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Die Abenteuer des jungen Indiana Jones - 2x04: Oganga, Herr über Leben und Tod Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Lucasfilm

Originaltitel: Oganga, The Giver and Taker of Life
Episodennummer: 2x04
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 14. November 1999
Erstausstrahlung D: -
Drehbuch: Frank Darabont
Regie: Simon Wincer
Besetzung: Sean Patrick Flanery als Indiana Jones, Ronny Coutteure als Remy Baudouin, Friedrich von Thun als Albert Schweitzer, Isolde Barth als Helene Schweitzer, Bryan Pringle als Zachariah Sloat, Michel Duchaussoy als Major Boucher, Isaach De Bankolé als Sgt. Barthelmy, Emile Abossolo M'bo als Joseph, Jacques Sereys als Colonel Mathieu, Jacques Vincey als Captain Lafleur, Jürgen Müller als Major Kleist, Leon Pridgen als Jeffers, Hubert Saint-Macary als LL Arnoud u.a.

Kurzinhalt: Bei ihrer belgischen Einheit eingetroffen, finden sich Indy und Remy sogleich in einer Schlacht in Deutsch-Ostafrika wieder. Dort verweigert Indy den Rückzugsbefehl, und erobert stattdessen eine Maschinengewehrstellung, was ihrer Seite den Sieg bringt. Er wird dafür belobigt, um zum Captain befördert. Als solcher wird er zusammen mit Remy der Einheit von Major Boucher zugeteilt. Diese erhält den Auftrag, den Kongo zu durchqueren, eine Waffenlieferung abzuholen, und wieder an die Front zurückzubringen. Eine beschwerliche Reise, die aufgrund der Gefahren und Krankheiten, die im Dschungel lauern, zahleiche Menschenleben fordert. Schwer erschöpft erreichen Indy und Remy zusammen mit den letzten überlebenden der Einheit die Küste. Auf dem Weg zurück landet ihr Schiff im Camp von Albert Schweitzer…


Review: Episodenbild (c) Lucasfilm "Oganga, Herr über Leben und Tod" fügt wieder zwei Episoden der Serie zusammen. Da diese allerdings ohnehin direkt hintereinander spielen – und auch so, als Ende der ersten Staffel der ursprünglichen "Chroniken"-Serie ausgestrahlt wurden – merkt man ihr dies nicht negativ an; tatsächlich wirkt die Doppelfolge eher wie ein TV-Film á la "Die Jagd nach dem Geisterzug". Der Einstieg ist gleich wieder sehr spektakulär, und zeigt, dass die heftigen Kämpfe im Niemandsland Europas keine Einzelerscheinung des Ersten Weltkriegs waren – geht es hier doch an der ostafrikanischen Front um nichts weniger brutal zu. Das wahre Grauen erwartet Indy, Remy und die anderen allerdings erst, als sie sich durch den afrikanischen Dschungel kämpfen. Nun sind der Feind nicht mehr die Deutschen, sondern das Wetter, die Insekten, sowie die Krankheiten, die dort ihr Unwesen treiben. Und so wird ihre Einheit, bis sie die Küste erreichen, extrem dezimiert, wobei es u.a. ihren Major Boucher erwischt, sowie ihren befreundeten Sergeant Barthelmy – der zuvor, um das Leben eines kleinen, unschuldigen Jungen zu retten, eine kleine Meuterei angezettelt hat.

Aufgrund des Todes ihres Majors fällt für die Rückreise nun Indy die Befehlsgewalt zu. Offenbar unter Einfluss der letzten Worte, die Boucher an ihn richtete, wirkt er nun mindestens so besessen wie dieser, die Mission erfolgreich abzuschließen – koste es, was es wolle. Im Hinblick darauf, wie er Bouchers Entscheidungen davor noch kritisiert hat, eine spannende Entwicklung; wenn auch keineswegs unplausibel. Indy scheint es nicht zuletzt auch darum zu gehen, dass, wenn sie die Waffen zur Front schaffen, die Mission – und die Opfer, die sie erforderte – zumindest nicht umsonst gewesen sein werden. Dennoch hinterlässt der heftige Streit mit Remy definitiv Eindruck. In erster Linie ist die zweite Hälfte von "Oganga, Herr über Leben und Tod" aber von der Begegnung mit Albert Schweitzer dominiert. Dies nimmt für mich dann innerhalb der Serie auch insofern eine Ausnahme-Stellung ein, als wir zwar auch zuvor schon auf einige historische Persönlichkeiten getroffen sind; diese waren bislang aber fast immer eher eine Randerscheinung. Hier hingegen steht Schweitzer im Mittelpunkt der zweiten Hälfte. Im Gegensatz zu einigen früheren Rollen angeblich deutscher Personen griff man hier erfreulicherweise auch tatsächlich auf einen Muttersprachler zurück. Friedrich von Thun, der seinem Auftritt hier wohl die spätere Nebenrolle in "Schindlers Liste" zu verdanken hatte, allerdings sowohl davor und danach eher in nationalen als internationalen Produktionen zu sehen war (dort dafür umso prominenter). Er gefällt mir als Albert Schweitzer hier ausgesprochen gut (wobei ich natürlich zur historischen Persönlichkeit keinen Vergleich ziehen kann). Gleiches gilt für Isolde Barth, die als seine Frau zu sehen ist. Die Szenen rund um den Arzt bestechen vor allem mit der Menschlichkeit, die dieser im Umgang mit all seinen Patienten vermittelt. Umso härter tritt einen das Ende, wo er und seine Frau nur aufgrund ihrer Herkunft verhaftet werden. Doch das ist erst der erste Schlag in die Magengrube: Denn zurück in Ostafrika muss Indy erfahren, dass die Front längst verloren ist. All ihre Mühen – und all die Opfer – waren somit umsonst; was die Sinnlosigkeit des (oder zumindest dieses) Krieges wunderbar auf den Punkt bringt.

Fazit: Episodenbild (c) Lucasfilm Bei "Oganga, Herr über Leben und Tod" geht es in erster Linie um Moral, insbesondere auch in Zeiten des Krieges. In der ersten Hälfte wird dies besonders anschaulich in der Art und Weise, wie mit dem Jungen – dem einzigen Überlebenden seines Stammes – umgegangen wird. Letztendlich benötigt es den Aufstand von Sergeant Barthelmy, damit dieser nicht im Stich gelassen wird. Zwar sind die Einwände von Major Boucher grundsätzlich verständlich, dennoch lässt die Darstellung hier – die uns zeigt, wie er blind seinen Befehlen folgt, und die Mission über alles stellt – keinen Zweifel daran, auf welcher Seite die Macher in diesem Konflikt stehen. Umso spannender, wenn Indy, tief beeindruckt vom Tod des Majors, und dessen letzter Bitte an ihn, ins gleiche Muster verfällt. Nicht minder interessant fand ich dann die Begegnung mit Albert Schweitzer, dem man sich hier so ausführlich widmet wie wohl noch keiner historischen Persönlichkeit davor (und soweit ich mich erinnern kann auch danach), und der mich hier – auch dank der Darstellung von Friedrich von Thun – ebenfalls beeindruckte. Wie dann auch der Ausgang des Geschehens, der mit einem doppelten Schlag in die Magengrube aufwartet. Zwar ist "Oganga, Herr über Leben und Tod" sicher nicht die packendste und/oder spektakulärste Folge der Serie. Zumal der Folge auch der Indy-typische Abenteuer-Charakter abgeht. Als Behandlung der Herausforderungen, vor denen die Kämpfer in Afrika während des Ersten Weltkriegs standen, hinterlässt die Episode aber definitiv Eindruck.

Wertung: 3.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © Lucasfilm)







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