhindert die Höchstnote.

Wertung: 4.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © Century 21 Television)







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