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Indiana Jones and the Army of the Dead Drucken E-Mail
Der bisher letzte Lizenzroman zum Abenteurer Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 20 Dezember 2025
 
Titel: "Indiana Jones and the Army of the Dead"
Bewertung:
Autor: Steve Perry
Übersetzung: -
Umfang: 325 Seiten (E)
Verlag: Del Rey (E)
Veröffentlicht: 29. September 2009 (E)
ISBN: 978-0-345-50698-6 (E)
Kaufen: Taschenbuch (E)
 

Kurzinhalt: 1943: Zusammen mit seinem Kumpel und Kollegen George "Mac" McHale kämpft sich Dr. Henry "Indiana" Jones Jr. durch den Dschungel Haitis. Von dort aus wollen sie zu einer geheimnisvollen Insel in der Karibik aufbrechen, die nur aus die Insel der Toten bekannt ist. Dort vermutet man den sagenumwobenen Edelstein, der als "Herz der Dunkelheit" bekannt ist. Auf eben diesen haben es die beiden abgesehen. Doch sie sind nicht allein: Auch Soldaten der Deutschen und der Japaner suchen, aus unterschiedlichen Gründen, nach der Insel. Auf dieser lauert jedoch noch eine viel größere Gefahr, als feindliche Agenten: Denn der Voodoo-Priester Boukman hat die Fähigkeit, Tote wieder zum Leben zu erwecken, und als Sklaven seines Willens einzusetzen. Auch er hat es auf das Herz der Dunkelheit abgesehen, das über große magische Kräfte verfügen soll, und seine ohnehin schon lange Herrschaft über die Insel – potentiell für immer – verlängern soll…

Review: Trotz der eher lauwarmen Reaktionen auf "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" befand sich das Franchise nach rund einem Jahrzehnt Totenstille – vom gelegentlichen Videospiel abgesehen – zum Ende der 0er-Jahre kurzzeitig wieder im Aufwind. Eben dies nutzte der Del Rey-Verlag, um einen Versuch zu unternehmen, die in den 90ern durchaus populäre und erfolgreiche Reihe der "Indiana Jones"-Romane (damals im Fahrwasser des letzten Teils der Trilogie veröffentlicht) wieder zum Leben zu erwecken. Statt auf einen der früheren Autoren oder Kevin Rollins zurückzugreifen, der "Königreich des Kristallschädels" als Buch adaptiert hatte, wendete man sich dafür Steve Perry. Dieser könnte Genre-Fans noch als Autor des zwischen den Episoden V und VI angesiedelten "Star Wars"-Romans "Schatten des Imperiums" bekannt sein, der in meinen Augen zu den Sternstunden des Legends-Universums zählt. Nachdem ich mir ja rund um den Kinostart von "Königreich des Kristallschädels" alle Indy-Romane (teilweise wieder, teilweise zum ersten Mal) zu Gemüte geführt hatte, und mir eben "Schatten des Imperiums" enorm gut gefallen konnte, war ich auf "Army of the Dead" schon enorm gespannt. Umso größer war meine Ernüchterung, als ich ihn mir nach der Veröffentlichung dann zu Gemüte führte. Tatsächlich hatte ich damals nicht einmal Lust, ein Review zu ihm zu schreiben. Da ich nun aber alle Romane rund um (den erwachsenen) Indiana Jones (wieder) durchhabe, ist es an der Zeit, diese Lücke zu schließen.

Meine Zweitlesung – die mir auch wieder in Erinnerung rief, wie schwach leider viele der Lizenzromane des Franchise waren (insbesondere von Martin Caidin; aber auch der Output von Rob MacGregor, Max McCoy und Wolfgang Hohlbein – auch wenn sich letzterer insgesamt mit Abstand am besten geschlagen hat – war sehr durchwachsen) – sollte an dieser Meinung nichts ändern. Mit der größte Kritikpunkt ist die Thematik. Ich habe im Zuge dieser Bücher ja immer wieder bekrittelt, wenn Menschen übernatürliche Fähigkeiten angedichtet wurden. Aus meiner Sicht stellt dies einfach einen enormen Bruch zu den filmischen "Indiana Jones"-Abenteuern dar, wo die übernatürlichen Elemente immer auf irgendwelche mysteriösen Artefakte zurückzuführen waren. Und ganz allgemein kann ich mich auf irgendwelche magischen Gegenstände halt deutlich leichter einlassen, als, wie im vorliegenden Fall, einen über zweihundert Jahre alten Voodoo-Priester, der Tote wieder zum Leben erwecken und seinem Willen unterwerfen kann. Insofern bin ich praktisch von Anfang an nie wirklich in die Story hineingekommen. Aber auch davon abgesehen mangelte es mir hier am typischen "Indy"-Feeling. Abseits des Namens der Hauptfigur (und seines aus "Königreich des Kristallschädels" bekannten Begleiters) gibt es eigentlich nichts, dass "Army oft he Dead" als "Indiana Jones"-Abenteuer ausweisen würde. Womit wir auch gleich beim nächsten Punkt sind: Nicht nur fehlt es dem Roman an Indy-Flair (das wäre schon schlimm genug), sondern auch an Abenteuer-Charakter. Die Action ist höchst spärlich gesät; die längste Zeit lesen wir Indy und Mac einfach bei einer Expedition durch den Dschungel zu. Daran anknüpfend: Es gibt viel zu viele Momente aus Sicht der Bösewichte (auch hier hält sich Steve Perry nicht an den Zugang aus den Filmen, die eigentlich immer praktisch vollständig aus Indys Perspektive erzählt werden). Erschwerend kommt hinzu, dass ich gerade auch diese Abschnitte einfach nie interessant fand. Der letzte wesentliche Punkt: "Army of the Dead" ist viel zu ausgedehnt erzählt, und mit 325 Seiten – insbesondere im Hinblick auf die dünne Handlung – einfach viel zu lang. Zugegeben, nach einem extrem zähen Start und einen nur marginal besseren Mittelteil dreht der Roman im letzten Drittel tatsächlich noch zumindest ein klein wenig auf. Allerdings war das – zumindest in meinen Augen – entschieden zu wenig, um ihn auch nur ansatzweise retten zu können.

Fazit: "Indiana Jones and the Army of the Dead" ist der einzige Roman zum erwachsenen Indiana Jones, der bislang nicht auf Deutsch erschienen ist. In diesem spezifischen Fall würde ich das allerdings eher als Segen denn als Verlust einstufen – weshalb es mich auch, zusammen mit den wenig begeisternden Reaktionen auf "Königreich des Kristallschädel", überhaupt nicht wundert, dass dieser nicht ein neues goldenes Zeitalter für Indy-Romane einläuten, sondern es vielmehr bei diesem "one-shot" bleiben sollte. "Army of the Dead" fühlt sich einfach zu keinem Zeitpunkt wie ein Abenteuer an, geschweige denn ein Indiana Jones-Abenteuer. Neben der viel zu rar gesäten, einfallslosen und öden Action, dem viel zu großen Fokus auf die (uninteressanten) Gegner, sowie dem mangelnden Humor, war mir dabei vor allem auch die Grundthematik rund um einen Voodoo-Priester, der Tote wieder zum Leben erweckt, ein Dorn im Auge. Diese Art der auf Menschen (statt mystische Artefakte) fokussierten übernatürlichen Elemente passt für mich einfach überhaupt nicht ins Universum. Und generell konnte mich diese Idee nicht ansprechen. Zwar wird "Army of the Dead" zugegebenermaßen nach einem extrem öden Beginn (ich rate wirklich davon ab, den in irgendwelchen öffentlichen Verkehrsmitteln zu lesen; die Gefahr, dass man einschläft und seine Haltestelle verpasst, ist einfach zu groß) zumindest eine Spur besser, und sind die letzten knapp 100 Seiten definitiv die besten des Romans. Insgesamt war und ist "Army of the Dead" aber ein zutiefst enttäuschender Abschluss für die literarischen Abenteuer unseres Lieblings-Archäologen.

Bewertung: 1/5 Punkten
Christian Siegel
(Cover © 2009 Del Rey)





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