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Poirot - 3x01: Eine Familie steht unter Verdacht Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) BBC

Originaltitel: The Mysterious Affair at Styles
Episodennummer: 3x01
Bewertung:
Erstausstrahlung UK: 16. September 1990
Erstausstrahlung D: 22. Oktober 1994
Drehbuch: Clive Exton
Regie: Ross Devenish
Besetzung: David Suchet als Hercule Poirot, Hugh Fraser als Captain Hastings, Philip Jackson als Chief Inspector Japp, Beatie Edney als Mary Cavendish, David Rintoul als John Cavendish, Gillian Barge als Mrs. Inglethorp, Michael Cronin als Alfred Inglethorp, Joanna McCallum als Evie Howard, Anthony Calf als Lawrence Cavendish, Allie Byrne als Cynthia Murdoch, Lala Lloyd als Dorcas, Michael Godley als Dr. Wilkins, Morris Perry als Mr. Wells, Penelope Beaumont als Mrs. Raikes, David Savile als Summerhaye, Tim Munro als Edwin Mace, Tim Preece als Philips K.C., Merelina Kendall als Mrs. Dainty, Bryan Coleman als Vicar u.a.

Kurzinhalt: London im Jahr 1917: Lieutenant Arthur Hastings stecken seine Erfahrungen im ersten Weltkrieg immer noch in den Knochen. Als ihn sein Freund dazu einlädt, ein paar Tage auf dem Landsitz seiner Familie in Styles St. Mary zu verbringen, nimmt Arthur dankend an. Kurz nach seiner Ankunft trifft er in einem Laden zufällig auf einen alten Bekannten, von dem er Tags davor noch erzählt hat: Den Meisterdetektiv Hercule Poirot, der Hastings während seines Einsatzes in Belgien aus der Patsche geholfen hat. Das Treffen kommt insofern überaus gelegen, als in der Nacht zuvor die Dame des Hauses, Mrs. Inglethorp, unter verdächtigen Umständen ums Leben gekommen ist. Man vermutet, dass sie vergiftet wurde – und ihr um zwanzig Jahre jüngerer Ehemann Alfred ist der Hauptverdächtige. Hercule Poirot beschließt, sich den Fall näher anzusehen. Er erkennt schon bald, dass Mr. Inglethorp ein wasserdichtes Alibi hat, und eine Anklage somit zweifellos zu einem Freispruch führen würde. Doch wer sonst hätte ein Motiv und die Gelegenheit gehabt, Mrs. Inglethorp zu ermorden?!


Review (kann Spoiler enthalten): Episodenbild (c) BBC "Eine Familie steht unter Verdacht" wird zwar als Teil (bzw. Auftakt) der dritten Staffel geführt, war aber eigentlich ein eigenes TV-Special, welches sich halt "nur" der Besetzung der Serie bediente, und mit dem man den 100. Geburtstag von Dame Agatha Christie feierte. Unter diesem Gesichtspunkt macht es auch Sinn, dass es sich hier um ein Prequel handelt, und man sich ihren allerersten Roman – und zugleich Hercule Poirots erstem Auftritt – vorknöpfte. Die Idee, uns hier zu zeigen, wie Poirot und Hastings ihre Freundschaft zueinander entwickelten (weil gekannt haben sie sich zu dem Zeitpunkt ja schon, nach einer kurzen Begegnung in Belgien während des ersten Weltkriegs), ist zweifellos nett, und zählt zu den größten Stärken des TV-Films. Schade fand ich allerdings, dass man sich so überhaupt keine Mühe gegeben hat, die Figuren jünger aussehen zu lassen, als in der Serie; immerhin liegen zwischen der, und den Ereignissen hier, knapp zwanzig Jahre. Gut, ok, Poirot sieht wohl in der Tat immer gleich aus, aber bei Hastings und Japp hätte man mit einer anderen Frisur, Bart ja oder nein sowie etwas Schminke über die Falten schon ein bisschen was machen können.

Davon abgesehen hat mir "Eine Familie steht unter Verdacht" aber gut gefallen. Einerseits natürlich aufgrund des Prequel-Aspekts, da sich damit die Dynamik zwischen Poirot und Hastings (sowie Japp) im Vergleich zu dem, wie wir sie aus der Serie kennen, doch ein bisschen unterschieden hat. Der Fall an sich war ebenfalls nett ausgeklügelt, und lud zum Mitraten ein. Immerhin erscheint Mr. Inglethorp zwar wie der Hauptverdächtige, scheint aber ein wasserdichtes Alibi zu haben. Aber auch, dass seine Frau das Gift wohl schon am Abend zu sich genommen hat, dieses aber erst Früh am nächsten Morgen seine Wirkung zeigte, macht stutzig. Und dann gibt es noch diese netten kleinen Details wie der Stofffetzen an der Tür, oder die Überreste eines Dokuments, das von Mrs. Inglethorp wohl im Kamin verbrannt wurde (weil sonst gäbe es mitten im Hochsommer ja wohl kaum einen Grund, im Zimmer ein Feuer zu machen). Und was wurde gewaltsam aus dem Kästchen entwendet, nachdem Poirot den Schlüssel sichergestellt hat? Mit all diesen Fragen, und mehr, ist man beschäftigt, während die Episode über den TV-Schirm läuft. Nachdem Poirot während er ein Kartenhaus aufbaut dank eines Hinweises von Captain Hastings schließlich ein Licht aufgeht, mündet "Eine Familie steht unter Verdacht" in einer für Poirot so typischen Auflösung vor versammelter Runde – auch das kam bei der Serie bislang noch nicht so häufig vor, und ist dementsprechend ein weiteres Plus. Und die dort dann präsentierte Auflösung konnte mir ebenfalls sehr gut gefallen. Mit Poirots allerbesten Fällen konnte das Mysterium in meinen Augen dann aber doch nicht mithalten. Vor allem aber: Zwar bot hier ein Roman (statt eine Kurzgeschichte, wie das bislang bei der Serie überwiegend der Fall war) die Vorlage, und wäre eine klassische TV-Episode sicherlich zu kurz gewesen, um der Story gerecht zu werden, aber die rund 105 Minuten waren dann wiederum doch eine Spur zu lang. Davon abgesehen war das aber schon ein cooler – und gewohnt hochwertig produzierter – TV-Film.

Fazit: Episodenbild (c) BBC Zum 100. Geburtstag von Dame Agatha Christie präsentierten Granada/ITV auf Basis der Besetzung ihrer Serie dieses TV-Special, welches den ersten von der Königin des Krimis geschriebenen Roman überhaupt – und zugleich Poirots ersten Auftritt – verfilmt. Dass das Geschehen hier knapp 20 Jahre vor den früheren Serienepisoden angesiedelt ist, ist dabei kaum zu bemerken; während das zu Poirot durchaus passt (der hat irgendwann seinen Stil gefunden, und sich nicht mehr groß verändert), hätte man sich bei Hastings und Japp schon etwas mehr Mühe geben können, um sie etwas jünger (oder zumindest anders) aussehen zu lassen. Zudem erweist sich die Laufzeit von 105 Minuten dann doch als einen Hauch zu großzügig bemessen. Davon abgesehen hat mir dieses Prequel zur Serie aber sehr gut gefallen, wobei es mir nicht zuletzt der ausgeklügelte Fall, der dann auch in einer typischen Poirot-Auflösung vor versammelter Runde mündete, angetan hatte.

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © iTV)







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