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Die Abenteuer des jungen Indiana Jones - 2x03: Die Jagd nach dem Geisterzug Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Lucasfilm

Originaltitel: Phantom Train of Doom
Episodennummer: 2x03
Bewertung:
Erstausstrahlung US: 05. Juni 1993
Erstausstrahlung D: -
Drehbuch: Frank Darabont
Regie: Peter Macdonald
Besetzung: Sean Patrick Flanery als Indiana Jones, Ronny Coutteure als Remy Baudouin, Paul Freeman als Frederick Selous, Freddie Jones als Birdy, Norman Rodway als Gen. Jan Christian Smuts, Ronald Fraser als Donald, Lynsey Baxter als Margaret Trappe, Tom Bell als Colonel Paul von Lettow-Vorbeck, Julian Firth als Richard Meinertzhagen, Mac McDonald als Big Mac, Abdulla Sunado als Mr. Cold, Perry Davey als Zoltan, Graeme Crowther als Harper u.a.

Kurzinhalt: Indy und Remy werden nach Ostafrika versetzt. Dort sollen sie sich mit einem Zug zu ihrer belgischen Einheit begeben. Allerdings erwischen sie den falschen Zug, und landen irgendwo im nirgendwo. Sie fürchten sich schon davor, als Desserteure gebrandmarkt, als ihnen das Glück doch noch ein wenig hold ist, und sie auf eine britische Einheit stoßen. Mehr noch: Unter dieser befindet sich auch Captain Frederick Selous, den Indy einst während der Weltreise mit seinem Vater in Afrika kennengelernt hat. Dieser zieht Indy sogleich für eine wichtige – und gefährliche – Mission ein: Die Truppen an der Front stehen immer wieder unter Beschuss eines deutschen Artilleriegeschützes, welches mit einem Zug transportiert wird. Eben diese Kanone gilt es auszuschalten. Das Problem daran: Niemand weiß, wo der Zug stationiert ist, denn so plötzlich wie er auftaucht, verschwindet er auch wieder. Schließlich gelingt es der Spezialeinheit, die – außer Indy – allesamt aus älteren britischen Freiwilligen besteht, das Versteck des Zugs zu finden, und ihn zu vernichten. Danach sollen Indy und Remy zum Einsatzort ihrer belgischen Einheit gebracht werden. Dabei wählt man jedoch ganz bewusst einen Weg, der mitten durch die feindlichen Linien führt – haben es Captain Selous und seine Mannen doch auf den deutschen Colonel – und Strategen – Paul von Lettow-Vorbeck abgesehen…


Review: Episodenbild (c) Lucasfilm Lasst euch nicht davon täuschen, dass "Die Jagd nach dem Geisterzug" im Gegensatz zu den früheren Episoden von vornherein als TV-Film produziert und ausgestrahlt wurde: Denn auch hier folgt man wieder dem typischen Konzept, zwei Abenteuer hintereinander zu erzählen. Als Vorlage dienten zwei Drehbücher von Frank Darabont, die zeitlich direkt hintereinander angesiedelt sind, und wohl deshalb als ein einzelner TV-Film umgesetzt wurde. Dennoch ist die Zweiteilung der Geschichte – zuerst geht es um den titelspendenden Geisterzug, dann um die Gefangennahme des deutschen Colonels – bemerkbar; wenn sie hier auch eher 60:40 als wie sonst üblich 50:50 beträgt. Bedeutet somit, dass auch "Die Jagd nach dem Geisterzug" nicht einer klassischen Drei-Akt-Struktur folgt. Dessen ungeachtet: Da sich beide Stories fast auf dem gleichen Niveau abspielen, und auch thematisch perfekt zusammenpassen (sowie eben direkt aneinander anknüpfen), fühlte sich keine der bisherigen Episoden der neu geschnittenen "Abenteuer des jungen Indiana Jones" so . Das ist gleich mal das erste große Plus.

Noch viel wichtiger ist allerdings: "Die Jagd nach dem Geisterzug" kommt von allen Episoden der Serie (inklusive derer, die nun noch folgen werden) dem Flair der Filme am nächsten. Hier stehen weder die Wissensvermittlung, noch die düstere Darstellung eines verheerenden Krieges, im Mittelpunkt – sondern vielmehr der Abenteuer-Charakter. Eben dies ist dann auch der Hauptgrund, warum "Die Jagd nach dem Geisterzug" – auch wenn die beiden Episoden, die im Niemandsland des ersten Weltkriegs angesiedelt waren, objektiv betrachtet wohl besser/hochwertiger (und jedenfalls anspruchsvoller) waren – mein Favorit der "Abenteuer des jungen Indiana Jones" ist. Wie angedeutet: Die erste "Hälfte" gefällt mir dabei auch hier wieder eine Spur besser. Das mit dem Geisterzug, der aus dem Nichts auftaucht und eben dahin wieder verschwindet, und mit dem eine Artilleriekanone befördert wird, welche die Gegner an der Front unter Druck setzt, war einfach eine packende Ausgangssituation. In "Mein erstes Abenteuer" habe ich ja kritisiert, dass Paul Freeman, allen Indy-Fans als René Belloq bestens bekannt, in einer anderen Rolle besetzt wurde. Zwar finde ich dies immer noch unnötig, die Tatsache, dass er hier wieder auftaucht und eine wichtige Rolle spielt (weil dort hinterließ er ja mit seinem kleinen Auftritt ohnehin kaum Eindruck), reduziert den Kritikpunkt für mich rückblickend aber zumindest ein wenig. Das Wiedersehen zwischen Indy und ihm war schon sehr nett. Ich mochte auch alles rund um seine Einheit; eine Gruppe von britischen Freiwilligen, die niemand wollte, und die sich deshalb unter seiner Führung zusammengefunden haben. Auch alles rund um den Geisterzug war nett gemacht, insbesondere im Hinblick auf dessen Versteck. Vor allem aber bot man uns hier einiges an packender, Indy-typischer Action. Wie gesagt: Der Abenteuer-Charakter war bei der Serie noch nie (und auch nie wieder) so ausgeprägt, wie hier.

Episodenbild (c) Lucasfilm Dies gilt grundsätzlich auch für die zweite Hälfte, wo sie sich auf die Jagd nach Colonel von Lettow-Vorbeck machen. Vor allem die letzten 15-20 Minuten, nach der Flucht aus dem deutschen Gefangenenlager mit dem Ballon, bieten einiges an cooler und auch ansatzweise spektakulärer Action. Darüber hinaus hatten es mir auch die Interaktionen von Paul mit Indy und Remy angetan. Und auch Lynsey Baxter als deutsche Agentin Margaret Trappe, die sie schließlich auch mit einem Kampfflieger aus dem Himmel schießt (na ja, genau genommen erledigt dies Indy selbst, in einer Szene, die ein bisschen an das Missgeschick seines Vaters in "Der letzte Kreuzzug" erinnert), war eine charmante Ergänzung. Allerdings: Die Art und Weise, wie die beiden in dieses Abenteuer hineinstolpern (weil ihnen die anderen nichts davon sagen, dass sie sich auf einer geheimen Mission befinden) war schon ein bisschen, na ja. Und die Einlage rund um Remy, der sich als Frau verkleidet, war auch eher lächerlich als amüsant. Eben deshalb fand ich diesen Teil doch eine Spur schwächer. Dessen ungeachtet stellt "Die Jagd nach dem Geisterzug" für mich das Highlight der Serie dar.

Fazit: Obwohl als TV-Film gedreht, behält auch "Die Jagd nach dem Geisterzug" das Konzept der restlichen (neu geschnittenen) Serie, zwei Geschichten hintereinander zu erzählen, bei. Dabei hat mir alles rund um den titelspendenden Geisterzug doch eine Spur besser gefallen. Dennoch wusste auch die Mission zur Gefangennahme des deutschen Colonels zu gefallen. Beiden Missionen ist gemein, dass sie sich auch wirklich wie Abenteuer eines jüngeren Indiana Jones anfühlen. Frank Darabont (als Drehbuchautor) und Peter MacDonald (als Regisseur) fangen hier, unterstützt von Komponist Joel McNeely, das typische Flair der "Indiana Jones"-Filme perfekt ein. Hier stehen eben wirklich mal Action, Abenteuer, Spannung und das Entkommen aus kniffligen Situationen in letzter Minute im Mittelpunkt, statt Lehrstunden und/oder ein (natürlich grundsätzlich absolut lobenswerter) Blick auf die Schrecken des Krieges. Näher an jenen seines erwachsenen Alter Egos waren die Abenteuer des jungen Indiana Jones nie. Davon hätte die Serie mehr gebraucht – dann wäre sie vielleicht auch nicht vorzeitig abgesetzt worden.

Wertung: 4.5 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © Lucasfilm)







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