Originaltitel: The Tyrant Episodennummer: 1x11 Bewertung: Erstausstrahlung US: 22. November 1974 Erstausstrahlung D: 24. Mai 1989 Drehbuch: Walter Bloch Regie: Ralph Senensky Besetzung:
Roddy McDowall als Galen,
Ron Harper als Alan Virdon,
James Naughton als Pete Burke,
Percy Rodrigues als Aboro,
Michael Conrad als Janor,
Joseph Ruskin als Daku,
Mark Lenard als Urko,
Klair Bybee als Sam,
Arlen Stuart als Gola,
James Daughton als Mikal u.a.
Kurzinhalt:
Galen, Alan und Pete finden bei den Farmern Janor und Mikal Unterschlupf, als plötzlich der Gorilla Aboro vor deren Haustür steht. Dieser fordert von ihnen die Getreidesteuer ein – und das, obwohl diese für die aktuelle Periode eigentlich schon bezahlt wurde. Widerwillig geben die beiden Brüder nach – im Wissen, dass sie das Getreide eigentlich nicht entbehren können. Kurz darauf gelingt es Mikal zwar mit Hilfe von Alan und Pete, den Wagen wieder zurückzustehlen. Als jedoch Aboro zur Farm zurückkehrt, bezahlt Mikal dies mit seinem Leben, und auch sein Bruder Janor wird angeschossen. Wie sich zeigt, will sich Aboro überhaupt den gesamten Distrikt unter den Nagel reißen – und schreckt dabei auch vor Korruption nicht zurück. Diese ist in der Affen-Gesellschaft aber eigentlich strikt verboten. Um zu verhindern, dass Aboro die Kontrolle über den Distrikt erhält, wenden sich Galen, Alan und Pete schließlich an ihren größten Feind: Urko…
Review:
Trotz des neuerlichen Auftritts des Dauer-Schurken Urko – der sich hier noch dazu kurzfristig mit Galen, Alan und Pete verbündet (oder doch nicht?!) – konnte mich "Kampf dem Tyrannen" leider nicht wirklich überzeugen. Das beginnt schon beim Auftakt, wo mir die Episode viel zu wenig (nämlich genau genommen eigentlich gar nichts) daraus macht, dass a) die drei Flüchtigen hier Mikal dazu anstiften, den Wagen mit dem Getreide zurückzustehlen, woraufhin dieser kaltblütig ermorden, und sein Bruder (dazu gleich noch) schwer verletzt wird. Nicht falsch verstehen: Auch unsere Helden dürfen mal Fehler machen, eine Lage falsch einschätzen, und sich selbst oder andere damit in die Scheiße reiten. Aber dann muss man darauf in weiterer Folge auch eingehen, es thematisieren, und die Auswirkungen davon zeigen. Eben dies lässt "Kampf dem Tyrannen" leider völlig vermissen. Es wirkt so, als würden sie allesamt mit den Schultern zucken, und sich halt denken "Oh, blöd gelaufen." Dass man diesen Handlungsstrang nach dem dramatischen Einstieg völlig fallen lässt, verstärkt diesen Eindruck nochmal zusätzlich.
Apropos Brüder: Das Casting für die Rollen fand ich insofern nicht ganz glücklich, als Janor aufgrund des Altersunterschieds eher wie Mikals Vater wirkt. Da hätte man dann doch zwei Darsteller nehmen können, die alterstechnisch näher beieinander liegen. Vor allem aber wollte mich die hier erzählte Story nicht wirklich interessieren. Teilweise mag dies daran gelegen haben, dass es der Episode jetzt nicht wirklich gelang, mir zu vermitteln, was an Aboro so viel schlimmer ist als an anderen Affen-Regenten. Weil Menschen sind in der Welt von "Planet der Affen" ja generell bestenfalls Bittsteller, die ausgebeutet werden, und schlimmstenfalls Sklaven. Aber auch die Aufregung dahingehend, dass Aboro korrupt ist, fand ich ein bisschen schräg. Ich meine, ja, natürlich, pfui buh und alles, aber in dieser Welt, in der Menschen auf diese Art und Weise unterdrückt werden, ist das dann vielleicht doch nicht das dringlichste und/oder größte Problem?! Vor allem aber fand ich leider auch "Kampf dem Tyrannen" wieder mal nicht spannend. Dies gilt nicht zuletzt auch für Galens "Undercover"-Einsatz als Octavio, wo man es leider überhaupt nicht verstand, ein Gefühl der Bedrohung aufzubauen. Generell fand ich alles rund um ihren Plan, Aboro zu stürzen, leider nie wirklich interessant – was bedauerlicherweise auch ihre Rekrutierung von Urko mit einschließt. Die soliden schauspielerischen Leistungen und der noch gelungene Einstieg verhindern zwar einen Totalabsturz. Trotzdem hatte ich bei "Kampf dem Tyrannen" das Gefühl, dass man nicht wirklich eine Idee für eine interessante und/oder mitreißende Story hatte, und daher einfach händeringend nach irgendetwas gesucht hat, was passieren kann, um die Laufzeit von (rund) fünfundvierzig Minuten zu füllen.
Fazit:
Die Ausgangssituation rund um den gierigen Aboro, und die Ermordung von Mikal (als Vergeltung für den Überfall auf den Getreidewagen) hätte ja eigentlich einiges an Potential geboten. Leider aber fand ich, dass "Kampf dem Tyrannen" daraufhin die falsche – und uninteressantere – Richtung eingeschlagen hat. Er verliert nämlich diesen anfänglichen Plot (trotz Janors Überleben) völlig aus den Augen, und thematisiert auch nicht, wie der Aufruf von Galen, Pete und Alan zum Widerstand den Tod von Mikal zur Folge hatte. Stattdessen geht es plötzlich um einen korrupten Gorilla, den man davon abhalten will, zum Präfekten des Distrikts berufen zu werden. Leider verstand es "Kampf dem Tyrannen" dabei nicht wirklich, was an ihm so viel schlimmer wäre als an einem anderen Affen, und dementsprechend auch, was auf dem Spiel steht. Auch kam leider, trotz Galens Undercover-Einsatz, keinerlei Spannung auf. Und auch aus dem flüchtigen Bündnis mit Urko machte man viel zu wenig. Klingt zwar insgesamt fast schon dramatischer, als es eigentlich war; so habe ich mich mit "Kampf dem Tyrannen" zumindest nie übermäßig gelangweilt. Dennoch zählt sie für mich definitiv zu den schwächeren Folgen der Serie.