Die Abenteuer des jungen Indiana Jones - 2x05: Der Angriff des Roten Barons
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Originaltitel: Attack of the Hawkmen Episodennummer: 2x05 Bewertung: Erstausstrahlung US: 08. Oktober 1995 Erstausstrahlung D: - Drehbuch: Matthew Jacobs, Rosemary Anne Sisson & Ben Burtt Regie: Ben Burtt Besetzung:
Sean Patrick Flanery als Indiana Jones,
Ronny Coutteure als Remy Baudouin,
Patrick Toomey als Charles Nungesser,
Marc Warren als Baron Von Richthofen,
Craig Kelly als Anthony Fokker,
Daniel Kash als Raoul Lufbery,
Ewan Bailey als Hobie,
Lawrence Elman als Len,
Nicholas Colicos als Green,
Matt Bardock als Carl,
Victor Spinetti als Bragas,
John Warnaby als British Officer 1,
Richard Ashcroft als LeBlanc,
John Conroy als Cartier,
Damian Dibben als Corporal G,
Leon Silver als Eugene,
Kenneth Collard als Pierre,
Anthony Daniels als Francois,
Gertan Klauber als Maurice,
Bill Thomas als Max,
Karel Dobrý als Goering,
Manuel Harlan als Lothar,
Peter Clay als Forssman,
Jon Pertwee als General Von Kramer u.a.
Kurzinhalt:
Mit einer List – sie fälschen einen entsprechenden Transferbefehl – werden Indy und Remy zur französischen Armee versetzt. Dort landen sie beim Geheimdienst. Während Remy nach Belgien geschickt wird, um in einem Restaurant zu arbeiten, und dort als Kontaktmann für die dortigen Spione zu fungieren, führt Indy der erste Einsatz für den französischen Geheimdienst zu einer Fliegerstaffel, die u.a. aus amerikanischen Freiwilligen besteht. Dort soll er als Luft-Fotograf dienen, und aus dem Flugzeug auf Fotos der feindlichen Stellungen schießen. Die Versetzung bringt auch ein Wiedersehen mit einem alten Freund. Dieser ist jedoch über Indys Ankunft insofern nicht begeistert, als dessen Aufgabe hochgefährlich ist, und bislang noch kein entsprechender Fotograf länger als zwei Wochen am Leben geblieben ist. Auch Indys Flugzeug wird gleich beim ersten Einsatz abgeschossen, wobei es dem Piloten gelingt, eine Bruchlandung im feindlichen Gebiet zu absolvieren. So gerät Indy in Gefangenschaft von Manfred von Richthofen – dem berüchtigten Roten Baron…
Review:
"Der Angriff des Roten Barons" ist eine von vier Episoden der neu zusammengestellten "Abenteuer des jungen Indiana Jones", für die nicht zwei Einzelfolgen zusammengeschnitten wurden, sondern die vielmehr von vornherein als TV-Film konzipiert wurden (und erst nach der Absetzung der Serie entstanden sind). Da hierfür zwei für die dritte Staffel geplanten Drehbücher als Vorlage dienten, ändert sich zwar auch hier nichts am grundsätzlichen, zweigeteilten Aufbau – der vor allem auch dazu führt, dass man hier die gewohnte Drei-Akt-Struktur vermisst. Dennoch hängen die beiden Geschichten diesmal stärker zusammen, als man das sonst bei den neu geschnittenen Folgen sonst gewohnt war. Das ist gleich mal der erste Pluspunkt. Darüber hinaus macht sich nicht zuletzt auch wieder die hohe Produktionsqualität bemerkbar. Die diversen Flugaufnahmen und Kampfszenen mit alten Flugzeugen aus dem ersten Weltkrieg sind absolut hochwertig inszeniert, und hätten damals den Vergleich zu Kinofilmen kaum scheuen müssen.
Lediglich eine Ausnahme davon gibt es: Der Prototyp am Ende ist leider sehr offensichtlich als CGI-Kreation zu erkennen, und hält selbst bei DVD-Auflösung einem kritischen Auge nicht stand. Davon abgesehen war das aber wieder großes Kino für den kleinen TV-Schirm, wobei ich neben den Actionszenen und der Inszenierung vor allem auch noch die Musik von Joel McNeely positiv hervorheben möchte, die sich, mehr noch als ohnehin sonst schon bei der Serie, durch einen starken John Williams-Einschlag auszeichnet. Inhaltlich hat mir von den beiden Teilen die erste Hälfte etwas besser gefallen. Alles rund um Indy als "Luftspion" war – eben auch dank der spektakulären Luftaufnahmen – packend gemacht, wobei vor allem die Szene, wo er sich über das Flugzeug hangelt, an beste Indy-Actioneinlagen aus den Filmen erinnert. Aber auch die zweite Hälfte, wo Indy dann Anthony Fokker dazu überreden soll, zu den Alliierten überzulaufen, war gelungen. Zu Beginn erfreute ich mich dabei nicht zuletzt an jene Szene, die ganz offensichtlich an die Bond-Filme angelehnt war, mit den verschiedenen Utensilien – inklusives eines Schuhs mit einer Klinge in der Sohle – die Indy gezeigt und übergeben werden. Q lässt grüßen! Generell hatte dann gerade auch dieser zweite Teil von "Der Angriff des Roten Barons" einen starken 007-Charakter – und kam durchaus auch mit einem gewissen Augenzwinkern daher (wie z.B., wenn Indy mitten in Hannover mit seinem Fallschirm landet). Der Showdown ist dann ebenfalls durchaus nett; wie Indy hier kurzerhand – nachdem seine eigentliche Mission rund um Fokker gescheitert ist – die Fabrik und den Prototypen in die Luft jagt, hatte schon was. Einzig das zuvor bereits kritisierte CGI-Flugzeug zieht das Finale dann doch nochmal leicht herunter. Davon abgesehen war "Der Angriff des Roten Barons" aber eine jener Episoden, die sich durch einen starken Abenteuer- und damit (auch wenn hier nicht nach geheimnisvollen Artefakten gesucht wird) auch Indy-Charakter auszeichneten.
Fazit:
"Der Angriff des Roten Barons" zählt für mich zu den besseren bis besten Episoden der Serie. Vor allem die erste Hälfte hatte es mir dabei angetan, und punktete mit packenden Luftkämpfen, und der hohen Produktionsqualität. Neben der Inszenierung von Ben Burtt (sonst eher als Sounddesigner bekannt) hatte es mir aber auch die Musik von Joel McNeely wieder sehr angetan. Und generell war alles rund um den Kampf mit dem roten Baron sowohl packend als auch spektakulär. Die zweite Hälfte, rund um Indys Reise nach Hannover, wo er Fokker vor dessen Abreise abfangen soll, fiel zwar im direkten Vergleich ein kleines bisschen ab; nicht zuletzt aufgrund des eindeutigen CGI-Flugzeugs im Finale. Dennoch konnte mir auch dieser Teil von "Der Angriff des Roten Barons" noch sehr gut gefallen, und fand ich es nett, Indy hier als Spion zu erleben. Die Anspielungen auf die James Bond-Filme waren dann das Tüpfelchen auf dem i.