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Batman: Revolution Drucken E-Mail
Noch länger – und zäher – als der Vorgänger Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 21 Dezember 2025
 
Titel: "Batman: Resurrection"
Bewertung:
Autor: John Jackson Miller
Übersetzung: -
Umfang: 544 Seiten (E)
Verlag: Random House (E)
Veröffentlicht: 21. Oktober 2025 (E)
ISBN: 978-0-593-87193-5 (E)
Kaufen: Gebunden (E)
 

Kurzinhalt: Norman Pinkus arbeitet im Archiv des Gotham Globe. Lange Zeit wird er dort von kaum jemandem beachtet, bis er eines Tages eine Idee für eine Rätsel-Reihe namens "Riddle me this" hat, und diese ein voller Erfolg wird. Kurz träumt Norman davon, endlich aus dem Schatten treten, und nicht zuletzt, seiner schwerkranken Mutter helfen zu können. Dann jedoch sind binnen kürzester Zeit all diese Träume verflogen, und er verfällt dem Wahnsinn. Als Riddler kehrt er daraufhin zurück, um Gotham das Fürchten zu lehren. Dafür verbündet er sich mit Camille, die eine militante Gruppe an Revolutionären anführt. Batman hat alle Hände voll zu tun, damit Gotham nicht im Chaos versinkt…

Review: Ich gebe zu, es entbehrt nicht einer gewissen Ironie, mich beim Review zu "Resurrection" über die Länge des Romans von John Jackson Miller ausgelassen, und dann selbst einen ziemlich langen Text vorgelegt zu haben. Das wird mir beim Nachfolger nicht mehr passieren; schon allein deshalb, weil man das meiste, was ich dort sowohl an Stärken als auch Kritikpunkten erwähnt habe, 1:1 auf "Revolution" übertragen kann. Heißt: Ich mag die Idee grundsätzlich nach wie vor, und die Rückkehr in der Welt der "Batman"-Filme von Tim Burton ist für mich das größte Plus dieser Bücher. Neu hinzugekommen ist die wirklich gefällige Interpretation des Riddlers (da sich John Jackson Miller hier ja wirklich nur auf die Burton-Filme bezieht, und dementsprechend "Batman Forever" und "Batman and Robin" ausgeblendet werden), bei der ich stark an Cory Michael Smiths fantastische Darstellung aus der Serie "Gotham" denken musste. Vor allem aber gibt es hier einen wirklich starken Moment, nämlich ein Gespräch zwischen Batman und Comissioner Gordon, wo dieser seine Dankbarkeit zum Ausdruck bringt, und zugleich sein Bedauern über die Hilflosigkeit/Überforderung der Polizei, und wie ihn die Geister jener Personen, die er nicht retten konnte, verfolgen. An der Stelle fühlte ich mich ein bisschen so wie aktuell, wenn in diesem (bei uns in Wien) hochnebelverhangenen Dezember tatsächlich mal kurz ein Hauch von Sonne durchblitzt. Weil mit dem Rest konnte ich leider wieder einmal so gut wie nichts anfangen, und insgesamt fand ich "Revolution" sogar noch eine Spur schwächer – und zäher – als den Vorgänger.

Miller legt hier im Vergleich zum (für den dürftigen Inhalt) ohnehin schon zu langen "Resurrection" sogar nochmal hundert Seiten drauf. Zwar gibt die Story diesmal tatsächlich ein bisschen mehr her, aber aufgrund des deutlich größeren Umfangs schlägt das Pendel erst recht wieder in die falsche Richtung aus, da das Verhältnis zwischen Inhalt und Seitenzahl hier sogar noch weniger passt, als beim Vorgänger. Und so zieht sich das ganze sogar nochmal mehr dahin, als in "Resurrection" schon. Ich musste jedenfalls leider merken, wie ich mit "Revolution" rasch die Geduld verloren, und mich allzu bald einfach nur mehr durchgeplagt habe. Kritisch ist mir diesmal zudem der Humor ins Auge gestochen. Vor allem zwischen Bruce Wayne und Alfred gibt es ein paar Gags, die a) nicht zünden wollten, b) auf mich extrem aufgesetzt wirkten, und vor allem c) rein gar nicht zum Ton der Burton-Filme passen wollten. Und dann ist da noch die Tatsache, dass Miller hier wie beim Vorgänger vergeblich versucht, die Identität der Bösewichtin zu verschleiern. Erschwerend kommt hinzu: In der Art und Weise, wie das Leben von Norman Pinkus binnen vierundzwanzig Stunden völlig aus den Fugen gerät – das Gerichtsverfahren mit dem er hoffte, die Behandlung für seine Mutter bezahlen zu können, wird eingestellt, Bruce Wayne als potentieller Gönner ist gerade nicht verfügbar, er verliert seinen Job, und dann stirbt auch noch seine Mutter – hat John Jackson Miller in meinen Augen einfach völlig übers Ziel hinausgeschossen. Er versucht so, Mitgefühl und Verständnis für die Figur und seine späteren Taten zu wecken; es hat nur leider für mich aufgrund des völlig übertriebenen Unglücks, dass ihn in so kurzer Zeit befällt, für mich überhaupt nicht funktioniert.

Für meinen Geschmack wirft Miller hier auch zu viel in einen Topf. Wir erinnern uns: "Resurrection" und "Revolution" sind ja eigentlich als Erweiterungen der Burton-Filme gedacht. Die waren aber eigentlich recht schlicht und schnörkellos erzählt, vor allem natürlich der erste. Aber selbst "Batmans Rückkehr" war, trotz insgesamt drei Bösewichten, noch ziemlich geradlinig. Bereits bei "Resurrection" hat er eben diesen Aspekt aus den Augen verloren, hier aber geht er sogar noch weiter. Anstatt sich auf den Riddler zu konzentrieren, gibt es dann auch noch die Storyline rund um Camille und ihre Rebellen, ihren Beschützer Killer Moth (um wen es sich dabei handelt, ist einem übrigens auch von seinem ersten Auftritt an klar), sowie den Archer. Vor allem letzterer hinterlässt letztendlich eigentlich kaum einen Eindruck, weshalb man sich fragt, wozu das eigentlich gut war. Besonders negativ macht sich dies aber halt auch deshalb bemerkbar, weil ich, während der Riddler-Handlungsstrang noch halbwegs ok und interessant war, ich mit den parallel erzählten Geschichten (insbesondere rund um Camilles Revolitionäre) leider so gut wie gar nichts anfangen konnte. Zumal die Bedrohung am Ende auch wieder mal viel zu groß ist, als das man ein Scheitern von Batman je ernsthaft in Betracht ziehen könnte. Miller schien sich mir an dieser Stelle auch etwas gar von Christopher Nolans "The Dark Knight Rises" inspirieren zu lassen (womit er sich aber halt im falschen "Universum" bewegt). Zwar muss ich "Revolution" zugestehen, als Prequel zu "Batmans Rückkehr" ähnlich gut zu funktionieren, wie dies bei "Resurrection" als Sequel zu "Batman" der Fall war; vor allem die größeren Rollen von Max Shreck und Selina Kyle bereiten die Handlung aus Tim Burtons zweiten Film ziemlich gut vor. Für mich war das allein aber deutlich zu wenig, um mich mit dem Roman auch nur ansatzweise zu versöhnen.

Fazit: Wem – im Gegensatz zu mir – der ersten Roman gut gefallen hat, der kann auch hier wieder bedenkenlos zugreifen. Ich hingegen fand leider, dass hier all jene Kritikpunkte, die ich am Vorgänger kritisierte, sogar noch einmal stärker zu Tage traten. Der Roman ist noch einmal länger und dementsprechend zäher, die Story abseits des Riddler-Handlungsstrangs weitestgehend uninteressant, und das Pacing eine Katastrophe. Erschwerend kommt dann noch hinzu, dass ich die vierundzwanzig Stunden, in denen Norman Pinkus' Leben aus den Fugen gerät, in dieser übertriebenen Form einfach nur lachhaft fand. Und den Humor fand ich ebenfalls furchtbar, und nicht zuletzt das Geplänkel zwischen Bruce und Alfred nicht zu ihrer Darstellung aus den Burton-Filmen passend. Last but not least wirft "Revolution" einfach zu viele Figuren in einen Topf, woraufhin bis auf der Riddler alle vernachlässigt werden – einschließlich Batman. Bezeichnend: Die eine Szene in "Batmans Rückkehr", in der Bruce Wayne in seinem Büro sitzt, und richtiggehend aufzuleben scheint, als er das Bat-Signal erblickt, sagt mehr über ihn aus als alles, was John Jackson Miller auf diesen über fünfhundert Seiten zu ihm einfällt. Was für eine Verschwendung von Potential!

Bewertung: 1.5/5 Punkten
Christian Siegel
(Cover © 2025 Random House)





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