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Pluribus - 1x02: Piraten-Lady Drucken E-Mail
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Episodenbild (c) Apple TV+

Originaltitel:Pirate Lady
Episodennummer: 1x02
Bewertung:
Weltweite Internet-VÖ: 07. November 2025 (Apple TV+)
Drehbuch: Vince Gilligan
Regie: Vince Gilligan
Besetzung: Rhea Seehorn als Carol Sturka, Karolina Wydra als Zosia, Miriam Shor als Helen, Samba Schutte als Mr. Diabaté, Menik Gooneratne als Laxmi, Darinka Arones als Kusimayu, Anna Mhairi als Vesper, Max Reeves als Margaux, Olivia Rouyre als Genevieve, Amaraa Sanjid als Otgonbayar, Khaliun Amarburen als Byamba, Rayaan Kamal Khan als Ravi, Piyush Gupta als Aarush, Viji Nathan als Padma, Sharon Gee als Xiu Mei, David Niu als Neu Xiansheng, Elena Estér als T'ika, Jennifer Esquivel als Sisa, Phuong Kubacki als Soleil, Imani Love als Cleo, Esther Omegba als Jasmine u.a.

Kurzinhalt: Das Leben auf dem Planeten hat sich mit einem Schlag völlig verändert: Ein Großteil der Weltbevölkerung wurde in ein Gemeinschaftsbewusstsein aufgenommen. Allerdings haben sich nicht alle Menschen als kompatibel erwiesen. Ganze 886 Millionen sind beim Versuch, sie ins neue Bewusstsein zu integrieren, gestorben – darunter auch Carols Freundin Helen. Bei insgesamt elf Personen – auf der gesamten Erde – hat der Prozess zwar ebenfalls nicht funktioniert, allerdings haben diese überlebt. Carol ist eine von ihnen. Als das Schwarmbewusstsein eine Vertreterin zu ihr schickt, äußert sie den Wunsch, sich mit den anderen zu treffen. Da nur fünf von ihnen der englischen Sprache mächtig ist, vereinbart man für eben diese ein Treffen in Bilbao. Dort möchte Carol mit den anderen besprechen, was man tun kann, um die Entwicklung wieder rückgängig zu machen. Zumal es aus ihrer Sicht nur eine Frage der Zeit ist, bis es gelingen wird, auch sie ins Schwarmbewusstsein aufzunehmen. Allerdings scheint zu ihrem Schock und ihrer Erschütterung sie die Einzige zu sein, die mit dem Status Quo nicht glücklich ist…


Review (kann Spoiler enthalten): Episodenbild (c) Apple TV+ Trotz der Auflösung am Ende von "Wir sind eins" im Hinblick auf die dramatischen Vorgänge in der Episode sind dabei trotzdem noch einige Fragen offen geblieben. Ein paar davon nimmt man sich hier nun an. So erfahren wir nicht zuletzt der schrecklich hohe Preis, den diese – aus Sicht des Alien-Algorithmus notwendige – Entwicklung gefordert hat. Ähnlich erschütternd allerdings die Erkenntnis, dass Carols Gefühlsausbruch das Schwarmbewusstsein derart durcheinander gebracht hat (da sie mit intensiven Gefühlen, insbesondere negativer Natur, nicht umgehen können), dass bei dem darauffolgenden Anfall ganze elf Millionen gestorben sind. Zugleich ist das nicht nur eine extrem große, sondern vor allem auch höchst interessante Achillesferse. Es wäre für Carol theoretisch ein Leichtes, das Gemeinschaftsbewusstsein zu besiegen. Allerdings würde sie damit zugleich die gesamte Menschheit ausrotten (denn die elf verbliebenden Personen könnten diese – geschweige denn eine Art von Zivilisation – nicht aufrecht erhalten). Ich bin schon sehr gespannt, wie die Serie in weiterer Folge eben damit umgehen wird.

Spannend auch, wie sich das Schwarmbewusstsein den Wünschen dieser elf nicht angepassten Personen beugen. Klar kann man jetzt sagen, die paar Männer und Frauen, die hier zur Erfüllung deren Bedürfnisse abgestellt werden, sind ein Sturm im Wasserglas. Das sind wohl nicht einmal 0,0001 Promille der Weltbevölkerung. Und doch sind die betreffenden Wesen quasi Sklaven; im Falle von Diabaté (der keine Skrupel hat, sie auszunutzen) sogar Sex-Sklaven. Und es ist ja nicht mal so, dass das Schwarmbewusstsein hier freiwillig mitspielt, weil sie letztendlich keine große Sache darin sehen, seinen (niederen) Bedürfnissen nachzukommen. Es ist für sie vielmehr eine Notwendigkeit, da sie niemandem (auch keinen Tieren) weh tun können. Weshalb es sie auch vor eine unmögliche Wahl stellt, wenn sie sich am Ende zwischen Carol und Diabaté entscheiden sollen. Darüber hinaus beschäftigte mich nicht zuletzt die Frage: Wäre Carol dem Schwarmbewusstsein gegenüber auch dann so negativ eingestellt, wenn Helen nicht gestorben, sondern vielmehr auch teil von eben diesem wäre – und eine potentielle zukünftige Aufnahme von sich selbst in eben dieses eine Art Wiedervereinigung mit ihr bedeuten würde? Als Gedankenexperiment fand ich all dies höchst faszinierend. Auf emotionaler Ebene hat mich allerdings nur Carols Erkenntnis, dass sie mit dem durch ihren Gefühlsausbruch ausgelösten Anfall gerade eine große Anzahl von Menschen umgebracht hat, hervor. Ich hoffe sehr, dass es den weiteren Episoden wieder gelingen wird, Herz und Hirn gleichermaßen anzusprechen. Es bleibt auch dabei, dass es mir nach wie vor schwer fällt, mir vorzustellen, wie Vince Gilligan mit diesem Setup eine ganze, aus neun Episoden bestehende Staffel füllen will; von deren gleich vier ganz zu schweigen. Dies ist allerdings wenn dann ein (aktuell noch dazu ohnehin nur hypothetischer) Kritikpunkt für die weiteren Folgen; "Piraten-Lady" hat mich jedenfalls, wenn auch nicht gar so mitrissen wie der Auftakt, dennoch wieder hervorragend unterhalten.

Fazit: Episodenbild (c) Apple TV+ Nach der lange Zeit sehr mysteriösen Pilotfolge, erfahren wir hier weitere Hintergründe rund um das bestimmende Ereignis hinter der Serie. Einzelne Aspekte davon, wie die zahlreichen Todesopfer, aber auch die Opfer von Carols Wutausbruch, vermögen durchaus zu erschüttern. Insgesamt hat "Piraten-Lady" aber eher mein Hirn statt mein Herz angesprochen; denn so manches rund um das Schwarmbewusstsein – insbesondere ihre Allergie gegen Konflikte, und wie sie deshalb quasi zu Sklaven der letzten verbliebenen Menschen außerhalb ihrer Gemeinschaft werden – lädt dazu ein, sich über diese mindestens so faszinierende wie erschreckende Welt Gedanken zu machen. Carol erweist sich dabei als ideale Identifikationsfigur – weshalb man auch ihren Frust aufgrund der Reaktion der anderen (englischsprachigen), die so sind wie sie, sehr gut nachempfinden kann. Und am Ende war ich dann auch durchaus wieder gespannt, wie die Geschichte weitergehen wird.

Wertung: 4 von 5 Punkten
Christian Siegel
(Bilder © 2025 Apple TV+)







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