Kurzinhalt:
Zwei Jahre nach dem Sieg über den Joker ist in Gotham City so halbwegs Ruhe eingekehrt – auch dank Batman, der nach wie vor, insbesondere des Nachts, unterwegs ist, um Verbrechern jeglicher Art das Fürchten zu lehren. Dann jedoch sorgt das Auftauchen des deformierten Oswald Copplepot für Aufsehen: Einst als Baby von seinen Eltern in der Kanalisation der Stadt aufgesetzt, ist er nun an die Oberfläche zurückgekehrt, und kandidiert sogar als Bürgermeister. Unterstützung erhält er dabei nicht zuletzt vom korrupten Geschäftsmann Max Shreck, der Copplepot als Strohmann verwenden will, um seine eigenen Pläne für Gotham City – die natürlich in erster Linie seinen eigenen Profit steigern wollen – voranzutreiben. Und dann ist da noch eine mysteriöse Gestalt in einem hautengen Lederanzug, die sich selbst Catwoman nennt, und einen skrupellosen Rachefeldzug startet. Und so bekommt es Batman gleich mit drei Gegnern zu tun…
Review:
Mir persönlich gefällt "Batmans Rückkehr" (mittlerweile wieder; insofern ersuche ich mein Review aus 2008 zu ignorieren; dieses wird bei Gelegenheit mal zu revidieren sein) ja sogar noch eine Spur besser als der ohnehin schon grandiose Vorgänger; etwas, von dem natürlich auch Craig Shaw Gardners Romanadaption grundsätzlich mal profitiert. Umso mehr, als er hier seinem Ansatz beim Vorgänger treu bleibt, und ein Buch vorlegt, welches die Handlung des Films ohne Abweichungen und/oder Ausschmückungen praktisch 1:1 wiedergibt. Eine der wenigen Ausnahmen davon zählt tatsächlich zu meinen Kritikpunkten: Die ersten paar Seiten, die uns von Oswald Copplepot erzählt werden, sind ziemlich schräg, und damit ein doch eher eigenwilliger Einstieg. Danach zeigt sich jedoch das gleiche Bild wie beim Vorgänger: Craig Shaw Gardner fliegt förmlich durch die Handlung, und hält sich nicht lange mit dem Innenleben der Figuren auf. Wie schon bei "Batman" ist dies ein zweischneidiges Schwert: Auf der einen Seite lässt der Roman so keine Sekunde Langeweile aufkommen, und ist so flüssig wie flott zu lesen. Auf der anderen ist es aber doch auch schade, dass er die größere Möglichkeit geschriebener Texte zum Eintauchen in die Gedanken- und Gefühlswelt der Charaktere ungenutzt lässt. Umso mehr, als der aus den Doppelleben von Bruce Wayne/Batman und Selina Kyle/Catwoman resultierende Konflikt eine der größten Stärken des Films ist. Ich hätte es schön gefunden, wenn Gardner diesen Aspekt in seinem Buch noch einmal zusätzlich vertieft hätte.
Von diesem Manko abgesehen habe ich aber an seinem Roman zu "Batmans Rückkehr" wie schon am Vorgänger – und auch am Film – nichts zu kritisieren. Wenn man so wie ich den Film mag, so macht es durchaus Spaß, die Geschichte in dieser Form nachzulesen, auch wenn man dabei auf die Inszenierung (und die daraus resultierende Atmosphäre), die coolen Designs, die geile Optik, die großartigen schauspielerischen Leistungen sowie Danny Elfmans grandiose Musik (außer natürlich, man hört sie sich beim Lesen an) verzichten muss. Ich liebe halt auch ganz einfach die Story, die deutlich komplexer und interessanter daherkommt als beim diesbezüglich fast schon zu geradlinigen und schlichten Vorgänger. Dies liegt einerseits an der größeren Anzahl an Figuren, und der interessanten Dynamik zwischen ihnen, allerdings auch an den Charakteren an sich. Der Joker mag Batmans bekanntester Bösewicht und von Jack Nicholson grundsätzlich gut gespielt gewesen sein, aber sonderlich prägnant war die Interpretation der Figur dort nicht. Hier hingegen ist das Triumvirat an Batmans Gegnern höchst interessant und vielschichtig, angefangen vom sehr bodenständig-weltlichen (und dementsprechend nachvollziehbaren) Gegner Max Shreck, über den Pinguin, dessen Schmerz man grundsätzlich ja nachvollziehen kann (auch wenn es seine Taten nicht entschuldigt), bis hin zur großartig ambivalenten Selina Kyle. Aber auch Bruce Wayne/Batman selbst wird hier deutlich interessanter geschildert, gerade eben auch was die zuvor schon erwähnte Dualität seiner Doppelleben betrifft. Die Action kommt auf der Leinwand bzw. dem Bildschirm natürlich immer besser rüber, als in reiner Textform, dennoch gelang es Craig Shaw Gardner auch hier wieder, diese durchaus mitreißend zu beschreiben. Und am Ende gibt es dann auch nochmal eine zwar genau genommen winzig kleine, aber nichtsdestotrotz höchst bedeutsame Änderung, da hier der letzte kurze Blick auf die sich über die Dächer Gothams erhebende Catwoman fehlt, und somit hier (im Vergleich zum Film) das Schicksal der Figur ungewiss bleibt. Mich hat "Batmans Rückkehr" jedenfalls auch in dieser Romanform wieder sehr gut unterhalten.
Fazit:
"Batmans Rückkehr" ist (mittlerweile) mein Lieblings-"Batman"-Film (ja, sogar noch vor "The Dark Knight"). Da war es naheliegend, dass mir auch Craig Shaw Gardners Romanversion gut gefallen würde. Tat sie auch, allerdings, wie schon beim Vorgänger, 100%ig kommt er für mich an die Vorlage nicht heran. Zumal sich die Geschichte hier, im Gegensatz zum (Hand aufs Herz) doch recht oberflächlichen Vorgänger, mit ihren externen und vor allem auch internen Konflikten ja geradezu dafür anbieten würden, diesbezüglich noch mehr in die Tiefe zu gehen. Stattdessen huscht Gardner auch hier wieder durch die Handlung, und gibt den Film fast 1:1 wieder (wobei ich den noch leicht abweichenden Prolog zu den schwächeren Aspekten des Buchs zählen würde). Insofern lebt er hier in erster Linie – und in meinen Augen auch nochmal eine Spur mehr als beim Vorgänger – von der Story des Films, die ich einfach nach wie vor fantastisch finde. Im Gegensatz zu den Filmen, wo ich "Rückkehr" knapp über "Batman" einordnen würde, sehe ich Craig Shaw Gardners Romane aber letztendlich auf dem gleichen Niveau (was auch bedeutet, dass die Lücke zwischen Film und Roman hier eine Spur größer ist, als beim Vorgänger).