Originaltitel:HDP Episodennummer: 1x06 Bewertung: Weltweite Internet-VÖ: 05. Dezember 2025 (Apple TV+) Drehbuch: Vera Blasi Regie: Gandja Monteiro Besetzung:
Rhea Seehorn als Carol Sturka,
Carlos-Manuel Vesga als Manousos,
John Cena als John Cena,
Samba Schutte als Mr. Diabaté,
François Guétary als Blofinger,
Soledad Campos als Maternal Other,
Anna Mhairi als Vesper,
Max Reeves als Margaux,
Olivia Rouyre als Genevieve,
Jhordan Munn als Lady Luck,
Sharon Zhang als Nastya,
Joette Waters als Joette u.a.
Kurzinhalt:
Carol hat herausgefunden, was die Menschen, die das Schwarmbewusstsein bilden, die ganze Zeit zu sich nehmen: Menschliche Überreste. Erschüttert bricht sie mit dem Polizeiwagen auf, und fährt nach Las Vegas, um Koumba persönlich von ihrer Entdeckung zu berichten. Sie wird bei ihrer Ankunft – natürlich – schon erwartet, wobei das Kollektiv nach wie vor auf Distanz zu ihr geht. Lediglich eine Anzeigetafel begrüßt sie, und sagt ihr auch, wohin sie sich im Hotel begeben soll, um sich mit Koumba zu treffen. Dann jedoch stellt sich heraus: Ihm – und den anderen immunen Personen – war dies seit einiger Zeit bekannt. Immerhin, eine Neuigkeit lässt sie erleichtert aufatmen: Im Gegensatz zum überwiegenden Teil der Menschheit ist bei jenen, bei denen der Prozess nicht geklappt hat, eine Stammzellenentnahme notwendig, für die sie ihre Zustimmung geben müssten – was Carol natürlich sofort ablehnt. Parallel dazu hat Manousos in Paraguay das Video von Carol erhalten – mit dem es ihr tatsächlich gelingt, sein Interesse zu wecken…
Review (kann Spoiler enthalten):
Es war ja eigentlich klar, weil was anderes hätte Carols Reaktion am Ende der letzten Folge kaum erklären können: Die Personen, die das Schwarmbewusstsein bilden, nehmen menschliche Überreste zu sich. Ich denke, dass diese Wendung besser gewirkt hätte, wenn man dies am Ende von "Milch" bereits dezidiert gezeigt hätte. Weil so war es einerseits ja eh logisch, andererseits hatte man eine Woche Zeit, um sich quasi darauf einzustellen, weshalb die Bestätigung hier zumindest bei mir keine schockierende Wirkung mehr entfalten konnte. Dafür brachte die Entdeckung aber definitiv wieder etwas Schwung in die Handlung. Amüsant war auch der Gastauftritt von John Cena (als John Cena), der Carol in einem Video genau erklärt, was es damit auf sich hat. "HDP" hält dabei für Carol in mehrerer Hinsicht ein Wechselbad der Gefühle bereit. So wird sie sich im ersten Moment wohl gedacht haben, damit nun endlich den entscheidenden Trumpf in der Hand zu halten, um die anderen, die so wie sie Individuen geblieben sind, dazu zu bewegen, gegen das Kollektiv vorzugehen – nur, damit ihr Koumba mit seinem trockenen "Is this about them eating people?!" den Wind aus den Segeln nimmt.
Doch nicht alle Neuigkeiten sind schlecht. So erfährt Carol, dass es nicht passieren kann, dass sie gegen ihren Willen zu einem Teil des Gruppenbewusstseins wird – da dies einen inversiven Eingriff (genauer gesagt eine Entnahme ihrer Stammzellen) erfordern würde, für den sie ihre Zustimmung brauchen. Natürlich macht Carol sofort klar, dass sie nicht einverstanden ist – und hat damit eine ganz entscheidende Sorge weniger. Die Erleichterung, die dies für Carol bedeutet, wurde von Rhea Seehorn sehr gut – und nachfühlbar – gespielt. Doch noch eine weitere interessante Erkenntnis gibt es: Da das Schwarmbewusstsein keinen Lebewesen – Pflanzen eingeschlossen – Schaden zufügen können, droht ihnen in absehbarer Zeit das Essen auszugehen. Eine interessante Idee, auf die "Pluribus" in weiterer Folge hoffentlich noch näher eingehen wird (wie auch auf die Frage, warum die Stammzellentherapie nur bei diesen zwölf Individuen notwendig ist). Neben diesen positiven Aspekten gab es aber auch wieder Elemente, die mich weniger überzeugen konnten. So fand ich alles rund um den Einstieg bei Koumba, mit dem gestagten Pokerspiel, einfach nur schräg (und dass es sich dabei um eine Bond-Anspielung handelte - wie der Name seines Gegners, Blofinger deutlich macht, habe ich auch nicht gecheckt). Vor allem auch, weil gleich so viele Personen des Kollektivs hier damit eingespannt sind, diese Fantasie für ihn nachzuspielen (und ja, ich weiß eh, dass dies dennoch ein minimaler Bruchteil des Kollektivs ist; trotzdem). Aber auch alles rund um Manousos will mich bislang einfach nicht so recht ansprechen. Immerhin wissen wir jetzt aber, dass das Gruppenbewusstsein Carols Wunsch gefolgt ist, und auch tatsächlich die Videos (inklusive Untertitel) ausgeliefert hat. Sobald sie die Sprachbarriere überwunden haben, dürfte Carol in Manousos ihren ersten – und einzigen – Verbündeten finden. Eben damit weckte "HDP" – mehr als einige Episoden (insbesondere "Milch") davor – auch wieder mein Interesse daran, wie die Story weitergehen wird.
Fazit:
"HDP" konnte mir schon wieder eine Spur besser gefallen (ich hoffe, dass die Episode auch wirklich eine Trendumkehr eingeläutet hat, die sich nun bis zum Finale der Staffel fortsetzen wird). Einerseits mit dem netten (und lustigen) Gastauftritt von John Cena, vor allem aber den neuen Erkenntnissen. Und damit meine ich jetzt weniger den titelspendenden Inhaltsstoff (ich glaube, diese Offenbarung wäre am Ende von "Milch" besser platziert gewesen), sondern vielmehr, dass die Personen welche das Kollektiv ausmachen in einigen Jahren verhungern werden, sofern keine Lösung für dieses Problem gefunden wird. Carol war zudem sichtlich (und verständlich) erleichtert, als sich herausstellt, dass es nicht gelingen wird, sie gegen ihren Willen zu assimilieren. Und auch die Bestätigung, dass das Schwarmbewusstsein ihrem Wunsch nachgekommen ist, und die Videos verteilt hat, war interessant. Nicht wirklich überzeugt hat mich hingegen das mit Koumbas anfänglichem Pokerspiel (wo das Kollektiv für ihn eine geskriptete Szene nachstellt). Und auch die Storyline rund um Manousos fiel für mich wieder etwas ab. Letzteres ändert sich hoffentlich, wenn er und Carol in der nächsten Folge (wie es zu erwarten ist) aufeinandertreffen.