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Solide Romanadaption eines soliden Films Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 11 Januar 2026
 
Titel: "Iron Man"
Bewertung:
Autor: Peter David
Übersetzung: -
Umfang: 309 Seiten (E)
Verlag: Del Rey (E)
Veröffentlicht: 25. April 2008 (E)
ISBN: 978-1-84576-917-8 (E)
Kaufen: Taschenbuch (E)
 

Kurzinhalt: Der Multimilliardär und Playboy Tony Stark, der sein Geld in erster Linie mit dem Verkauf von hochmodernen Waffensystemen verdient, die von seiner Firma Stark Industries entwickelt werden, wird in Afghanistan nach einer Produktpräsentation von Terroristen gefangen genommen. Beim Angriff wird er schwer verletzt; um zu verhindern, dass das Schrapnell in seiner Brust sein Herz erreicht, ist er ständig an eine Autobatterie angeschlossen, die den Magneten in seinem Brustkorb mit Energie versorgt. Tony soll für die Terroristen eine seiner Waffen bauen. Stattdessen schmiedet er sich eine eiserne Rüstung, mit der es ihm schließlich gelingt, zu entkommen. Wieder zu Hause, zeigt er sich als geläuterter Mann. Sehr zum Missfallen von Obadiah Stane kündigt er an, dass sich Stark Industries mit sofortiger Wirkung aus dem Waffengeschäft zurückziehen wird. Als er erkennt, dass sich nach wie vor einige von Stark Industries verkaufte Waffen in den falschen Händen befinden, schmiedet er eine neue, futuristischere Version des Anzugs, um fortan als Iron Man den Terroristen das Fürchten zu lehren…

Review: Wie letztes Jahr angekündigt habe ich nun (nachdem ich direkt auf Peter Davids Roman zum ersten "Hulk"-Film zuerst auch noch seine Adaption zum MCU-Beitrag "Der unglaubliche Hulk" besprechen wollte) die Romanadaption zu "Iron Man" nachgeholt. Der Film hat, als Auftakt zum Marvel Cinematic Universe, zweifellos Geschichte geschrieben, zählte jedoch damals wie heute weder innerhalb des MCU im Besonderen, noch Comicfilmen im Allgemeinen zu meinen Favoriten. Er ist solide, mehr (in meinen Augen) aber auch nicht. Auf Peter Davids Adaption war ich insofern schon ziemlich gespannt, als das absolut perfekte Casting von Robert Downey Jr. in der Hauptrolle für mich die größte Stärke des Films ist – und etwas, auf das ein Filmroman natürlich nicht zurückgreifen kann. Da rentiert es sich, einen erfahrenen Autor solcher Romanadaptionen wie eben Peter David zu haben, der es versteht, all dies, was Downey Jr. mit seinem Schauspiel vermittelt hat, über den Text wiederzugeben. Dabei findet er für meinen Geschmack genau das richtige Verhältnis zwischen der Betrachtung des Innenlebens der Figuren (insbesondere natürlich von Tony Stark), und der Vorwärtsbewegung der Handlung. Sprich, weder hastet er durch die Story, noch hält er sich zu lang mit den Gedanken und Gefühlen auf. Eben diese Balance gelingt ihm hier (wieder einmal) ausgezeichnet. Er profitiert darüber hinaus natürlich vom soliden Drehbuch von Mark Fergus, Hawk Ostby, Art Marcum und Matt Holloway, das ihm hier als Vorlage diente – und versteht es, dessen Ton perfekt einzufangen und in seinem Roman wiederzugeben (und mit seinen eigenen Worten auch nochmal auszubauen).

Weitestgehend verzichten muss man hier jedoch auf neues Material. Es gibt genau einen ziemlich coolen zusätzlichen Moment, der uns zeigt wie Virginia Potts zur persönlichen Assistentin von Tony Stark wurde, und dabei zugleich auch ihren Spitznamen Pepper erhielt. Definitiv eine nette Ergänzung, die uns einen wichtigen Moment aus der Geschichte dieser beiden Figuren erzählt, für den im Film selbst kein Platz war. Davon abgesehen wird aber praktisch "nur" die Handlung des Films 1:1 wiedergegeben (wobei die Post-Credits-Szene mit Nick Fury hier mit Abwesenheit glänzt). Das allerdings immerhin durchaus unterhaltsam und kurzweilig. Ich sage es ja immer wieder: Ich mag Peter Davids Schreibstil nun mal, und auch hier bei "Iron Man" hatte es mir dieser wieder angetan. Zumal er zu jenen Autoren gehört, die Action sehr bildlich und damit auch auf dem Papier mitreißend beschreiben können, weshalb der Roman auch in diesen Momenten im Vergleich zum Film nicht so abfällt, wie das bei einigen anderen literarischen Adaptionen von (Comic- bzw. Action-)Filmen der Fall ist. Zugleich muss man natürlich auch hier wieder festhalten: Die Story ist halt grundsätzlich aus dem Film bereits bekannt, und abseits der zuvor erwähnten Flashback-Szene bietet Peter David hier kein neues, exklusives Material. Insofern stellt sich hier, wie bei vielen dieser Romanadaptionen, zweifellos für alle Kenner der Vorlage wieder mal die Sinnfrage. Ich persönlich fand "Iron Man" aber gut genug geschrieben, dass es mir trotz Kenntnis der Geschichte durchaus Spaß machte, die Story auf diese Art und Weise noch einmal zu erleben. Zu Peter Davids allerbesten Werken würde ich diese Adaption allerdings nicht zählen.

Fazit: Dass ich Peter Davids Romanadaption zu "Iron Man" "nur" ok fand, mag durchaus auch damit zusammenhängen, dass ich den Film (ohne seine Bedeutung für die Filmwelt schmälern zu wollen) ebenfalls in erster Linie mit diesem Prädikat beschreiben würde. Damit gelang es Peter David aber immerhin, dessen Niveau zu halten – und damit die Herausforderungen solcher Filmromane, einerseits im Hinblick auf Action (die inszeniert immer packender sein wird) und andererseits der fehlenden Performance von Robert Downey Jr. (zweifellos die größte Stärke des Films) zu kompensieren. Dies gelingt ihm in erster Linie mit seinem gewohnt wunderbaren Schreibstil, sowie genau der richtigen Kombination aus Introspektion und Vorwärtsbewegung. Auf zusätzliches Material im Vergleich zum Film muss man hier zwar – von einer löblichen Ausnahme abgesehen (die erste Begegnung von Tony Stark und Pepper Potts) – verzichten. Insgesamt ist Peter David mit "Iron Man" aber eine solide Adaption eines soliden Films gelungen.

Bewertung: 3/5 Punkten
Christian Siegel
(Cover © 2008 Del Rey)





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