Originaltitel: The Deception Episodennummer: 1x08 Bewertung: Erstausstrahlung US: 01. November 1974 Erstausstrahlung D: 03. Mai 1989 Drehbuch: Anthony Lawrence, Ken Spears & Joe Ruby Regie: Don McDougall Besetzung:
Roddy McDowall als Galen,
Ron Harper als Alan Virdon,
James Naughton als Pete Burke,
Jane Actman als Fauna,
Pat Renella als Zon,
John Milford als Sestus,
Hal Baylor als Jasko,
Baynes Barron als Perdix u.a.
Kurzinhalt:
Die blinde Schimpansin Fauna trauert um ihren Vater, der angeblich von zwei Menschen kaltblütig ermordet wurde. Eben deshalb hat sie nun einen Hass auf alle Menschen entwickelt. Als Galen, Pete und Alan zufällig auf sie treffen, und sowohl ihre ablehnende Haltung als auch ihre Blindheit erkennen, sehen sie sich zu einer Täuschung gezwungen – benötigt man doch dringend Unterschlupf. Und so behaupten alle drei – Pete und Alan eingeschlossen – dass es sich bei ihnen um Affen handeln würde. Fauna beginnt daraufhin Gefühle für Pete zu entwickeln – ohne sich seiner wahren Natur bewusst zu sein. Galen wird indes darauf aufmerksam, dass im Dorf eine Bande gesetzloser Affen, die sich Dragoons nennt, ihr Unwesen treibt. Diese nutzen jeden Vorwand, um Menschen die im Dorf leben zu terrorisieren und zu ermorden. Galen schließt sich der Gruppe an, um ihnen eine Falle zu stellen…
Review:
"Menschenjagd" ist, trotz inhaltlicher und thematischer Überschneidung beider Handlungsstränge, für mich stark zweigeteilt – auch was meine Meinung zu ihnen betrifft. Auf der einen Seite haben wir da alles rund um Fauna. Im Glauben, dass Menschen ihren Vater ermordet hätten, hat sie einen Hass auf alle Menschen entwickelt – weshalb sich Alan und Pete dazu gezwungen sehen, sich ihr gegenüber als Affen auszugeben. Da sie nicht weiß, dass es sich bei ihnen in Wahrheit um Menschen handelt, begegnet sie ihnen vorurteilsfrei – und beginnt dann sogar, zärtliche Gefühle für Alan zu entwickeln. Als sie am Ende – zusätzlich zur Wahrheit über den Mord an ihrem Vater – erfährt, dass Alan ein Mensch ist, erschüttert dies ihr Weltbild. Wie konnte sie sich nur in einen Menschen verlieben? Sind das nicht alle wilde, brutale Kreaturen? Dieser Teil von "Menschenjagd" konnte mir außerordentlich gut gefallen – insbesondere auch in der Art und Weise, wie er Vorurteile behandelt.
Ganz anders der Handlungsstrang rund um die Dragoons. Zwar bietet dieser ebenfalls einiges an Potential, und auch kritischer Aussagekraft. Nicht zuletzt darin, wie die Dragoons den Mord an Faunas Vater zum Anlass nehmen, Menschen zu terrorisieren, obwohl dieser in Wahrheit von ihrem Anführer ermordet wurde. Allerdings: Das mit der Variation des Ku-Klux-Klans war mir dann doch zu plakativ. Ich mag zwar am Science Fiction-Genre, wie es die Möglichkeit bietet, Themen aufzugreifen und durch entsprechende Elemente bewusst überhöht darzustellen. Allerdings ist dies hier nicht wirklich der Fall. Man nimmt einfach diese rassistische Gruppe, und ersetzt weiße Menschen, die schwarze Menschen drangsalieren, durch Affen, die es auf Menschen abgesehen haben. Ich kann hierin keine Abwandlung, und auch keine Anregung zur Diskussion und/oder Auseinandersetzung erkennen (anders als bei meinem Lieblingsbeispiel – weil so wunderbar plakativ – "Bele jagt Lokai" aus der klassischen "Star Trek"-Serie). Erschwerend kommt hinzu, dass man hier letztendlich nur den Ansatz hernimmt, den "Planet der Affen" seit jeher verfolgte: Nämlich quasi die Rollen von Affen und Menschen zu tauschen. Insofern ist der Ansatz hier nichts Neues, sondern nur eine Weiterführung dieser inhärenten Grundidee des Franchise. Und dafür war es mir halt einfach zu aufgesetzt. Wenn man sich zumindest das mit den Kapuzen (die immerhin nicht weiß sind) gespart hätte. So hingegen konnte ich diesen Teil von "Menschenjagd" leider nicht wirklich ernst nehmen.
Fazit:
Alles rund um Fauna hatte es mir durchaus angetan – insbesondere in der Art und Weise, wie man hier Vorurteile thematisiert. Demgegenüber war mir alles rund um die Dragoons als Variation des Ku-Klux-Klans zu platt und aufgesetzt. Hier wird nicht eine Problematik aus unserer Welt aufgegriffen, und ihr durch das Übertragen in ein Science Fiction-Setting neue Aspekte abgewonnen. Es handelt sich um eine 1:1-Übernahme, die kaum dazu geeignet sein dürfte, zum Nachdenken anzuregen. Dies ist vor allem deshalb schade, als in der Offenbarung, dass Faunas Vater gar nicht von Menschen ermordet wurde (und selbst dann wäre denen ja nicht kollektiv eine Schuld zuzusprechen und alle in einen Topf zu werfen gewesen), sondern vielmehr der Anführer der Dragoons dahintersteckt, eine prägnante Kritik an der Scheinheiligkeit solcher Hassgruppen steckt. So, wie es hier umgesetzt wurde, konnte ich mich aber leider nicht so recht darauf einlassen.