Die Abenteuer des jungen Indiana Jones - 2x06: In geheimer Mission: Spion gegen Spion
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Originaltitel: Adventures in the Secret Service Episodennummer: 2x06 Bewertung: Erstausstrahlung US: 21. November 1999 Erstausstrahlung D: - Drehbuch: Frank Darabont & Gavin Scott Regie: Vic Armstrong & Simon Wincer Besetzung:
Sean Patrick Flanery als Indiana Jones,
Benedict Taylor als Prince Sixtus of Bourbon-Parma,
Matthew Wait als Xavier,
Christopher Lee als Count Ottokar Graf Czernin,
Patrick Ryecart als Emperor Karl I of Austria,
Jennifer Ehle als Empress Zita of Austria,
Joss Ackland als The Prussian,
Jeffrey Wickham als Colonel Belmond,
David Sibley als Major Delon,
Elizabeth Spriggs als Schultz,
Terry Richards als The Bavarian,
Julia Stemberger als Rosa,
Jean Pierre Cassel als Ambassador,
Beata Poźniak als Irena,
Ravil Isyanov als Sergei,
Gary Olsen als Boris,
Roger Sloman als Lenin,
Alan Cox als Dmitri,
Marc Berman als Laurentine,
Pierre Lacan als Brossard u.a.
Kurzinhalt:
Im Auftrag des französischen Geheimdienstes soll Indiana Jones zwei österreichische Prinzen nach Wien begleiten. Dort soll man sich im Geheimen mit Kaiser Karl I. treffen, in der Hoffnung, dass die Alliierten mit Österreich eine direkte Friedensvereinbarung schließen können – was bedeuten würde, dass Deutschland seinen größten und wichtigsten Verbündeten im Krieg verliert. Nach einigen haarigen Situationen erreicht man tatsächlich das kaiserliche Schloss. Königin Zita scheint durchaus geneigt, den Forderungen zuzustimmen, doch Graf Ottokar Czerin spricht sich entschieden dagegen aus. Wie wird Karl I. entscheiden? Danach wird Indy in die französische Botschaft in St. Petersburg versetzt. Während er dort als Übersetzer arbeitet, freundet er sich mit einer Gruppe von Bolschewiken an, welche die Regierung stürzen und Vladimir Lenin als neuen Präsidenten einsetzen wollen…
Review:
"In geheimer Mission: Spion gegen Spion" fügt wieder zwei Einzelepisoden der "Indiana Jones Chronicles" zusammen, wobei diese zumindest aufgrund seiner Spionage-Tätigkeit thematisch so halbwegs zusammenpassen. Leider ist das Endergebnis nicht ansatzweise so spektakulär und/oder mitreißend wie die Episode davor. An den extra gedrehten, verbindenden Segmenten rund um seinen Vorgesetzten fand ich zudem seltsam, wie zuerst Indys vorhergehende Mission in Deutschland, und später dann in Österreich, jeweils als Misserfolg eingestuft werden, die noch dazu ihm zur Last gelegt werden. Es war ja nur seine Aufgabe, a) Anthony Fokker das Angebot zu überbringen (dabei blendet man auch völlig aus, dass er eigenhändig die Fabrik inkl. des Prototypen zerstört hat), und b) ein Friedensangebot von Kaiser Karl I. einzuholen. Dass ersterer das Angebot ablehnt, und letzteres nicht hält, weil König Wilhelm II. interveniert, dafür kann er ja nicht. Er hat getan, was er konnte, und seine Missionen jeweils erfolgreich abgeschlossen.
Aber ja, kommen wir zu den beiden Abenteuern, die hier zusammengesteckt wurden. Das erste, in Österreich, fand ich ganz ok. Es gibt durchaus ein paar gelungene Spannungsmomente, wie z.B. an der Grenze (auch wenn sich Indy und der andere Prinz dort höchst verdächtig und damit überhaupt nicht klug verhalten). Aber auch das Finale am Bahnhof war dann durchaus packend, nicht zuletzt, wenn Indy über den Zug läuft, um die neutrale Zone zu erreichen. Vor allem aber trumpft dieser Teil von "In geheimer Mission: Spion gegen Spion" mit seinen zwei prominenten Gaststars auf. Nämlich einerseits Christopher Lee (der hier – in Anlehnung an Dracula – einen Grafen spielt; ein Spielchen, welches George Lucas knapp zehn Jahre später bei "Star Wars – Episode II: Angriff der Klonkrieger" wiederholen sollte), und andererseits Joss Ackland; letzteres ist natürlich in erster Linie aus "Lethan Weapon II" bekannt (ich sag nur "diplomatische Immunität"). Insofern fand ich die erste Hälfte der Episode noch ganz ok. Die zweite fiel dann für mich aber leider doch ziemlich ab. Zwar freute ich mich über den Auftritt der Österreicherin Julia Stemberger, die ihre (in Indy verliebte) Rosa auch sehr gut spielt. Und das Ende saß dann zugegebenermaßen auch. Inhaltlich und spannungstechnisch wollte mich die zweite Hälfte von "In geheimer Mission: Spion gegen Spion" aber irgendwie nicht so recht ansprechen. Es kam für mich leider auch die Freundschaft, die in dieser kurzen Zeit zwischen Indy und den Bolschewiken entstanden sein soll, nicht gut rüber (trotz der Geburtstagsfeier) – was dem Finale dann an emotionaler Wirkung nahm. Und nicht zuletzt wirkte Indy in der Szene, wo er seinen Freunden glaubt, dass kein Aufstand geplant ist, doch auch ziemlich naiv. Vor allem aber mangelte es insbesondere auch der zweiten Hälfte an Spannung und Action. Für mehr als eine durchschnittliche Wertung reicht es somit insgesamt nicht.
Fazit:
"In geheimer Mission: Spion gegen Spion" punktete für mich in erster Linie mit den Gaststars. In der ersten Hälfte natürlich vor allem Christopher Lee und Joss Ackland (wobei Jennifer Ehle ja auch keine Unbekannte ist), während mich in der zweiten über den Auftritt von Julia Stemberger freute. Davon abgesehen war ich von der Episode – bzw. Doppelfolge – aber leider nur bedingt angetan. Die Mission in Österreich bot immerhin noch einzelne Spannungsspitzen, demgegenüber plätscherte die Handlung in Russland dann sehr unaufgeregt vor sich hin. Der dortige tragische Ausgang verfehlte zudem leider die gewünschte emotionale Wirkung bei mir, was auch daran lag, dass die Freundschaft zwischen Indy und den Bolschewiken für mich nicht so recht zur Geltung kam. Vor allem aber mangelte es beiden Hälften an Action und Abenteuer – und damit genau jenen Zutaten, welche zumindest für mich untrennbar mit der Marke "Indiana Jones" verbunden sind.