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Star Wars - Legacy II: Zwischen den Welten Drucken E-Mail
Auftakt des kurzlebigen "Legacy"-Reboots Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 17 Oktober 2020
 
Titel: "Star Wars - Legacy II: Zwischen den Welten"
Originaltitel: "Star Wars - Legacy Vol. II: Prisoner of the Floating World"
Bewertung:
Autoren: Corinna Bechko & Gabriel Hardman
Übersetzung: nicht bekannt
Zeichnungen: Gabriel Hardman
Tusche: Gabriel Hardman
Farben: Rachelle Rosenberg
Lettering: Michael Heisler
Cover: Dave Wilkins
Umfang: 144 Seiten
Verlag: Panini (D), Dark Horse (E)
Veröffentlicht: 18. Februar 2014 (D), 20. November 2013 (E)
ISBN: 978-3-8620-1819-2 (D)
Kaufen: Gebunden (D), Taschenbuch (E)
 

Kurzinhalt: Nachdem die Einen Sith besiegt wurden, soll ein Triumvirat aus den Überresten der Jedi, des wahren Imperiums, sowie der galaktischen Allianz, der Galaxis wieder Frieden, Freiheit, aber auch Ordnung, bringen. Dessen wichtigstes erstes Projekt ist die Fertigstellung einer Kommunikationsphalanx, mit der die Verbindung bis in den äußersten Rand gewahrt werden soll. Überwacht wird dieses von einem imperialen Ritter, den es schließlich zu einem wandelnden Planeten verschlägt, wo er vom letzten verbliebenen Sith gefangengenommen wird. Danach setzt Darth Wredd alles daran, das Projekt des Triumvirats zu sabotieren. Durch Zufall wird Aina Solo, Nachkommin von Han Solo und Leia Organa, die ihr Leben als Schrottsammlerin begeht, in diese Verschwörung hineingezogen – und muss sich schließlich so wie einst Han Solo entscheiden, ob sie sich aus der Angelegenheit herauslässt, oder zum Wohle der Galaxis ihr Leben riskiert…

Review: Angesichts des großen Erfolges des ersten "Legacy"-Zyklus, der jedoch von seinen Schöpfern von immer als Geschichte mit einem definitiven Ende konzipiert war, war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis man das Zepter an eine neue künstlerische Leitung übergab. In diesem Fall sind das Corinna Bechko und Gabriel Hardman – die hier ein doppelt schweres Erbe antraten. Einerseits, als "Legacy" eben wirklich eine tolle, hochdramatische Geschichte war, und andererseits, als es schwer bis unmöglich gewesen wäre, den dortigen Einsatz der auf dem Spiel stand nochmal zu erhöhen. Daran, nach NJO das gleiche Konzept ständig nochmal wiederholen – oder gar übertreffen – zu wollen, war man ja zuvor schon im Romanbereich gescheitert. Insofern schlug man bei "Zwischen den Welten" den in meinen Augen einzig richtigen und konsequenten Weg ein: Nämlich, wieder einen Gang zurückzuschalten, und eine zwar ebenfalls spannende, aber eben nicht mehr ganz so epische und hochdramatische Geschichte zu erzählen. Nun schwing in dieser Formulierung natürlich praktisch automatisch Kritik an diesem Ansatz mit, und ja: Was Spannung, Dramatik und Komplexität betrifft, kann sich "Legacy II" nicht mit dem ersten Zyklus messen – und wird sich dementsprechend in meinen Augen auch schwer damit tun, dessen Höhen zu erreichen (wobei ich dies nur rein ausgehend vom ersten von vier Bänden für die weiteren drei Teile auch noch nicht gänzlich ausschließen wollen würde). Und trotzdem bleibe ich dabei, dass das die einzig richtige Entscheidung war. Manchmal ist es besser, einen guten Nachschlag abzuliefern, und einfach von vornherein zuzugeben bzw. anzuerkennen, dass es einem nicht gelingen wird, das was davor kam zu erreichen (geschweige denn zu übertreffen), als entweder eine einfallslose Kopie abzuliefern, oder auch auf Teufel komm raus zu versuchen, das Unmögliche zu schaffen. Weil wohin das führen kann, wenn man selbst mit einer im direkten Vergleich "geringeren" Story versucht, rein dramaturgisch an den epischen Vorgänger anzuknüpfen, hat nicht zuletzt Peter Jacksons "Der Hobbit"-Trilogie bewiesen.

Insofern, ja. Was Komplexität und Dramaturgie betrifft, kann "Zwischen den Welten" mit dem ersten "Legacy"-Zyklus bei weitem nicht mithalten. Das macht ihn aber noch lange nicht schlecht. "Zwischen den Welten" weiß, was es sein kann und will, und ist dann eben auch weder mehr, noch weniger. Das fand ich letztendlich sehr erfrischend. Das heißt nicht, dass der Comic – auch abseits des von vornherein unfairen und unvorteilhaften Vergleichs mit dem Vorgänger-Zyklus – perfekt sei. So hätte man sich aus meiner Sicht zumindest in einem Aspekt am ersten "Legacy"-Teil orientieren sollen, und das ist die Art und Weise, wie dort gleich zu Beginn die Vorgeschichte der Hauptfigur aufgerollt wurde. Über Aina Solo, und ihr Leben bevor sie hier nun in die Fußstapfen ihrer heldenhaften Vorfahren tritt, erfahren wir hier nämlich herzlich wenig, was es mir auch ein bisschen schwer machte, eine Bindung zu ihr aufzubauen. Was das betrifft, verließ man sich in meinen Augen etwas zu sehr auf ihre familiäre Verbindung, so im Sinne: Ist eine Solo, natürlich wird der Leser zu ihr halten und ihr die Daumen drücken! Zudem fällt "Legacy II" in meinen Augen gegenüber dem Vorgänger leider auch optisch etwas ab. Zwar ist es durchaus angenehm, mal keine hypersexualisierte Darstellung von weiblichen Körpern mehr zu haben (weil das drohte bei "Legacy I" teilweise echt schon unfreiwillig komisch zu werden), und nicht zuletzt die Raumschiffe sehen wieder toll aus. Bei den Gesichtern hätte man für meinen Geschmack aber etwas klarer illustrieren können. Und auch die Farbgestaltung fand ich bei den Vorgängern etwas besser. Grundsätzlich macht "Zwischen den Welten" aber durchaus auch optisch wieder etwas her. Inhaltlich ist es halt unweigerlich eine reduziertere Angelegenheit, machte aber dennoch durchaus Laune.

Fazit: "Zwischen den Welten" ist ein solider Auftakt des – kurzen – zweiten "Legacy"-Zyklus. Dabei fand ich es durchs angenehm, dass man von vornherein erst gar nicht zu versuchen scheint, das Erfolgskonzept des Vorgängers zu kopieren, und/oder ihn was Dramatik und Komplexität betrifft zu übertreffen. Hier wird eine kleinere, reduziertere – aber deswegen noch lange nicht minder interessante – Geschichte erzählt. Schade fand ich allerdings, dass wir hier erstmal recht wenig über Aina Solo (deren Konzeption übrigens frappante Ähnlichkeiten zu Rey aus der Sequel-Trilogie aufweist) erfahren. Und auch visuell fand ich die erste "Legacy"-Ära dem hier gezeigten leicht überlegen. Grundsätzlich war das aber ein gelungener Einstieg, der zudem den Vorteil hat, dass eine Kenntnis des langen vorhergehenden Zyklus nicht zwingend erforderlich ist, und sich demnach auch allfällige NeueinsteigerInnen problemlos zurechtfinden werden.

Bewertung: 4/5 Punkten
Christian Siegel
Coverbild © 2011 Panini Comics






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