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Perry Rhodan - Das größte Abenteuer Drucken E-Mail
Für Fans ein Fest, für Neueinsteiger eher mühsam Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Samstag, 13 April 2019
 
Titel: "Perry Rhodan - Das größte Abenteuer"
Bewertung:
Autor: Andreas Eschbach
Umfang: 848 Seiten
Verlag: FISCHER Tor (D)
Veröffentlicht: 27. Februar 2019
ISBN: 978-3-59670-145-7
Kaufen: Gebunden (D), Kindle (D)
 

Kurzinhalt: Perry Rhodan, Sohn deutscher Auswanderer, wächst Mitte des 20. Jahrhunderts in den USA auf. Bereits als Kind ist er von den Sternen und dem Weltall fasziniert. Eben deshalb beschließt er als junger Erwachsener, sich dem US-Militär anzuschließen, und sich als Testpilot ausbilden zu lassen – glaubt er doch, damit auf dem richtigen Weg zu sein, um eines Tages ins All vorzustoßen. Dann jedoch wird die NASA gegründet, und das Weltraumprogramm der Air Force eingestellt. Damit drohen sich Perrys Hoffnungen zu zerschlagen – bis es bei der Mission von Apollo 8 zu einem verheerenden Unfall kommt, und die Kapsel von ihrem Ausflug zum Mond nie zurückkehrt. Plötzlich wird das Space Force-Programm des Militärs wieder reaktiviert, nicht zuletzt, als das Starglider-Projekt vorsieht, ein Raumschiff in den Orbit der Erde zu bringen, dass dann mittels Atomantrieb zum Mond fliegen und bei der Rückkehr auch wieder auf der Erde landen kann. Perry Rhodan wird, neben seinem Freund Bully, als einer der vier Astronauten für dieses Projekt ausgewählt. Als sie auf dem Mond ankommen, machen sie schließlich eine unfassbare Entdeckung…

Review: Gleich vorweg: Diese Buchbesprechung wurde von jemandem geschrieben, der mit dem Perryversum bisher nur sehr rudimentär vertraut ist. Meine bisherigen Erfahrungen beschränken sich einerseits darauf, als Kind bei meinen regelmäßigen Besuchen in Buchhandlungen immer wieder mal vor den Silberbänden zu stehen, und von den Covern meine Fantasie anregen zu lassen – doch die schiere Menge an Abenteuern, die es bereits damals schon gab, schreckte mich immer davor ab, den Sprung ins Universum zu wagen. Zumindest bis vor etwa zehn Jahren, als Deep Silver das PC-Adventure "Perry Rhodan" auf den Markt brachte, an dem ich – als großer Fan des Spielegenres – nicht vorbei kam. Die dortigen Einblicke in das Universum und die Vergangenheit der Figur(en) fand ich grundsätzlich sehr interessant – aber nicht zuletzt auch aufgrund der Tatsache, dass immer noch so viele andere Romane darauf warten, von mir gelesen zu werden, reichte es auch damals nicht, dass ich gleich losgezogen wäre und mir die Silberbände ins Regal geholt hätte. Und in den zehn Jahren seither hab ich das meiste über das Universum auch schon wieder vergessen. Und so kann man durchaus sagen, dass ich überwiegend unbedarft an "Perry Rhodan – Das größte Abenteuer" herangegangen bin. Was ja grundsätzlich insofern kein Problem sein sollte, als sich der Roman – als Prequel zur Reihe – neben eingeschworenen Fans ja eben gerade auch an Neueinsteiger richten will. Und zugegebenermaßen, Vorwissen ist bei "Das größte Abenteuer" sicherlich keines erforderlich, um der Geschichte folgen zu können. Als Fan hat man zwar natürlich von den zahlreichen eingebauten Referenzen – und meines Erachtens eben auch vom Roman an sich (dazu gleich) – wesentlich mehr. Aber Verständnisprobleme haben sich keine ergeben. Und doch bin ich der Überzeugung, dass sich "Perry Rhodan – Das größte Abenteuer" doch in erster Linie an langjährige, wenn nicht gar jahrzehntelange Fans der Figur bzw. der Heftromanserie richtet, denn an unbedarfte Neulinge.

Das Hauptproblem des Romans sehe ich im Konzept einer Biographie des Titelhelden. Ich weiß ja nicht, wie es euch geht, aber ich persönlich würde mir wohl nie die (Auto)biographie einer Person durchlesen, mit der mich bis zu diesem Zeitpunkt nichts verbindet. Und genau das ist für mich die Krux an diesem Roman: Als völliger Perry-Neuling, der noch keinen Bezug zur Figur hat, wird einem hier ausführlich (und ich meine wirklich ausführlich, wenn nicht gar schon erschöpfend; immerhin hat "Das größte Abenteuer" in etwas den Umfang gleich zweier Silberbände) das Leben des Perry Rhodan geschildert. Angefangen bei der Familiengeschichte der Rhodans, über Perrys Kindheit und Jugend, bis hin zu seinen Erfahrungen als junger Erwachsener beim US-Militär. Wenn ich die Figur schon kennen – und noch wichtiger: mögen – würde, fände ich das bestimmt ganz spannend und interessant. Aber ohne diesen Bezug fand ich diese Biographie, gerade auch in dieser Ausführlichkeit, leider teilweise doch eher mühsam. Dies gilt insbesondere für den Einstieg. Die ersten 20% (ich las eine eBook-Version) des Romans habe ich mich richtiggehend durchgequält, einfach, weil es Andreas Eschbach in meinem Fall leider nicht gelang, mir als Neuling begreiflich zu machen, warum mich das Geschehen bzw. die Figur interessieren soll. Ganz ehrlich: Wäre das kein Rezensionsexemplar gewesen, hätte ich wohl irgendwo mal entnervt abgebrochen und das eBook vorerst auf die Seite gelegt (weil, ist ja nicht so, als hätte ich nicht so schon genug zu lesen). Zugegebenermaßen wurde es, als wir dann endlich die ausführliche Aufrollung der Familiengeschichte sowie Perrys Kindheit und Jugend hinter uns hatten, besser bzw. interessanter. Als 1980-geborener habe ich das Weltraumrennen zwischen den USA und Russland ja verpasst, dennoch hat mich eben dieses schon als Kind ebenso immer schon fasziniert, wie das Weltall an sich (insofern habe ich mit der Zeit zumindest diesen Anknüpfungspunkt zur Figur gefunden). Insofern fand ich die Beschreibung dieses Wettstreits zwischen den beiden Weltmächten – die sich zuerst noch an den historischen Begebenheiten richtet, ehe Eschbach mit der Apollo 8-Mission dann ins fiktive Perryversum abbiegt – dann durchaus interessant.

So richtig begeistern konnte mich aber erst die Mission zum Mond. Hier gelang es "Das größte Abenteuer" dann endlich, mich so richtig zu packen. Allerdings stand die Fortschrittsanzeige zu diesem Zeitpunkt schon bei ca. 80% - und die Mission selbst machte nur einen Bruchteil des Inhalts des Romans aus. Erschwerend kommt nun noch hinzu, dass ich kein Freund der hier gewählten Erzählweise bin. Beim Roman handelt es sich letztendlich um eine Biographie, die von einem von Perrys (späteren) Weggefährten geschrieben wurde. Dementsprechend wird die Erzählung immer wieder für Kommentare und Erklärungen des (fiktiven) Autors unterbrochen, wo dieser teilweise auch noch schildert, wie er an die eine oder andere Information gelangt ist, und – so zumindest mein Eindruck – teilweise auch Unklarheiten aus der Vorlage ausgeräumt werden. Ich persönlich fand gerade auch diese Stellen eher mühsam und unnötig – zumal bei aller Erklärung immer wieder Stellen dabei sind, wo sich die Frage aufdrängt, woher der Autor dies wissen will/soll. Insofern wäre es mir lieber gewesen, Eschbach hätte sich diesen Kunstgriff gespart, und einfach nur einen normalen Roman mit herkömmlicher Erzählweise vorgelegt. Davon – und dem viel zu großen Umfang – abgesehen, ist Andreas Eschbach bei "Das größte Abenteuer" aber nichts vorzuwerfen. Der Roman ist phantastisch recherchiert, und gibt nicht nur einen glaubwürdigen Einblick in das Leben der USA aus der damaligen Zeit, sondern auch in den Ablauf des Weltraumrennens zwischen Amerika und Russland. Auch vom Schreibstil her hatte ich – von einer unglücklichen "hat lassen"-Formulierung (sowas wird einem normalerweise schon in der Grundschule ausgetrieben) sowie der mich persönlich störenden Angewohnheit, englische Begriffe in einen offensichtlich deutsch übersetzten Text einzubinden, um deutlich zu machen, dass es sich ja eigentlich um ein Gespräch in englischer Sprache handelt, abgesehen – nichts auszusetzen. "Das größte Abenteuer" war nicht nur meine erste (ok, zweite) Begegnung mit Perry Rhodan, sondern auch dem Autor, und auch wenn ich in Zukunft wohl auf die Seitenzahl achten würde, war ich vom Schreibstil grundsätzlich durchaus angetan, weshalb ich mir vorstellen kann, mir in Zukunft auch mal das eine oder andere frühere Werk von ihm vorzuknöpfen. Vor allem aber merkt man Andreas Eschbachs Liebe zur (und Kenntnis der) Vorlage auf jeder Seite des Romans. Schade nur, dass es ihm leider nicht gelang, diese auch auf mich als noch unbedarften Leser zu übertragen.

Fazit: Das Prequel "Perry Rhodan – Das größte Abenteuer" soll sich ja sowohl an Perry-Jünger als auch -Neulinge richten. Erstere wird diese Reise in die Vergangenheit ihres Helden sicherlich faszinieren; als langjähriger (wenn nicht gar jahrzehntelanger) Fan der Reihe kann man somit die untenstehende Wertung wohl verdoppeln. Zumindest ich kann allerdings die Behauptung, "Das größte Abenteuer" wäre auch für Neueinsteiger ideal, nicht wirklich bestätigen. Ohne jeglichen Bezug zur Figur fand ich es doch eher mühsam, mich in dieser Ausführlichkeit mit dem Werdegang der (fiktiven) Person Perry Rhodan (und teilweise auch noch seiner Familiengeschichte) auseinanderzusetzen. Eschbach fand hier für mich leider keine Antwort auf die Frage, warum mich das eigentlich interessieren soll. Und so habe ich mich durchs erste Drittel des Romans leider doch ziemlich durchgeplagt. Sobald Perry Rhodan dann mit seiner Ausbildung zum Testpilot beginnt, und das Rennen ums All zwischen den USA und Russland in den Mittelpunkt rückt, wurde der Roman dann aber endlich auch für mich interessant. Nicht zuletzt auch aufgrund der spannenden Mischung zwischen Realität und Fiktion. In erster Linie war es aber die Mission zum Mond, der es dann wirklich gelang, mich zu faszinieren. Leider aber nahm die eben nur einen Bruchteil des Inhalts ein. Wie gesagt, Perry-Fans können hier bedenkenlos zugreifen. In meinem Fall war es aber halt leider so, dass Andreas Eschbach mein Interesse daran, eines Tages in die längste Heftromanserie der Welt einzutauchen, eher gedämpft als gesteigert hat.

Bewertung:2.5/5 Punkten
Christian Siegel





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