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Star Wars: Schatten der Vergangenheit Drucken E-Mail
Der erste Teil der "Hand von Thrawn"-Trilogie Kategorie: Literatur & Comics - Autor: Christian Siegel - Datum: Sonntag, 09 September 2018
 
Titel: "Schatten der Vergangenheit"
Originaltitel: "Specter of the Past"
Bewertung:
Autor: Timothy Zahn
Übersetzung: Ralf Schmitz
Umfang: 461 Seiten
Verlag: Heyne (D), Bantam Spectra (E)
Veröffentlicht: Mai 2000 (D), 03. November 1997 (E)
ISBN: 978-3-453-17153-5
Buch kaufen: Taschenbuch (D), Kindle (D), Taschenbuch (E)
 

Kurzinhalt: Zehn Jahre nachdem die Neue Republik Großadmiral Thrawn besiegt hat, steht das Imperium vor dem Ende. Admiral Paellon, der das Kommando über den Rest der imperialen Flotte übernommen hat, sieht keinen anderen Weg, als mit der Neuen Republik einen Friedensvertrag auszuhandeln, der es dem Imperium garantiert, zumindest die ihnen noch verbliebenen Systeme zu behalten. Doch nicht alle sind mit seinen entsprechenden Plänen einverstanden – und so wird der Unterhändler, den Paellon losschickt, um mit der Neuen Republik in Kontakt zu treten, abgefangen, und die Nachricht wird nur bruchstückhaft übermittelt. Abtrünnige Elemente innerhalb des Imperiums planen währenddessen ihren eigenen Coup: Moff Disra und der imperiale Ehrengardist Grodin Tierce haben den Schauspieler Flim damit beauftragt, in die Rolle von Großadmiral Thrawn zu schlüpfen – der nun also zehn Jahre nach seinem Tod zurückkehren soll, um neuerlich das Kommando über die imperiale Flotte zu übernehmen, und in der Neuen Republik Angst und Schrecken zu verbreiten. Letztere sieht sich indes zur Zeit ohnehin mit ganz anderen, internen Problemen konfrontiert: Denn im privaten Archiv des Imperators auf Wayland stieß man erst kürzlich auf versteckte Datenkarten. Während eine davon, die sich jedoch nicht auslesen lässt, den unheilvollen Namen "Die Hand von Thrawn" trägt, sorgt vor allem ein alter interner Bericht des Imperiums für Wirbel, nachdem einzelne Bothaner das Imperium bei seinem Angriff auf den Planeten Caamas unterstützten, bei dem – noch lange vor der Zerstörung Alderaans – fast ein komplettes, friedfertiges Volk ausgelöscht wurde…

Review: Nachdem er mit seiner ersten Thrawn-Trilogie das "Expanded Universe" so wie man es kennt (oder kannte) begründete, und damit zugleich für alle anderen Autoren einen überwiegend unerreichbaren Maßstab vorlegte (an dem er selbst bei dieser Fortsetzung ebenfalls knapp scheitert), knüpfte Timothy Zahn vier Jahre später daran mit seiner "Hand von Thrawn"-Reihe an. Während diese im englischsprachigen Raum in zwei Teilen erschien (weil Zahn vermeiden wollte, sich noch einmal zu wiederholen), wurde sie hierzulande in einer von "Star Wars" gewohnten Trilogie aufgelegt. Dennoch muss man sich als deutscher Leser nicht übervorteilt vorkommen – war doch der zweite Roman in etwa um die Hälfte länger als der erste, weshalb die deutschen Bücher, trotz leicht abnehmender Seitenzahl, durchaus ihre Berechtigung haben (lediglich die Tatsache, dass für den dritten Band kein eigenes Cover bei Drew Struzan in Auftrag gegeben wurde, ist bedauerlich). Und die deutsche Veröffentlichung von "Schatten der Vergangenheit" ist mit der englischen Version ja ohnehin deckungsgleich. Nachdem ich mir die Romane des Legends-Universums ja möglichst chronologisch vorknöpfe, und damit nun zwischen den beiden Zahn-Trilogie einige entstandene Werke (und Machwerke) wie die Jedi Akademie-Trilogie, die Callista-Trilogie usw. vorknöpfte, muss ich sagen: In Wahrheit weiß man erst, wenn man sich durch so Katastrophen wie "Palpatines Auge" und "Der Kristallstern", aber auch so zwar solide, aber halt nicht wirklich überragende Romane wie die Corellia-Trilogie gekämpft hat, wie gut Timothy Zahns Romane wirklich sind. Bereits auf den ersten paar Seiten fühlte ich mich wieder mitten im "Star Wars"-Universum, so wie wir es aus der Original-Trilogie kennen. Aus meiner Sicht fängt kein anderer dieses typische Feeling ähnlich gut ein, wie es Zahn auch hier wieder gelingt.

Und doch legt er auch hier wieder nicht einfach nur eine reine Kopie der Original-Trilogie bzw. der dortigen Geschichten vor. Die Situation ist eine ganz andere – mit dem Imperium, dass davor steht, Frieden zu schließen – und die Bedrohungen kommen diesmal soweit es die Neue Republik betrifft von innen heraus, und sind persönlicher Natur. Bezeichnend: Die Rückkehr von Großadmiral Thrawn ist nur eine List, ein Trugbild – man könnte auch sagen, eine "Phantom Menace". Manche Leser mögen davon enttäuscht und vielleicht sogar vor den Kopf gestoßen gewesen sein, ich fand es jedoch sehr schön, dass sich Zahn hier nicht einfach selbst kopiert. Zumal es zu dem Zeitpunkt nun wahrlich schon genug Comebacks von eigentlich verstorbenen Figuren gegeben hatte (Palpatine, Boba Fett). Sehr gut gefiel mir auch, wie die Neue Republik hier nun, in einer Zeit der Stabilität und des relativen Friedens, von den titelspendenden Schatten der Vergangenheit eingeholt wird, und lang gehegte Ressentiments durch das Bekanntwerden der Datenkarte von Wayland – und der Rolle der Bothaner beim Angriff auf Caamas – wieder an die Oberfläche kommen. Dass man diesmal eher mit inneren als mit äußeren Konflikten beschäftigt ist, betrifft aber nicht nur die Neue Republik, sondern auch das Imperium – und spiegelt sich teilweise selbst in den Figuren wieder. Letzteres insbesondere soweit es Luke betrifft, dem hier kein weiterer dunkler Jedi als Gegner vorgesetzt wird, dem er sich stellen muss, sondern der sich vielmehr mit seiner eigenen Verbindung zur Macht auseinandersetzt. Die Erklärung, die Timothy Zahn hier dafür findet, warum selbst große Jedi-Meister wie Yoda die Macht nur sehr sporadisch einsetzten, konnte mir dabei durchaus gut gefallen. Und generell waren die Figuren wieder einmal sehr gut getroffen, wobei es mir eben insbesondere Lukes Darstellung sehr angetan hatte. Denn während ihn andere selbst in den späteren Romanen immer noch als naiven Bauernjungen beschrieben, wird bei Zahn die Entwicklung, die er in und vor allem auch seit der Original-Trilogie durchgemacht hat, deutlich.

Dass "Schatten der Vergangenheit" dennoch nicht ganz an die erste Thrawn-Trilogie heranreicht, hat mehrere Gründe. Einerseits übertreibt es Zahn aus meiner Sicht hier fast schon mit den parallel verlaufenden Handlungssträngen, was dem Roman zwar einerseits wieder einen angenehm epischen, zugleich teilweise aber auch einen etwas zerfahrenen Eindruck verleiht. Zudem fehlen im Vergleich zu seiner ersten Trilogie die ganz großen Spannungsmomente. Auch was die Vorstellung neuer Figuren betrifft, hält er sich im Vergleich zu seiner ersten Trilogie eher zurück – und jene, die hier nun zur Saga dazustoßen, hinterließen bei mir leider keinen nennenswerten Eindruck, und können sich mit Thrawn, C'Baoth, Karrde und insbesondere auch Mara Jade nicht messen. Vor allem aber ist die Story aus meiner Sicht halt einfach nicht ganz auf dem – überaus hohen – Niveau, das er mit seiner ersten Trilogie vorgelegt hat. "Schatten der Vergangenheit" ist interessant und wird nie langweilig, vermochte es aber halt auch nicht, mich ähnlich zu packen und mitzureißen, wie das "Erben des Imperiums", "Die dunkle Seite der Macht" und "Das letzte Kommando" vergönnt war. Von diesen kleinen Mankos abgesehen zeigt Zahn mit dem ersten Teil seiner "Hand von Thrawn"-Trilogie aber seinen Kollegen wieder einmal, wie man es richtig macht.

Fazit: Mit der Hand von Thrawn-Trilogie stand das damalige "Expanded Universe" vor einer weiteren ganz großen Zäsur – geht hier doch die Ära des Imperiums, zumindest als Gegner der Neuen Republik, nun langsam zu Ende. Sowohl dies als auch die nur vermeintliche Rückkehr von Großadmiral Thrawn mögen nicht jedem schmecken, aus meiner Sicht war und ist es aber wichtig, in einer fortlaufenden Erzählung auch mal neue Wege einzuschlagen, und sich nicht ständig selbst zu kopieren – weshalb ich beide Einfälle von Timothy Zahn voll und ganz begrüße. Zumal es ihm auch unter diesen geänderten Rahmenbedingungen wieder einmal wunderbar gelingt, echtes "Star Wars"-Feeling aufkommen zu lassen. Eine echte Bedrohung, und damit auch die ganz große Spannung, sucht man hier zwar noch eher vergeblich, die wieder einmal wunderbar getroffenen Figuren, die zahlreichen inneren und äußeren (teilweise auch politischen) Konflikte, das stimmige Einbinden so ziemlich jeder wichtigen Haupt- und Nebenfigur ins Geschehen, die insgesamt durchaus interessante und kurzweilige Handlung, sowie sein gewohnt guter Schreibstil mochten aber zumindest für meiner einer größtenteils über dieses Manko hinwegzutrösten.

Bewertung: 4.5/5 Punkten
Christian Siegel





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